Osnabrücker Aktivist fordert mehr Mittel für globale Gerechtigkeit
Der 19jährige Student Fabiano Heuer aus Osnabrück demonstrierte am vergangenen Wochenende gemeinsam mit 54 weiteren Jugendbotschaftern der Organisation ONE vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. Die Aktivisten protestierten gegen die von der Bundesregierung geplanten massiven Mittelkürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Im Zentrum der Aktion stand die Forderung nach verstärkten Investitionen in die Bekämpfung von extremer Armut, Hunger und vermeidbaren Krankheiten.
Mit einem überdimensionalen roten Stift und der mahnenden Aufschrift „Die Kürzungen von heute sind die Krisen von morgen“ machten die jungen Aktivisten auf ihr Anliegen aufmerksam. Für Fabiano Heuer war die Teilnahme an der Aktion ein klares Signal gegen die aktuelle Haushaltspolitik. Er kritisierte, dass die Bundesregierung bereits zum fünften Mal in Folge plane, den „Rotstift“ bei der globalen Unterstützung anzusetzen.
„Die Welt brennt, und ihr wollt den Hahn abdrehen?“, wandte sich Heuer direkt an die politisch Verantwortlichen. Er betonte, dass Entwicklungszusammenarbeit Leben rette und jungen Menschen weltweit Perspektiven durch Bildung und Gesundheit eröffne. Aus Sicht der Jugendbotschafter sind die geplanten Einsparungen angesichts globaler Krisen kontraproduktiv: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Investitionen für eine gerechte Welt“, so der Osnabrücker Student weiter.

Erfolge der Entwicklungsarbeit als Argumentationsbasis
Die Organisation ONE untermauerte den Protest mit Daten über die Wirksamkeit bisheriger Maßnahmen. Seit dem Jahr 2000 konnte die weltweite Kindersterblichkeit mehr als halbiert werden. Auch in anderen medizinischen Bereichen wurden signifikante Fortschritte erzielt:
- Die Müttersterblichkeit sank im selben Zeitraum um über ein Drittel.
- Polio wurde nahezu ausgerottet.
- Dank erschwinglicher Medikamente ist HIV auch in ärmeren Ländern kein zwangsläufiges Todesurteil mehr.
- Die Anzahl der aufgrund von Mangelernährung wachstumsverzögerten Kinder sank von jedem dritten im Jahr 2010 auf heute etwa jedes fünfte Kind.
Zudem ermöglichten diese Investitionen vielen Kindern, insbesondere Mädchen, den ersten Schulbesuch in Krisengebieten.
Hintergrund: Das Jugendbotschafter-Programm
Der Protest in Berlin bildete den Auftakt für das diesjährige Engagement der ONE-Jugendbotschafter. Das Programm dient als Talentschmiede für politischen Aktivismus und brachte bereits Persönlichkeiten wie Luisa Neubauer oder Carla Reemtsma hervor. Die Teilnehmer reisten aus ganz Deutschland an, um sich in Trainings und politischen Gesprächen auf ihre Arbeit vorzubereiten.
Die überparteiliche Organisation ONE verfolgt das langfristige Ziel, extreme Armut und vermeidbare Krankheiten bis zum Ende des Jahrzehnts zu beenden. Dabei setzt der Verband auf eine Kombination aus Basis-Aktivismus, politischer Bildung und strategischen Partnerschaften, um Entscheidungsträger von der Notwendigkeit belastbarer Investitionen zu überzeugen.













