ACM Gehrde veranstaltet traditionelles Saisonbeginn-Treffen für MotorradfahrerInnen
Ja, natürlich ist so eine Großveranstaltung mit 1200 Krädern (Veranstalter-Angabe) aus der Zeit gefallen. Sie ist aber auch ein tolles Erlebnis. Und: Die Gespräche drehen sich durchaus nicht nur um Motorräder, es wird Geld für einen guten Zweck gesammelt und die Polizei schickt einen Präventionsbeamten.
Am Sonntagmorgen, dem 26. April, geht es los. Zunächst nach Wallenhorst, am Kreisel treffe ich mich mit einem Freund. Dann fahren wir über die B68 nach Quakenbrück. Noch ist es frisch, aber die Fahrt auf der Transalp des Freundes und meiner 40-jährigen BMW macht trotzdem Spaß. Am Treffenplatz angekommen merken wir schnell, dass die diesjährige Veranstaltung besonders wird. Pulk auf Pulk von Mopeds kommt an, die Parkplätze, die im Industriegebiet eigentlich reichlich vorhanden sind, füllen sich. Hingucker finden sich unter den Maschinen hunderte, viele sind umgebaut und treffen den Geschmack der Anwesenden. Etwas besonderes sind aber doch die beiden Sanitäts-Motorräder des ASB, die u.a. Dienst auf verstopften Autobahnen versehen.
Dann beginnt die Ausfahrt. Die Reihe der Motorräder wird buchstäblich unübersehbar; es geht auf der B68 Richtung Alfsee. Zuallermeist sehr diszipliniert fahren die MotorradlerInnen abwechselnd zu zweit nebeneinander auf der Fahrspur. Polizei, meist aber die Feuerwehr, sperrt Ampelkreuzungen für den Querverkehr, so dass die nicht endenwollende Schlange der TeilnehmerInnen durchrollen kann; nicht immer ruckfrei, aber der Blick auf einen Stau aus 100% Krädern ist schon außergewöhnlich. Insgesamt ist Organisation der Fahrt gigantisch.
Die Strecke ist von winkenden und filmenden ZuschauerInnen gesäumt, die Stimmung mancherorts volksfest-ähnlich. Nach 40 Kilometern ist Gehrde erreicht. Der Ort wird von Motorrädern überschwemmt, aber auch hier geht alles diszipliniert und ruhig vonstatten. Bis nach einiger Zeit das Dröhnen einer getunten Maschine wieder und wieder die Gespräche unterbricht. Polizeihauptkommissar Kröger, Präventionsbeamter aus Bersenbrück, hält vergnügt ein Lautstärke-Messgerät an einen Auspuff: Das Gerät zeigt 98,7 dB. Er ist vergnügt, weil er nicht vorhat, die Maschine offiziell zu überprüfen, sondern mit FahrerInnen ins Gespräch zu kommen. Das gelingt; ganz ohne erhobenen Zeigefinger wird manch einer der Lautstärke-Problematik gewahr. Ein Fahrer (keine Fahrerinnen!) nach dem anderen bittet Kröger zu seiner Maschine, um mit verschmitztem Grinsen den Gasgriff voll aufzudrehen.
Derweil geht ein Mitglied des ACM Gehrde durch die Reihen und hält einen umgedrehten Helm in der Hand, der sich zusehends mit Geldscheinen füllt, und nicht nur kleinen. Die Sammlung soll der Begegnungsstätte für schwerkranke Kinder am Elisabeth-Kinderkrankenhaus in Oldenburg („Ronald-McDonald – Haus“) zugute kommen.
Und, man glaubt es kaum, viele TeilnehmerInnen kennen die OS-Rundschau. „Für wen machst Du Bilder? Ach, für die Rundschau? Super!“ Karin Schröter und Daniel Daut aus Wittlage sind zukünftige Leser, nachdem wir ein spontanes Mini-Shooting machen.
Und was heißt eigentlich „ACM?“ Für einen Motorradclub ungewöhnlich bedeutet das „A“ Arbeitsgemeinschaft. Das „C“ ist das gleiche wie in CDU, und tatsächlich fand in Gehrde ein Gottesdienst statt. Ich hoffe, man nimmt mich nächstes Jahr wieder auf die Fahrt mit, wenn ich sage, dass ich ihn, sagen wir, verpasst habe.
Weitere Bilder befinden sich in meinem Blog.














