Rock-Legende Van Morrison gibt Konzerte in Bremen und Grolloo

Grenzüberschreitend zum Blues

Wenn der irische Musiker Van Morrison in der Vergangenheit den Kontinent bereiste, hatte das nordwestdeutsche Publikum häufig das Nachsehen. Bei den Stuttgarter Jazz Open gastierte er dreimal in acht Jahren. Hingegen in Bremen? Aber jetzt. Morrison war für den 17. Juni angekündigt, das Konzert im Nu ausverkauft. Für den Zusatztermin am 18. Juni sind noch Karten erhältlich.

Morrison wird im Metropol Theater spielen, einem Musicaltheater mit Bestuhlung, guter Sicht von allen Plätzen und, so jedenfalls die bisherigen Erfahrungen, gutem Ton.

Bei der Repertoireauswahl griff Morrison im bisherigen Verlauf der aktuellen Tournee im Wesentlichen auf seine teils oder durchgängig Blues-orientierten Alben zurück wie „Back on Top“ und „The Prophet Speaks“. Aus der frühen Schaffensperiode wählte er „Into the Mystic“, „This Dreams of You“ und „Moondance“ vom gleichnamigen Album. Wobei bei Morrison mehr als bei jedem anderen Musiker immer damit zu rechnen ist, dass er den Konzertablauf verändert.

Im Lauf der Karriere hat der bisweilen launische Morrison immer wieder die Zusammenarbeit mit namhaften Bluesmusikern gesucht, mit Buddy Guy, John Lee Hooker, Taj Mahal, Elvin Bishop, Junior Wells, Jimmy Witherspoon. „Thank God for the Blues“, sang er auf seinem zwiespältig aufgenommenen 2021er Album „Latest Record Project, Volume 1“.

Foto: Harald Keller

Vom Nordwesten aus gut zu erreichen ist auch das niederländische, zwischen Emmen und Assen gelegene Dörfchen Grolloo. Dort steht Morrison am 19. Juni am ersten Tag des Holland International Blues Festivals (H.I.B.F.) auf der Bühne. Momentan gibt es noch Tickets. Zum Preis von 110 Euro werden neben Morrison noch unter anderem Samantha Fish, Kip Moore, Joe Bonamassas Protegé Toby Lee sowie die Van Morrison geografisch wie musikalisch sehr nahestehende Gráinne Duffy und viele mehr geboten.

Headliner des zweiten Tages sind Keb’Mo’ und George Thorogood & the Destroyers. Das Festival umfasst alle Spielarten des Blues, gerade in diesem Jahr in starkem Maße auch Americana und die Singer-Songwriter-Sparte.

Van Morrison ist nicht zum ersten Mal in Grolloo zu Gast. Der kleine landwirtschaftlich geprägte Ort war in den Sechzigern und Siebziger Heimat der niederländischen Bluesband Cuby & The Blizzards. Deren Mitbegründer Harry Muskee bewohnte einen Kotten, nur einen Steinwurf entfernt vom heutigen Festivalgelände. Dort trafen sich die Bandmitglieder zu Proben. Und Partys … Einer von ihnen war der Keyboarder Herman Brood.

Im März 1967 tourten Cuby + The Blizzards und Van Morrison gemeinsam durch die Niederlande. Der besagte Kotten ist heute ein liebevoll betreutes Museum, das mit vielen sehenswerten Exponaten an den 2011 verstorbenen Harry Muskee und die niederländische Bluesszene der Sechziger und Siebziger erinnert.

Van Morrison besuchte das Museum, in dem er Jugendfotos von sich entdecken kann, vor fünf Jahren im Rahmen seines damaligen Auftritts beim H.I.B.F.

Mit Erwin Java wird in diesem Jahr ein ehemaliges Mitglied der Blizzards mit eigener Band in Grolloo aufspielen, ebenfalls am Freitag. Spannende Frage: Werden Java und Van Morrison vielleicht auf offener Bühne zueinander finden?

 



Tickets für Van Morrisons Konzert in Bremen gibt es bei Eventim. Weitere Informationen zum Holland International Blues Festival und Tickets in englischer Sprache via www.hollandinternationalbluesfestival.com.

 

 

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