Fahrrad-Protesttour „Exit Gas, enter Future“ macht Station in der Friedensstadt 

Ziel: Sozial gerechte Energiewende statt Reiches Gaskraftwerke

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der bundesweiten Fahrrad-Protesttour „Exit Gas, Enter Future“ haben am Samstag, den 23. Mai 2026, eine Zwischenkundgebung auf dem Osnabrücker Marktplatz abgehalten, um gegen den Neubau von Gaskraftwerken und für eine sozial gerechte Energiewende zu demonstrieren.

Die Aktion, die von Organisationen wie „Ohne Kerosin Nach Berlin“ (OKNB), Fridays for Future sowie weiteren Klimaschutzinitiativen getragen wurde, bildete eine zentrale Station auf dem Weg der mehrwöchigen Demonstration von Hamburg in das Ruhrgebiet. Im Anschluss an die Kundgebung in der Innenstadt setzte sich der Protestzug in Bewegung, um am Osnabrücker Volkswagen-Werk ein Zeichen für eine nachhaltige Transformation der Industrie und gegen die Pläne von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu setzen.

Die Demonstrierenden machten bei ihrem Aufenthalt in Osnabrück deutlich, dass sie den geplanten Ausbau der fossilen Gasinfrastruktur für einen massiven verkehrs- und energiepolitischen Rückschritt halten. Nach Angaben der Veranstalter stellt die Gasenergie eine erhebliche Kostenfalle dar, da ihre Herstellung im Vergleich zu den erneuerbaren Energieträgern doppelt so teuer sei.

Die Aktivisten kritisierten in diesem Zusammenhang scharf die politische Schwerpunktsetzung und äußerten den Vorwurf, dass durch den Bau neuer Kraftwerke die entstehenden Kosten schlussendlich auf die Strompreise der Verbraucherinnen und Verbraucher umgelegt würden. Der Protest richtete sich explizit gegen eine vermeintliche Bevorzugung fossiler Großprojekte zulasten von dezentralen Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen.

Neben den wirtschaftlichen Argumenten standen die ökologischen und geopolitischen Folgen im Zentrum der Kritik auf dem Marktplatz. Die Sprecherinnen und Sprecher der Initiativen wiesen darauf hin, dass fossiles Gas die weltweite Klimakatastrophe durch Extremwetterereignisse wie Dürren, Brände und Hochwasser weiter anfeuern. Zudem warnten die Beteiligten vor langfristigen Abhängigkeiten von autokratischen Regimen und hinterfragen, ob aus den jüngsten Energiekrisen der Vergangenheit keine Lehren gezogen worden seien. Als Alternative forderte das Bündnis ein Wirtschaftssystem, das Mensch und Natur in den Vordergrund stellt, sowie eine verstärkte Unterstützung für lokale Bürgerenergiegenossenschaften und solidarische Landwirtschaften.

Der Zwischenstopp in Osnabrück bettete sich in einen größeren, überregionalen Kontext ein. Die seit dem 16. Mai laufende Tour führt die Aktivistinnen und Aktivisten gezielt entlang klimarelevanter Orte, Pipelines und Industriezentren im Nordwesten Deutschlands, um den Dialog mit der Bevölkerung vor Ort zu suchen. Die Route verläuft nach Angaben der Initiatoren auf ihrer offiziellen Website bewusst durch Regionen, in denen fossile Großprojekte geplant oder im Bau sind, wie etwa das LNG-Terminal in Stade. Mit Aktionen wie der Fahrt zum VW-Werk in Osnabrück soll verdeutlicht werden, dass eine zukunftsfähige Wirtschaft auf eine konsequente und zeitnahe Abkehr von fossilen Brennstoffen angewiesen ist, um die internationalen Klimaziele nicht zu verfehlen. Die Tour soll am 26. Mai mit einem Klimagerechtigkeitscamp im Ruhrgebiet enden.

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