SPD-Fraktion: Dramatisierung war völlig überzogen
„Wir als SPD-Fraktion Osnabrück sehen uns durch die aktuellen Zahlen zur beitragsfreien Krippen- und Hortbetreuung bestätigt. Es zeigt sich ganz deutlich: Die Dramatisierung vor einem angeblich nicht beherrschbaren Ansturm auf die Betreuungsplätze, war völlig überzogen. Stattdessen wird deutlich, dass die Abschaffung der Gebühren sozial richtig, familienpolitisch notwendig und organisatorisch machbar ist“, erklären Susanne Hambürger dos Reis, SPD-Fraktionsvorsitzende, und Kerstin Lampert-Hodgson, familienpolitische Sprecherin der Rats-SPD, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.
„Genau das, was wir erreichen wollten, tritt jetzt ein: Mehr Kinder bekommen die Chance auf frühe Bildung, Betreuung und Teilhabe. Das ist kein Problem, sondern ein Erfolg sozialdemokratischer Politik“, erklärt Susanne Hambürger dos Reis. „Wer kostenlose Bildung ernst meint, darf nicht beim dritten Geburtstag anfangen. Gerade die ersten Lebensjahre sind entscheidend für Sprache, soziale Entwicklung und gleiche Chancen.“
Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Bei den Krippenplätzen gibt es bisher keinen dramatischen Ansturm. Die Nachfrage ist lediglich moderat gestiegen. Gleichzeitig waren im April stadtweit noch 109 von 1.586 U3-Plätzen frei. Das zeigt: Die Befürchtungen, die Beitragsfreiheit werde das System überfordern, waren in dieser Schärfe nicht haltbar.
Auch im Hortbereich zeigt sich: Ja, es gibt zusätzliche Nachfrage. Und ja, die Stadt muss an einigen Grundschulen nachsteuern. Aber auch das ist kein Argument gegen Beitragsfreiheit, sondern ein Auftrag an eine wachsame und handlungsfähige Stadtpolitik. Wenn mehr Familien ein Angebot nutzen möchten, weil finanzielle Hürden wegfallen, dann zeigt das vor allem eines: Der Bedarf war schon vorher da – nur konnten ihn sich nicht alle leisten.
„Es war nie unser Ziel, Plätze künstlich knapp zu halten, indem Familien durch Gebühren abgeschreckt werden. Unser Ziel ist, dass Kinder unabhängig vom Geldbeutel der Eltern gute Betreuung bekommen. Genau deshalb haben wir die Beitragsfreiheit durchgesetzt“, so Kerstin Lampert-Hodgson.
Besonders wichtig bleibt aus Sicht der SPD, den Blick nicht nur auf die Gesamtstadt zu richten. Denn während stadtweit Plätze frei sind, gibt es weiterhin Stadtteile wie Schinkel, Innenstadt und Eversburg, die deutlich unterversorgt sind. Gerade dort leben viele Kinder, die besonders von früher Förderung profitieren würden.
„Die Beitragsfreiheit ist ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit in Osnabrück. Sie entlastet Familien spürbar, verbessert Bildungschancen und macht deutlich: Gute Kinderbetreuung ist keine private Luxusleistung, sondern Teil öffentlicher Daseinsvorsorge. Es zeigt sich wieder einmal, dass man nicht immer Probleme sehen, sondern handeln muss. Wenn mehr Kinder in Krippe und Hort gehen, ist das ein Gewinn für unsere Stadt. Jetzt kommt es darauf an, die Angebote klug auszubauen und besonders die Stadtteile zu stärken, in denen der Bedarf am größten ist. Für uns ist klar, dass Gebührenfreiheit, Ausbau der Kita-Plätze und eine hohe Bildungsqualität zusammengehören, denn jedes Kind hat ein Recht auf gute Bildung – von Anfang an“, so die beiden SPD-Sprecherinnen abschließend.











