Literatur trifft Kunst im Bund Bildender Künstler

Kunstausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm

Mit einer gut besuchten Finissage ging am Sonntag, den 14. Juni, die gemeinsame Kunstausstellung von Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm in den Räumlichkeiten des BBK Osnabrück (Bund bildender Künstler) zu Ende. Den feierlichen Schlusspunkt der mehrwöchigen Werkschau markierte eine Autorenlesung von Tobias Schulenburg, der aus seinem Debütroman „Neue Sachlichkeit“ las.


Vielschichtige Traumwelten und diverse Materialien

Die seit dem 8. Mai geöffnete Ausstellung trug den Titel „Von allen Gedanken schätze ich doch am meisten die interessanten“. Beide Kunstschaffenden, die als Mitglieder des Bielefelder Künstlerinnenhauses „Artists Unlimited e. V.“ eng verbunden sind, präsentierten ein breites Spektrum, das von klassischen Zeichnungen und Malereien bis hin zu animierten Filmen reichte.

Dabei zeichneten sich die Exponate durch eine signifikante Vielfalt der genutzten Materialien und Techniken aus. Die Werke von Christine Gensheimer umfassten unter anderem Arbeiten mit Tusche, farbige Tusche und Wasserfarbe auf Papier sowie collagenartige Kompositionen und Acrylmalerei. Lars Rosenbohm wiederum setzte vorwiegend auf Kombinationen aus Acryl, Kohle, Tusche und Pastell, welche auf Baumwollgewebe oder Papier aufgetragen wurden. Auch eine rund 26-minütige Slideshow aus 500 Kohlezeichnungen gehörte zu seinen Beiträgen.

Thematisch bewegten sich die Exponate im Spannungsfeld des Alltäglichen und Surrealen. Dem Publikum offenbarten sich tierisch-menschliche Wesen, abstrakte organische Gebilde und rätselhafte Szenarien, die laut Angaben der Veranstalter eine subtile Stimmung zwischen „Zweifel, Melancholie und Humor“ erzeugten. Während sich Gensheimer oft von Musik und Textzeilen zu narrativen Szenen inspirieren ließ, fungierten bei Rosenbohm die gewählten Werkstoffe und erste sichtbare Spuren als direkter Impulsgeber für den weiteren Entstehungsprozess.

Links: Autor Tobias Schulenburg im KunstQuartier des BBK


Dialog zwischen Text und Bild

Den Abschluss des Projekts bildete die Verknüpfung von visueller und literarischer Kunst. Der Autor Tobias Schulenburg las aus seinem Journal-Roman „Neue Sachlichkeit“. Das Buch beschreibt den Alltag eines alternden Künstlers und wird als „Meditation auf das Alltägliche und seine zumeist eher absurde Schönheit“ charakterisiert. Diese inhaltliche Ausrichtung spiegelte die Atmosphäre der umliegenden Kunstwerke wider, die sich gleichermaßen mit der Komplexität, den Brüchen und den Ambivalenzen der Gegenwart auseinandersetzen.


Hintergrund

Sowohl Gensheimer als auch Rosenbohm blicken auf eine weitreichende Ausstellungshistorie zurück. Gensheimers Videoarbeiten und Animationen wurden bereits auf internationalen Filmfestivals wie den Kurzfilmtagen Oberhausen präsentiert. Rosenbohm, der unter anderem mit dem CityARTists Kunstpreis NRW ausgezeichnet wurde, stellte zuvor in namhaften Häusern wie dem Museum Marta Herford und der Kunsthalle Bielefeld aus. Das gemeinsame Gastspiel im BBK Osnabrück bot der regionalen Kulturszene über mehrere Wochen einen tiefen Einblick in das zeitgenössische Kunstschaffen Ostwestfalens.


Vorschau auf die kommende Ausstellung

Nach dem Abschluss der Doppelausstellung richten sich die Blicke bereits auf das nächste Projekt im KunstQuartier des BBK Osnabrück. Am Freitag, den 19. Juni 2026, um 19:00 Uhr findet die Vernissage zur neuen Ausstellung mit dem Titel „Traces“ statt.

Die gezeigten Werke stammen von Alexander Kapitanowski und Alexandra Sonntag. Die Ausstellung widmet sich der künstlerischen Erforschung von Spuren als malerische und zeichnerische Verdichtung von Erfahrungen und Erinnerungsfragmenten. Die Begrüßung übernimmt die erste Vorsitzende des BBK Osnabrück, Regine Wolff, gefolgt von einer Einführung durch Christian Stiesch.

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