Leleky e. V. eröffnet Ausstellung „EMOTIONEN“ in der Lagerhalle

Bilder aus dem Seelenleben junger Ukrainer*innen

Das ukrainische Bildungszentrum „Leleky“ hat am Mittwoch, den 17. Juni, eine neue Kunstausstellung mit dem Titel EMOTIONEN in der Lagerhalle eröffnet. Im Zentrum der Schau stehen die tiefen emotionalen Erlebnisse und die Selbstwahrnehmung junger geflüchteter Ukrainerinnen und Ukrainer, die seit vier Jahren in der Friedensstadt leben. Die gezeigten Werke entstanden in kreativer Freiheit und werden im Rahmen dieser Vernissage erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Einblick in die innere Gefühlswelt nach vier Jahren im Exil
Die ausgestellten Exponate stammen direkt aus der pädagogischen Arbeit des Bildungszentrums. Sie sind das Ergebnis intensiver kreativer Prozesse in den Kursen „Kunst und Kunstgeschichte“ der siebten und achten Jahrgangsstufe sowie des Kurses „Kunst und Kreatives Gestalten“. Die Jugendlichen verarbeiteten in den Bildern ihre persönlichen Erfahrungen, frei von jeglichen äußeren Einfluss.

Begleitet wurden die beiden Kurse von zwei Kunstdozentinen. Diese hielten die vielschichtigen emotionalen Zustände der ukrainischen Geflüchteten auf der Leinwand fest. Das Projekt verfolgte dabei einen innovativen künstlerischen Ansatz, um den jungen Menschen sowie den Lehrkräften eine Stimme und ein Ventil für ihre Erlebnisse seit dem Beginn ihrer Flucht zu geben.


Traditionelle Volkskunst trifft auf moderne Reflexion

Neben der individuellen Aufarbeitung von Flucht- und Integrationserfahrungen setzt die Ausstellung einen klaren Akzent auf den Erhalt und die Vermittlung der eigenen Kultur. So beteiligten sich auch jüngere Kinder der Grundschulgruppe sowie der fünften und sechsten Klassen an der Gestaltung der Ausstellungsstücke. Sie steuerten Arbeiten aus einem neu etablierten Kurs für „Petrykiwka-Malerei“ bei – einer traditionellen ukrainischen Volkskunst, die nun einem breiteren Publikum in der Region zugänglich gemacht werden soll.

Die Entstehung der Werke wurde maßgeblich von zwei Fachkräften koordiniert und begleitet: der Kunstlehrerin Anna Holoboroda, Mitglied des Nationalen Künstlerverbandes der Ukraine, sowie der Osnabrücker Künstlerin Polina Zinoveeva vom Bund Bildender Künstler (BBK) Osnabrück.


Hintergrund: Vom Provisorium zum festen Bildungsanker

Das ukrainische Bildungszentrum „Leleky“, geleitet von Dr. rer. nat. Mykola Sadovnik und getragen vom LELEKY e.V., blickt auf eine dynamische Entwicklung zurück. Was im Jahr 2022 als kleine, provisorische Lerngruppe für geflüchtete Kinder begann, hat sich über die vergangenen vier Jahre zu einem interdisziplinären Bildungszentrum in Osnabrück entwickelt. Ziel der Einrichtung ist es seither, Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sowohl in ihrem regulären Bildungsprozess als auch bei der gesellschaftlichen Integration zu unterstützen.

Der Unterricht in den Bereichen Kunst und kreatives Gestalten nimmt dabei eine zentrale Rolle im pädagogischen Konzept ein. Gearbeitet wird auf der Grundlage der künstlerischen Praxis mit verschiedensten bildnerischen Ausdrucksmitteln. Ermöglicht wird diese kontinuierliche Arbeit unter anderem durch die Stadt Osnabrück: Das Haus der Jugend stellt dem Verein die Räumlichkeiten für das Projekt sowie das Kunstatelier dauerhaft und kostenlos zur Verfügung.


Ankündigung / Servicehinweis:

Die Ausstellung EMOTIONEN des ukrainischen Bildungszentrums „Leleky“ ist vom 17. Juni bis einschließlich 16. Juli in den Räumen der Lagerhalle (Rolandsmauer 26, 41074 Osnabrück) für Besucher geöffnet.

spot_img
Juni 2026spot_img
Juli/August 2026spot_img
Oktober 2023spot_img
Oktober 2025spot_img
August 2024spot_img
Juni 2025spot_img
2015spot_img
November 2020spot_img
August 2024spot_img
erscheint Oktober 2026spot_img