Gedenkstätten bitten um Mithilfe
Forschungen zur Zwangsarbeit im Osnabrücker Land: ein ukrainischer Zwangsarbeiter pflegte in Bad Iburg eine verbotene Freundschaft. Wer hilft beim Forschen? Die Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht bitten um Mithilfe.
Die Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht sind bei ihren Forschungen zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg im Osnabrücker Land mit Nachkommen eines ukrainischen Zwangsarbeiters in Kontakt gekommen. Sachar Kulik wurde 1923 im Dorf Danylivka in der heutigen Ukraine geboren und leistete von Juli 1942 bis März 1945 Zwangsarbeit in der Firma Vornbäumen in Iburg.
Der Erinnerungen seiner Töchter zufolge soll Kulik während dieser Zeit eine freundschaftliche Beziehung zu einer Iburger Frau geknüpft haben, deren Vater bei der Firma Vornbäumen tätig war. In einem Brief an die Gedenkstätten schrieben die Töchter: „Papa sagte, die Tochter des deutschen Meisters mochte ihn und wollte, dass er bliebe. Doch es zog ihn in seine Heimat, wo er seine Mutter und seine Schwester zurückgelassen hatte.“
Eine solche Verbindung wäre für den ukrainischen jungen Mann und die junge deutsche Frau ein erhebliches Risiko gewesen. Gleichzeitig würde sie zeigen, dass selbst in einem Alltag, der von Rassismus und Gewalt geprägt war, Momente menschlicher Nähe entstehen konnten.
Die Gedenkstätten bitten nun um Unterstützung bei der weiteren Erforschung dieser besonderen Geschichte. Interessant wären Erinnerungen, Dokumente, Fotos oder andere Hinweise zur Geschichte des „deutschen Meisters“ oder seiner Tochter. Jede Information kann helfen, ein Stück dieser Geschichte zu erhellen. Auch weitere Informationen zur Zwangsarbeit in Bad Iburg sind herzlich willkommen.
Die Gedenkstätten sind telefonisch (+49 5405 8959270) oder auch per E-Mail unter info@augustaschacht.de zu erreichen.













