„Bauen und Gestalten“ im Gymnasium Wüste
Drei Tage lang wurde am Gymnasium „In der Wüste“ gehämmert, geschraubt, gestrichen, geplant, gefilmt, gestaltet und dokumentiert. Unter dem gemeinsamen Motto „Bauen und Gestalten“ verwandelten mehr als 1.000 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte mit Unterstützung von Expertinnen und Experten ihre Schule, ihre Lernumgebung und teilweise auch die Stadt Osnabrück in eine große Werkstatt voller Ideen, Kreativität und Tatkraft.
Während kurz vor den Sommerferien normalerweise Klassenräume aufgeräumt und Schulbücher zurückgegeben werden, herrschte am Gymnasium „In der Wüste“ in diesem Jahr eine ganz besondere Atmosphäre. Statt regulärem Unterricht standen drei Projekttage unter dem Motto „Bauen und Gestalten“ auf dem Programm. Dabei entstanden nicht nur sichtbare Veränderungen auf dem Schulgelände, sondern auch zahlreiche Projekte, die weit über die Schule hinausreichen.
Die Schülerinnen und Schüler konnten aus mehr als 40 unterschiedlichen Projekten wählen. Sie bauten Möbel für die Schulgemeinschaft, gestalteten Musikräume und Flure neu, errichteten Nistkästen, arbeiteten mit Holz, Lehm und Naturmaterialien, entwickelten mathematische Lernangebote, produzierten Filme und Radiosendungen, gestalteten Ausstellungen und setzten sich mit Demokratie, Erinnerungskultur, Nachhaltigkeit und sozialem Engagement auseinander.

Besonders erfreulich war dabei die enge Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern verschiedener Jahrgänge. Viele Projekte waren bewusst jahrgangsübergreifend angelegt und ermöglichten Begegnungen zwischen Kindern und Jugendlichen, die im normalen Schulalltag selten miteinander arbeiten.
Ein Schwerpunkt der Projekttage lag auf der nachhaltigen Gestaltung von Lern- und Aufenthaltsräumen. So entstanden neue Sitzgelegenheiten für Flure und Außenbereiche, Berliner Hocker für die Schulgemeinschaft, Akustikelemente aus Naturmaterialien, Nistkästen für Tiere sowie neue Ideen für Leseorte und Lernnischen. Andere Gruppen beschäftigten sich mit Architektur in Osnabrück, entwickelten mathematische Wanderwege oder dokumentierten die Projekttage filmisch und radiojournalistisch.
Möglich wurde dieses außergewöhnliche Programm durch die Unterstützung zahlreicher Förderer, Stiftungen und Partner, denen die Schulgemeinschaft ausdrücklich danken möchte. Die Sparkassen-Stiftung unterstützte die Projektwoche mit 10.000 Euro und ermöglichte damit viele Bau-, Gestaltungs-, Dokumentations- und Präsentationsprojekte. Von Materialanschaffungen über Werkzeuge bis hin zu kreativen Workshops bildete diese Förderung eine wichtige Grundlage für zahlreiche Vorhaben. Die Klett-Stiftung stellte 7.000 Euro zur Verfügung, um Projekte rund um das Lesen, Bücher, Leseinseln und neue Lernorte zu fördern. Von dieser Unterstützung profitierten insbesondere Vorhaben zur Gestaltung von Leseumgebungen, Lernnischen und neuen Aufenthaltsbereichen.
Mit 5.000 Euro förderte die BINGO-Umweltstiftung Projekte aus den Bereichen Natur, Umweltbildung und Biodiversität. Davon profitierten unter anderem die Herstellung von Nistkästen, Arbeiten im Bereich Umweltbildung sowie die Weiterentwicklung naturnaher Lernorte. Die Bürgerstiftung unterstützte die Projekttage mit 3.000 Euro. Im Mittelpunkt standen dabei Teilhabe, demokratische Bildung, soziale Verantwortung und Selbstwirksamkeit. Gefördert wurden unter anderem Projekte zu Demokratie, Erinnerungskultur, sozialem Engagement, Medienarbeit und gewaltfreier Kommunikation.
Auch die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim leistete einen wichtigen Beitrag. Meisterinnen und Meister brachten ihr Fachwissen direkt in die Schule ein und ermöglichten praxisnahe Einblicke in verschiedene Handwerksberufe. Schülerinnen und Schüler konnten unter professioneller Anleitung selbst tätig werden und praktische Erfahrungen sammeln. Unterstützung kam außerdem von „Hornbach macht Schule“, das Werkzeuge, Baumaterialien und Baukisten zur Verfügung stellte. Dadurch konnten zahlreiche handwerkliche Projekte überhaupt erst umgesetzt werden.
Weitere Unterstützung leisteten die Unternehmen prowind, pbh, Hornbach Osnabrück sowie die Forma Meyer zu Hörste Garten- und Landschaftsbau, die verschiedene Projekte insbesondere im Bereich Umweltbildung und Außengelände förderten.
„Wir brauchen mehr Orte, an denen junge Menschen nicht nur konsumieren, sondern gestalten. Genau das passiert in diesen Projekttagen. Die Schülerinnen und Schüler planen, bauen, diskutieren, scheitern gelegentlich und finden Lösungen. Sie erleben, dass Lernen nicht nur im Kopf stattfindet, sondern auch im Handeln. Mein Dank gilt allen Beteiligten und dem Organisationsteam, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Jugendliche Verantwortung übernehmen und erfahren können, dass sie selbst etwas bewegen können. Genau solche Erfahrungen brauchen wir für die Zukunft“, so Schulleiter Nils Fischer.
Die Projekttage machten deutlich, wie viel Potenzial in einer Schulgemeinschaft steckt, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen und die Ärmel hochkrempeln. Entstanden sind nicht nur neue Möbel, Ausstellungen, Lernangebote und Medienprodukte. Entstanden sind vor allem Erfahrungen, Begegnungen und Ergebnisse, die das Gymnasium „In der Wüste“ noch lange über die Projekttage hinaus prägen werden. Die Schulgemeinschaft bedankt sich bei allen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern, Förderern, Stiftungen, Unternehmen und externen Partnern, die diese besondere Projektwoche ermöglicht haben.












