Examen für neue Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten – mit Zeugnissen auch für Lehrpersonen

Examensfeier des Ausbildungskurses „PASS 24“ an der Akademie des Klinikums

Bei der Examensfeier des Ausbildungskurses „PASS 24“ für Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten an der Akademie des Klinikums Osnabrück gab es zwei Besonderheiten: Eine der Absolventinnen des Kurses erhielt nicht nur ihr Examen, sondern wurde noch extra für die besonderen Herausforderungen ausgezeichnet, unter denen sie den Abschluss gemeistert hatte.

Sie ist bereits Mutter von drei Kindern (und keine Muttersprachlerin), so dass sie in den zwei Jahren neben dem Ausbildungspensum weiter auch das Familienleben mit ihrem in Schichtarbeit tätigen Ehemann meistern musste. Abgeschlossen hat sie mit der Note 1,8 – ein toller Erfolg, wie Fachbereichsleiterin Christine Hochtritt lobte.

Zweite Besonderheit: Es wurden nicht nur die Examen ausgegeben – sondern auch Zeugnisse für die Lehrer verteilt. Das hatten sich die neun Absolventinnen und Absolventen des Kurses als Scherz zum Abschluss ausgedacht. Sie übergaben die Zeugnisse mit kleinen Geschenken an die Lehrpersonen – die Umschläge durften aber erst geöffnet werden, nachdem alle weg waren. Die Lehrerinnen und Lehrer freuten sich über den originellen den Scherz – wie sie sagten, war es für alle (nach der eigenen Schul-/Ausbildungszeit) wieder eine Premiere, Zeugnisse nicht nur auszugeben, sondern auch selbst zu erhalten.

Bei der Abschlussfeier gratulierten alle Lehrerinnen und Lehrer, Kursleiterin Irene Müller, Akademie-Leiterin Dr. Janika Grunau, Martina Hune vom Betriebsrat sowie Klinikums-Geschäftsführer Klaus Beekmann den Absolventinnen und Absolventen zum erfolgreichen Abschluss. In dem zweijährigen Ausbildungskurs wird in den meisten Fällen neben dem Berufsabschluss auch den Sekundarabschluss I (Realschulabschluss) erworben. Wie die Redner betonten, eröffnen sich ihnen mit beiden Abschlüssen viele neue Möglichkeiten auf ihrem weiteren Ausbildungs- und Lebensweg.

Klinikums-Geschäftsführer Klaus Beekmann wies darauf hin, dass einige von ihnen nun direkt in dem Beruf durchstarten wollen, in dem sie viel Verantwortung übernehmen und einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung leisten. Andere strebten es an, wie Beekmann erklärte, noch eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann anzuhängen. Es werde dabei auch gleich an der Klinikums-Akademie weitergemacht, berichtete Beekmann, der sich besonders darüber freute, dass einer der frisch examinierten Menschen sogar in die neue flexible Pflegeausbildung einsteigt, die jetzt ab Herbst erstmals von Akademie und Klinikum angeboten wird.

In dem Programm „FlexAzubi“ ist es möglich, den Berufsabschluss als Pflegefachkraft mit Möglichkeiten für flexible Zeiteinteilung zu erwerben, also in Teilzeit. Dabei verlängert sich die Ausbildungszeit um ein auf vier Jahre und Absolvierende können den Erwerb von Kenntnissen in Theorie und Praxis zeitlich anpassen, damit es zu ihren Lebensumständen passt. Infos gibt es unter www.akademie-klinikum.de/azubiflex.

Bei der Examensfeier wurde es von den Festrednern betont, dass die neuen Pflegekräfte im Gesundheitswesen dringend gebraucht werden. Die Absolventinnen und Absolventinnen hätten sich einen Beruf angeeignet, hieß es, in dem sie Verantwortung für Menschen übernehmen könnten, der aber auch herausfordernd und berührend für sie sei sowie persönlichen Einsatz und innere Haltung erfordere. Pflege lerne man im Kopf, meinte Kursleiterin Irene Müller – aber man lebe sie im Herzen.

Auf diese Seite des Berufs ging auch die 19-jährige Julia Lowanski ein, die sich im Namen des Kurses bei den Lehrerinnen und Lehrern und den weiteren Menschen von Akademie und Klinikum bedankte. In der Ausbildung hätten sie an manchen Tagen Hände gehalten und Umarmungen gegeben, an denen sie das eigentlich selber gebraucht hätten. Und wenn sie in der Ausbildung eines gelernt hätten, dann, dass es in ihrem Beruf keinesfalls nur um medizinische Versorgung gehe – sondern vor allem um Nähe und menschliche Unterstützung. Dafür erhielt die junge Frau sehr großen Applaus. Apropos: Bei der Examensfeier waren nicht nur (Groß-)Eltern, Partner, Geschwister und Freunde dabei – sondern auch eigene Kinder.

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