Der VfL verliert verdient mit 0:3 gegen den 1. FC Magdeburg

Der VfL verliert 0:3 gegen einen 1. FC Magdeburg, der vor allem in der ersten Hälfte erschreckend wenig Widerstand vorfindet. Der VfL steigert sich nach der Pause deutlich, erspielt sich Chancen und hätte ein Tor verdient gehabt. Nur leider beginnt ein Fußballspiel nicht erst nach der Halbzeit. Und wer nach 45 Minuten bereits 0:2 hinten liegt, weil er vorher hauptsächlich interessiert zuschaut, darf sich hinterher nicht wundern, wenn der Gegner irgendwann anfängt, das Ergebnis zu verwalten. 

Für den VfL geht es zunächst ohne Pflichtspiel weiter: Am Dienstag, 18. August, tritt der VfL beim SC Spelle-Venhaus an, am Freitag, 21. August, folgt ein Test gegen den TuS Bersenbrück.
Richtig ernst wird es dann am Freitag, 28. August, um 18.30 Uhr beim VfL Bochum.

Danach beginnt an der Bremer Brücke eine Phase mit drei Heimspielen nacheinander:
Mittwoch, 2. September, um 20.45 Uhr kommt der FC Bayern München im DFB-Pokal
Sonntag, 6. September, um 13.30 Uhr gegen Eintracht Braunschweig
Sonntag, 13. September um 13.30 Uhr gegen Hertha BSC.

Unsere aktuellen VfL-Podcasts und Kallas Einwürfe gibt es rund um die Uhr zu hören. Ansonsten werden der aktuelle VfL-Podcast jeden Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 übertragen und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag mehrmals am Tag.

Unsere ohnehin umfangreiche VfL-Berichterstattung wird seit der Rückserie um ein weiteres Format ergänzt, und zwar um das „Vorspiel im Gästezimmer“ und das „Vorspiel im Wohnzimmer“.
Zur Information: Unsere Spielberichte werden wie ein Liveticker direkt am Laptop verfasst und gleich nach Schlusspfiff ohne Netz und doppelten Boden ins Internet gesetzt. Die Rubrik „Zahlen, Daten, Fakten“ wird, falls notwendig, mitunter erst einige Stunden nach dem Spiel vervollständigt, dasselbe gilt für Korrekturen von Tippfehlern.

Vorspiel im Wohnzimmer: VfL gegen Magdeburg

Vor dem Spiel

Noch bevor hier der Ball rollt, gibt es beim VfL eine magische Zahl zu vermelden: Präsident Holger Elixmann verkündet, dass der Verein seit Juli die Marke von 10.000 Mitgliedern geknackt hat. Besonders hübsch: Eine Osnabrücker Familie sicherte sich gleich die Mitgliedsnummern 9.999, 10.000 und 10.001.

Und noch eine Ehrung vor dem Anpfiff: Benjamin Wischmeyer, Abteilungsleiter der VfL-Fanabteilung, wird auf dem Rasen für zehn Jahre in diesem Amt ausgezeichnet. Auch die Ostkurve bedankt sich mit einem Banner. Schöne Aktion – und ausnahmsweise einmal etwas, bei dem selbst ich nichts zu meckern habe.

Timo Schultz verändert seine Startelf nach dem 3:4 zum Auftakt in Heidenheim nur behutsam. Konrad Faber nimmt zunächst auf der Bank Platz, dafür darf Tony Lesueur erstmals in der 2. Bundesliga von Beginn an ran. Patrick Kammerbauer wandert dadurch wieder auf seine angestammte rechte Seite. Magedburgs Trainer Petrik Sander hat nach der 1:6-Niederlage gegen Braunschweig seine Mannschaft gleich auf drei Positionen verändert.

Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Wagner, Lesueur – Kopacz, Meißner, Badjie

Erwartet werden 15.741 Zuschauer:innen, davon 1.500 aus Magdeburg

Beginn

Schiedsrichter Justin Hasmann (27) aus Wiebelskirchen pfeift bei bewölktem Himmel und Temperaturen um die 25 Grad an. Anstoß haben die Gäste, die zunächst richtig Ostkurve spielen.

Magdeburg übernimmt vom Anpfiff weg den Ballbesitz, während der VfL zunächst tief steht und ab der Mittellinie energisch presst. Das funktioniert durchaus ordentlich. Müller räumt Nollenberger mit einem starken Tackling ab, Wiemann unterbindet einen gefährlichen Steckpass auf Iyoha.

Nach zwei Minuten bietet FCM-Keeper Reimann sogar freundlich seine Mithilfe an und spielt weit vor seinem Tor direkt in Osnabrücker Füße. Wagner braucht allerdings einen Augenblick zu lange, um sich an die grundsätzlich reizvolle Idee eines Schusses aufs verwaiste Tor zu gewöhnen.

Offensiv passiert beim VfL zunächst wenig. In der 13. Minute landet immerhin eine Flanke von rechts in Reimanns Armen – auch eine Form der Torannäherung. Auf der anderen Seite klärt Lesueur kurz darauf etwas orientierungslos direkt vor die Füße von Iyoha, dessen Schlenzer glücklicherweise ungefähr so gefährlich wird wie eine Postkarte aus Magdeburg.


Nach einer Viertelstunde …

… stehen rund 80 Prozent Ballbesitz für die Gäste zu Buche. Der VfL verteidigt einigermaßen geordnet, aber sobald er selbst den Ball hat, fällt ihm erschreckend wenig damit ein. In der 16. Minute köpft Nollenberger gefährlich aufs Tor, Krumrey rettet stark, kurz darauf trifft Zukowski den Außenpfosten.

Magdeburg bleibt dran. Der VfL schiwmmt und das 0:1 ist nur eine Frage der Zeiz.Atik verteilt fleißig die Bälle, Nollenberger macht über links Betrieb. Vom VfL ist offensiv ungefähr so viel zu sehen wie von der Eckfahne.

In der 24. Minute fällt folgerichtig das 0:1. Tobias Müller bedient Nollenberger, der aus spitzem Winkel abzieht. Krumrey sieht den Ball spät – drin.

Auf eine Reaktion des VfL warte ich vergeblich.

Magdeburg hält den Druck hoch, Atik schießt knapp vorbei, und in der 35. Minute steht es 0:2. Atik chippt den Ball wunderbar in den Lauf von Nollenberger, der technisch sauber vollendet. Ein starkes Tor – und die Osnabrücker Abwehr darf aus nächster Nähe zuschauen.

Erst kurz vor der Pause kommt so etwas wie Osnabrücker Torgefahr auf. Badjie setzt einen Freistoß knapp über das Kreuzeck, Meißner vergibt in der Nachspielzeit die erste echte Chance des VfL.

Halbzeitfazit

Die Magdeburger Führung ist völlig verdient. Die Gäste kontrollieren Ball, Tempo und Gegner. Der VfL wirkt über weite Strecken erschreckend passiv, ideenlos und offensiv nahezu nicht existent. Magdeburg spielt Fußball. Beim VfL suche ich noch danach. Wenn das Spiel in Heidenheim ein Mutmachspiel war, dann ist das heute bislang ein Desillusionierungsspiel.


Der VfL wechselt gleich dreimal zur zweiten Hälfte …

… und kommt tatsächlich auch mit einer anderen Körpersprache aus der Kabine. Jacobsen hat gleich den ersten Abschluss, und plötzlich spielt Osnabrück Fußball, als hätte jemand in der Pause darauf hingewiesen, dass das heute durchaus vorgesehen ist.

In der 49. Minute scheint allerdings schon alles wieder vorbei: Iyoha schickt Zukowski nach einem Ballgewinn auf die Reise, der Krumrey tunnelt – 0:3. Doch der VAR entdeckt ein Abseits, das vermutlich nur mit Pinzette und Mikroskop zu finden ist. Der Treffer zählt nicht.

Osnabrück lässt sich davon immerhin nicht wieder einschläfern. Wagner schießt drüber, Meißner köpft Reimann in die Arme, Jacobsen knapp vorbei. Der VfL presst höher, geht mehr ins Risiko und zwingt Magdeburg nun tatsächlich zur Arbeit.

Das eröffnet natürlich Räume. Zukowski bekommt gleich mehrfach Gelegenheit, die Partie endgültig zu erledigen, scheitert aber jeweils an Krumrey. In der 63. Minute fordert die Brücke Elfmeter, weil Nollenberger Fabers Hereingabe mit einem leicht abgespreizten Ellbogen blockt. Hasmann winkt ab, der VAR schweigt – und damit bleibt es beim 0:2.


Nach 60 Minuten …

… ist das immerhin ein anderer VfL als vor der Pause. Noch kein guter, aber einer, der inzwischen am Spiel teilnimmt. Man wird ja bescheiden.

Zukowski scheitert an Krumrey, Meißner köpft Reimann freundlich in die Arme, Jacobsen knapp vorbei. In der 63. Minute wird es sogar interessant: Nollenberger bekommt Fabers Hereingabe an den Ellbogen. Der VfL fordert Elfmeter, Schiedsrichter und VAR sehen offenbar gerade woanders hin.

Vier Minuten später drischt Riesselmann den Ball aus sechs Metern weit über das Tor. Das muss man auch erst einmal schaffen.

Und dann kommt, was an solchen Nachmittagen eben kommt: Magdeburg macht aus einem Konter das 0:3. Hyryläinen schickt Iyoha, Wiemann wird mit einem Haken verabschiedet, und Iyoha schlenzt den Ball ins Eck. 69 Minuten gespielt, Feierabend.

Danach darf der VfL sogar noch richtig Fußball spielen, weil Magdeburg inzwischen in den Verwaltungsmodus schaltet. Riesselmann köpft drüber, Meißner läuft allein auf Reimann zu und scheitert, auch den Nachschuss von Riesselmann fischt der Magdeburger Keeper weg. Selbst ein Ehrentreffer ist heute offenbar nicht im Eintrittspreis enthalten.


Fazit

Der VfL verliert 0:3 gegen einen 1. FC Magdeburg, der vor allem in der ersten Hälfte erschreckend wenig Widerstand vorfindet. Der VfL steigert sich nach der Pause deutlich, erspielt sich Chancen und hätte ein Tor verdient gehabt. Nur leider beginnt ein Fußballspiel nicht erst nach der Halbzeit. Und wer nach 45 Minuten bereits 0:2 hinten liegt, weil er vorher hauptsächlich interessiert zuschaut, darf sich hinterher nicht wundern, wenn der Gegner irgendwann anfängt, das Ergebnis zu verwalten.

Für den VfL geht es zunächst ohne Pflichtspiel weiter: Am Dienstag, 18. August, tritt der VfL beim SC Spelle-Venhaus an, am Freitag, 21. August, folgt ein Test gegen den TuS Bersenbrück.
Richtig ernst wird es dann am Freitag, 28. August, um 18.30 Uhr beim VfL Bochum.

Danach beginnt an der Bremer Brücke eine Phase mit drei Heimspielen nacheinander:
Mittwoch, 2. September, um 20.45 Uhr kommt der FC Bayern München im DFB-Pokal
Sonntag, 6. September, um 13.30 Uhr gegen Eintracht Braunschweig
Sonntag, 13. September um 13.30 Uhr gegen Hertha BSC.


Zahlen, Daten & Fakten

 

Zuschauer*innen: 15.741, davon 1.500 aus Magdeburg

Tore:
0:1 Nollenberger (24.)
0:2 Nollenberger (35.)
0:3 Iyoha (69.)
0:0 (.)
0:0 (.)

Gelbe Karten:
(66.) Nadjombe
(77.) Faber
(.)

Gelb-Rote Karten:
(.)

Rote Karten:
(.)

VfL Osnabrück
Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Faber, Jacobsen, Wagner, Kammerbauer – Kopacz, Meißner, Badjie
Trainer: Timo Schultz

1. FC Magdeburg
Reimann – Mergner, Müller, Garcia MacNulty – Nadjombe, Michel, Hyryläinen, Nollenberger – Iyoha, Zukowski, Ati
Trainer: Petrik Sander

Schiedsrichter: Justin Hasmann (27) aus Wiebelskirchen




Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 5. September 2009 in 14 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 3-2-9.  Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Gibt es hier erst ab dem 4. Spieltag


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