Rufus Beck feiert mit einer grandiosen Lesung mit den Osnabrücker Bürgern den Friedensschluss von 1648

Die vom Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück und dem Literaturbüro Westniedersachsen auf die Beine gestellte Veranstaltung stand unter dem hoffnungsvollen Titel „So bleibt doch etwas noch … – Miteinander feiern“.

Diesen Titel greift Oberbürgermeisterin Katharina Pötter in ihrer Begrüßungsrede auf und fragt: „Dürfen wir in diesen kriegslastigen Zeiten überhaupt noch feiern? Dürfen wir wie gerade vor den Toren von St. Marien ein Weinfest veranstalten?“ Und leitet dann mit einem deutlichen „Ja“ über zum 30-jährigen Krieg und den am Ende durch Diplomatie errungenen Friedensschluss, zu dem sich alle Kriegsparteien bekennen konnten. Somit sei Hoffnung gegeben, Hoffnung, dass eines Tages die Diplomatie siegen wird.

In diesem Sinne hat Jens Peters, Leiter des Literaturbüros Westniedersachsen eine Kollage mit Texten erstellt, die in drei Kapitel unterteilt ist: 1. Kriegs/Enden (Leiden, Zerstörung, kein Ende in Sicht), 2. Kriegs/Pausen (Unterbrechungen) und zu guter Letzt 3. Friedens/Hoffnung.

Die einzelnen Texte spricht Rufus Beck wunderbar entsprechend ihrem Kotext bis hin zum gesungenen „Kanonengesang“ aus Weills „Dreigroschenoper“, jeweils kongenial unterbrochen durch das virtuose Orgelspiel von Stephan Lutermann.

So wird in Laufe der Lesung aus dem nicht enden wollenden Krieg mit Zitaten aus Schillers „Wallenstein“ (… der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles …) oder Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ (… der Kaiser, die Könige und der Pabst werden ihm beistehen – dem Krieg – …)
die Kriegspause, die Kriegsruhe mit Auszügen aus den „Tagebüchern der Gesandten während der Verhandlungen in Osnabrück von 1643-1648 (… alle betrunken, momentan keine Verhandlungen möglich …), Textauszügen des ukrainischen Autors und Preisträgers des Friedenspreises des deutschen Buchhandels Serhij Zhadan (… tagsüber ist alles wie früher, aber wehe, wenn der Abend kommt …) und natürlich die Beschreibung der „Nacht von Lissabon“ von Remarque
schlussendlich der Frieden/die Hoffnung mit den „Wegmarken – eine Annäherung“ von Hans-Ulrich Heuser (… Frieden ist eine Idee, vielleicht ein Ideal, kann nicht verordnet werden …) bis zu Sigmund von den Birkens „Deutschlands Kriegsbeschluss und Friedenskuss“ (und der Aufforderung … lasset die Streicher aufspielen …) – alle Zitate sinn-, nicht wortgemäß zu den ursprünglichen Texten.

Diese Aufforderung nimmt Organist Stephan Lutermann gerne an und schließt mit einem furiosen „Toccata“ von Georgi Mushel.

Es war eine wunderbare, von der ersten bis zur letzten Minute fesselnde und Mut machende Vorstellung.

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