Verdienstkreuz am Bande für Monika Budke

Eine Brückenbauerin wird geehrt: höchste Auszeichnung für jahrzehntelanges Bürgerengagement

Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens zeichnete die Bundesrepublik Deutschland am schon am 6. August, die langjährige Stadtteilaktivistin Monika Budke aus. Im historischen Friedenssaal des Rathauses überreichte Oberbürgermeisterin Katharina Pötter die von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Auszeichnung und würdigte damit das mehr als dreißigjährige, unermüdliche Engagement der Pädagogin für das Gemeinwohl und ihren Heimatstadtteil Schölerberg.

Im würdevollen Rahmen des historischen Friedenssaals trat eine sichtlich gerührte Monika Budke vor die geladenen Gäste aus Politik, Gesellschaft und Familie. Die Auszeichnung bildete den feierlichen Höhepunkt eines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Lebenswerkes. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter betonte in ihrer Laudatio die vorbildliche Haltung der Geehrten, die stellvertretend für ziviles Anpacken stehe. Monika Budke gehöre zu jenen Persönlichkeiten, die nicht lange nach Zuständigkeiten fragten, sondern schlicht die Ärmel hochkrempelten, wenn Handlungsbedarf bestehe. Stets habe sie dabei die Sache und das Wohl der Gemeinschaft über die eigene Person gestellt und das gesellschaftliche Miteinander in Osnabrück nachhaltig geprägt.


Jahrzehntelanger Einsatz für Quartier, Umwelt und Nachbarschaft

Das Wirken von Monika Budke, die im Volksmund sowie in früheren Würdigungen liebevoll als „Frau Schölerberg“ bezeichnet wurde, erstreckte sich über zahlreiche Handlungsfelder. Als ehemalige Grundschullehrerin und Mutter von vier Kindern richtete sie ihr Hauptaugenmerk stets auf verlässliche Bildungsstrukturen und die Unterstützung von Familien. Bereits in den 2000er-Jahren fungierte sie als engagierte Sprecherin des Runden Tisches Schölerberg/Fledder und wirkte aktiv in der Osnabrücker Kinderkommission mit. Dabei verstand sie sich stets als überparteiliche Brückenbauerin, die auf Augenhöhe zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Politik vermittelte.

Neben den sozialen Belangen bildete der ökologische Schutz ihres Heimatstadtteils einen zentralen Pfeiler ihres Schaffens. Mit regelmäßigen Baumpflanzaktionen für Schulklassen schärfte sie das Bewusstsein junger Menschen für die Umwelt und setzte sich konsequent für den Erhalt des Schölerbergs als nahes Erholungsgebiet ein. Auch im Bereich der nachhaltigen Mobilität plädierte die überzeugte Radfahrerin seit Jahren für verkehrssichere Radwege und eine zukunftsfähige Stadtplanung. Mit der Organisation von Nachbarschaftsfesten, Laternenumzügen und Müllsammelaktionen schuf sie Begegnungsräume, die das Zusammengehörigkeitsgefühl im Quartier maßgeblich stärkten. Bereits im Jahr 2009 zeichnete die Stadt Osnabrück ihr Wirken mit dem renommierten Elisabeth-Siegel-Preis aus.

Demokratie ist nicht nur zum Hingucken und Meckern da, sondern zum Mitmachen.
Monika Budke im Friedenssaal des Rathauses


Zauberhafte posthum gewürdigte Geste und Dank an Weggefährten

In ihrer Dankesrede gewährte Monika Budke den Anwesenden einen persönlichen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Auszeichnung. Ein Schreiben der Niedersächsischen Staatskanzlei im April dieses Jahres habe sie zunächst völlig überrascht. Erst nach genauerer Nachforschung habe sich aufgelöst, wer sie für den Verdienstorden vorgeschlagen hatte: Der im vergangenen November überraschend verstorbene Zauberer und Stadtteilakteur Helmut Kirschner hatte die Nominierung noch zu Lebzeiten auf den Weg gebracht. Budke bezeichnete dieses Wirken über den Tod hinaus als „zauberhafte Geste eines langjährigen Mitstreiters”.

Zugleich stellte die Ordensträgerin klar, dass eine solche Lebensleistung nur durch ein funktionierendes Netzwerk möglich sei. Sie widmete die Ehrung ausdrücklich ihrer Familie, ihren Weggefährten sowie zahlreichen lokalen Partnern – von Sportvereinen über das Gemeinschaftszentrum Ziegenbrink bis hin zur lokalen Geschäftswelt und der städtischen Verwaltung. Auch Oberbürgermeisterin Pötter dankte der Familie der Ausgezeichneten, die den zeitintensiven Einsatz über Jahrzehnte hinweg mitgetragen hatte. Dass sich auch die Kinder Budkes heute ehrenamtlich engagieren, zeige den nachhaltigen Vorbildcharakter ihres Wirkens.


Hintergrund: Ehrenamt als Fundament der Demokratie

Die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande verdeutlicht eindringlich die fundamentale Bedeutung des lokalen Ehrenamtes für eine funktionierende Zivilgesellschaft. In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung bilden Bürgerinnen und Bürger, die Verantwortung auf Quartiersebene übernehmen, den verlässlichen Anker des demokratischen Gemeinwesens. Das Wirken von Monika Budke unterstreicht, dass lebendige Demokratie vor Ort in den Nachbarschaften gelebt wird. Ihr Leitgedanke, dass Demokratie vom aktiven Mitmachen lebe, bleibt ein richtungsweisender Appell an die gesamte Stadtgesellschaft. Weitere Bilder von Toni Theilmeier sind auf seinem Blog zu sehen.

 

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