Drei Viertel: Rente mit 63 soll bleiben
Große Mehrheit: Folgen des Klimawandels werden Deutschland stark schaden
Mainz, 20.08.2026 Im Rahmen ihrer geplanten Rentenreform will die Bundesregierung die sogenannte Rente mit 63 abschaffen. Dies wurde unter anderem von einigen CDU- und SPD-Ministerpräsidenten kritisiert. Auch in der Bevölkerung trifft das Vorhaben der Bundesregierung auf Ablehnung: 75 Prozent der Befragten und unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften sprechen sich gegen die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus, nur ein Fünftel (20 Prozent) findet das richtig (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“).
Projektion: AfD weiter klar vor Union
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU und AfD minimal verlieren (beide minus 1) und kämen auf 22 Prozent bzw. 27 Prozent. Die AfD bliebe damit stärkste Partei. Die SPD erhielte unverändert 12 Prozent, die Grünen würden sich leicht auf 14 Prozent (plus 1) verbessern. Die Linke würde nach wie vor 12 Prozent und die FDP 4 Prozent (beide unverändert) erzielen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 9 Prozent (plus 1), darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte Schwarz-Rot weiter keine Mehrheit.
Top Ten: Merz mit persönlichem Tiefstwert
Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf Platz eins. Er wird auf der Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,3 (hier und im Folgenden Vergleichswert von Ende Juli: 1,5) beurteilt. Es folgen Cem Özdemir mit 0,9 (0,9) und Johann Wadephul mit 0,1 (0,1). Danach kommt – bereits im Negativbereich – Wiedereinsteiger Alexander Dobrindt mit minus 0,4, dann Lars Klingbeil mit minus 0,6 (minus 0,6), Markus Söder ebenfalls mit minus 0,6 (minus 0,6), Bärbel Bas mit minus 0,8 (minus 0,8), Heidi Reichinnek auch mit minus 0,8 (minus 0,8) und Friedrich Merz mit einem neuen persönlichen Negativrekord von minus 1,9 (minus 1,5). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus 2,4).
Rückhalt der Parteivorsitzenden von CDU und SPD
Neben seinem schlechtesten Imagewert und einem neuen Höchstwert bei der Unzufriedenheit mit seiner Arbeit als Kanzler (75 Prozent; zufrieden: 20 Prozent) gibt es auch große Zweifel an dem Rückhalt von Friedrich Merz in den eigenen Reihen: 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der CDU/CSU-Anhänger, sind der Meinung, dass die CDU nicht voll hinter ihrem Parteivorsitzenden steht (ja: 12 Prozent). Aber auch bei den SPD-Parteivorsitzenden sind die Befragten eher skeptisch: Für 53 Prozent bzw. 52 Prozent haben Lars Klingbeil (ja: 28 Prozent) und Bärbel Bas (ja: 22 Prozent) nicht die uneingeschränkte Unterstützung der SPD. Unter den SPD-Anhängern sind ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass ihre Partei nicht voll hinter Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht.
AfD nach den Wahlen in Ostdeutschland
Im September finden in ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen statt. Wenn die AfD danach in einem der ostdeutschen Bundesländer den Ministerpräsidenten stellen würde, fänden das knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten schlecht, darunter 66 Prozent der West- und 53 Prozent der Ostdeutschen. Insgesamt 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten gut und 11 Prozent wäre das egal. Zudem würde es nach Ansicht von 60 Prozent der Befragten zu einer schlechteren Politik in dem Bundesland führen, wenn die AfD dort regieren würde. 17 Prozent erwarten dann eine bessere Politik und ebenfalls 17 Prozent keinen großen Unterschied. Während im Westen 62 Prozent mit einer schlechteren Politik rechnen, sind es im Osten nur 50 Prozent.
Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU
Nach den Landtagswahlen im Osten wird es auch um mögliche Kooperationen der CDU mit AfD oder Linke gehen. Bisher lehnt die CDU eine politische Zusammenarbeit mit beiden Parteien grundsätzlich ab. Während es 61 Prozent der Befragten richtig finden, dass die CDU eine Kooperation mit der AfD ablehnt (nicht richtig: 37 Prozent), befürwortet lediglich rund ein Drittel (34 Prozent) die Abgrenzung zur Linke. 62 Prozent halten das für nicht richtig. Auch in der Unions-Anhängerschaft wird der Unvereinbarkeitsbeschluss differenziert betrachtet, wenn auch etwas weniger deutlich: 72 Prozent der CDU/CSU-Anhänger halten die Brandmauer zur AfD für richtig (nicht richtig: 26 Prozent), aber nur 53 Prozent die zur Linke (nicht richtig: 44 Prozent).
Folgen des Klimawandels: Schäden in Deutschland
Große Einigkeit herrscht bei der Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels: Jeweils deutliche Mehrheiten erwarten, dass die Folgen des Klimawandels der Wirtschaft (69 Prozent; nein: 28 Prozent), der Gesundheit der Menschen (72 Prozent; nein: 26 Prozent) sowie der Natur und Umwelt (81 Prozent; nein: 17 Prozent) in Deutschland stark schaden werden. Diese Ansicht vertreten Mehrheiten in allen Altersgruppen sowie in allen Parteianhängergruppen außer der der AfD.
Maßnahmen zum Hitzeschutz
Beim Thema Hitze glauben lediglich 19 Prozent, dass die Politik ausreichend Maßnahmen ergreifen wird, um auf zukünftige Hitzewellen gut vorbereitet zu sein. 75 Prozent und unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften glauben das nicht.
Einfluss Russlands auf Politik in Deutschland
Russland versucht seit Jahren durch Desinformationen und Geheimdienstaktivitäten Einfluss auf die Politik in Deutschland zu nehmen. Dass das für Deutschland gefährlich ist, meinen mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Befragten. 16 Prozent machen sich diesbezüglich keine Sorgen, darunter mit 48 Prozent besonders viele AfD-Anhänger.













