Friedensschule an der Rolandsmauer feiert Richtfest

Offene Lernlandschaften, Begegnungsräume, Schulgarten und eine Sporthalle mit Dachterrasse

Am Montag feierte die Stadt Osnabrück gemeinsam mit Handwerkern, Planern und Vertretern der Schülergemeinschaft das Richtfest für den Neubau der Friedensschule an der Rolandsmauer. Mit dem vollendeten Rohbau liegt das Großprojekt weiterhin exakt im Zeitplan. Auf rund 13.200 Quadratmetern Brutto-Grundfläche entsteht für rund 59 Millionen Euro ein moderner Schulbau im nachhaltigen Passivhausstandard. Anstelle starrer Klassenzimmer setzt die Architektur auf offene Lernlandschaften, Begegnungsräume, einen Schulgarten sowie eine moderne Sporthalle mit Dachterrasse. Das Gebäude übersetzt die pädagogische Ausrichtung der Schule, die Schülerinnen und Schüler als „Lernpartner“ und Lehrkräfte als „Lernbegleiter“ versteht und im Frontalunterricht ausgedient sieht, in ein räumliches Konzept.

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hob in ihrer Rede hervor, dass die Stadt hier in Zeiten seltener werdender positiver Finanznachrichten eine gewaltige Summe in die Hand nehme. Jeder einzelne Euro sei jedoch richtig investiert, da man nicht in Steine, sondern in die Köpfe der jungen Menschen investiere. Pötter verwies stolz darauf, dass die Friedensschule bereits unter die besten 15 Schulen Deutschlands beim Deutschen Schulpreis gewählt worden sei – und das zu einer Zeit, in der der Unterricht noch in Mobil- und Containerschulklassen stattfand. Sie dankte dem Schulausschuss und dem Rat für das einmütige Handeln sowie allen beteiligten Planern und den Handwerkern auf der Baustelle, die bei herausfordernden Sommertemperaturen hervorragende Arbeit geleistet hätten.

Per Köngeter, Architekt und Partner bei Lankes Köngeter Architekten aus Berlin. Foto: Pascal Grötemeyer

Architekt Per Köngeter betonte in seinem Beitrag die Bedeutung des Richtfests als Moment des Innehaltens und Dankes. Für die Architekten beginne ein solches Projekt mit Zeichnungen, Berechnungen und Plänen, doch erst durch die handwerkliche Umsetzung der Bauleute entstünde daraus reale Architektur. Er wünschte allen Beteiligten, dass auch der nun anstehende Innenausbau ebenso unfallfrei, zügig und erfolgreich verlaufe wie der bisherige Rohbau. Auch Schulleiter Christoph Wiebke drückte seine Vorfreude aus und betonte, wie greifbar die pädagogischen Ideen nun Schicht für Schicht würden. Vertretungen des Lernpartner:innenrats dankten den Bauarbeitern ebenfalls herzlich für ihren Einsatz und überreichten als Geste Lunchboxen an die Handwerker:innen.

Der Neubau fügt sich in ein umfassendes städtisches Gesamtkonzept ein. Während bereits alle Grundschulen zu Ganztagsschulen ausgebaut wurden, werden aktuell die vier Oberschulen der Stadt für rund 200 Millionen Euro saniert. Dem Neubau an der Rolandsmauer gingen zudem umfangreiche archäologische Grabungen voraus, bei denen im November 2023 die Grundmauern des historischen Hünefelder Hofes freigelegt wurden, womit sich Osnabrücker Geschichte und Zukunft an diesem Ort begegneten. Nach Fertigstellung des Rohbaus stehen nun die Fassadenarbeiten und der Innenausbau an. Die geplante Fertigstellung des Gebäudes ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen, der eigentliche Einzug der Schule soll in den Sommerferien 2028 erfolgen.

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