Liebe Os-Kids,
mein Drache Valentin behauptet immer gerne, dass er eine perfekte Spürnase hat. Ein bisschen stimmt das auch, zumindest, wenn es um das Erschnüffeln von Schokolade geht. Doch sobald beispielsweise eine Schranktür im Weg ist oder irgendwo etwas Spannendes passiert, hat Valentins Nase-Kopfverbindung wieder Sendepause und vergessen ist die Suche. So etwas passiert den waschechten Schnüffelnasen Leya und Soka von Tassilo Pöter, einem Trüffelbauern aus Holperdorp, natürlich nicht. Die beiden sind – beziehungsweise haben – nämlich echte Supernasen. Darüber wollten wir unbedingt mehr wissen, so haben wir uns von Tassilo einladen lassen. Wir durften ihn und seine tierischen Mitarbeiter auf einer echten (Boden)Schatzsuche begleiten und Valentin hatte natürlich viele Fragen. Hier kommen sie:
Interview Drache Valentin und Tassilo Pöter von Teuto-Trüffel
Drache Valentin: „Ho ho ho, hallo Tassilo – das hat sich gereimt.“
Tassilo: „Ja, haha, das kommt wohl hin,
gereimt hat das der Valentin.“
Drache Valentin: „Hey, du bist auch ein feiner Reimer! Schön, dass wir da sind!“
Tina: „Ja, hallo und danke für die Einladung!“
Drache Valentin: „Wir wollen deine Schätze sehen!“
Tassilo schmunzelt: „Sehr gerne, kommt doch erstmal rein!“
Wir folgen Tassilo auffällig. Ich staune derweil über die Blütenvielfalt seines hübschen Naturgartens. Ist das schön hier, denke ich und beobachte fleißige Wildbienchen beim Nektarnaschen, während sich der Drache nach anderen, nach „echten“ Schätzen umschaut. Wir nehmen auf der Gartenterrasse Platz. Valentin ist ganz aufgeregt, als Tassilo endlich seine mit einem Tuch abgedeckten Schätze enthüllt.
Drache Valentin: „Hä? Diese schwarzen Dinger sollen echte Schätze sein? Ich dachte, hier gibt es echtiges Gold oder Dinamanten.“
Tassilo: „Du meinst bestimmt Diamanten. Mit einem echten Edelmetall kann man meine Trüffel hier natürlich nicht vergleichen. Aber mit einer Schatzsuche, so, wie du sie kennst, hat hier alles angefangen.“
Tassilo holt eine ganz alte Münze aus seinem Portmonee und erzählt uns, dass er sie in der Nähe seines Hauses im Wald fand. Als sein Sohn, damals noch klein, von diesem Fund erfuhr, wollte der unbedingt auf Schatzsuche gehen, um einen versteckten Goldschatz oder wenigstens auch so eine coole Münze zu finden. Vater und Sohn besorgten sich einen Metalldetektor und suchten viele Male ziemlich viel Gegend ab. Bis auf ein paar Miniminigoldstückchen aus dem Hagener Goldbach fiel die Beute äußerst mager aus. Tassilo wollte etwas nachhelfen und befragte das Internet. Was er dort las, änderte alles. Dort stand: „Das schwarze Gold“ vom Teutoburger Wald. Er wurde neugierig.
Drache Valentin: „Ich bin jetzt auch neugierig. Schwarzes Gold, das hab ich noch nie gehört. Wofür ist das gut?“
Tassilo: „Man nennt diese Trüffel schwarzes Gold, weil sie doch und noch recht selten sind. Ein Trüffel ist ein essbarer Pilz, der unter der Erde wächst.“
Drache Valentin: „Darf ich mal schnüffeln, an den Trüffeln? Hat sich gereimt, hihi.“
Tassilo: „Klar darfst du das.“
Valentin schnüffelt zaghaft und nimmt dann einen ganzen Trüffel in die Drachenschnauze. Flupp, fliegt der wieder raus. „Pfui, das schmeckt ja nach Erde!“
Tassilo: „Valentin, den isst man nicht im Ganzen. Ein Trüffel ist ein Würzpilz.“
Drache Valentin: „Ein Würgpilz, ja, hab ich gemerkt.“
Tassilo schmunzelt: „Nein, Würz, kommt von Würzen oder Gewürz. Der Trüffel bringt Würze an verschiedene Speisen und schafft es in kleinen Mengen ganz viel Geschmack zu erzeugen. Essen ist ja immer Geschmacksache, aber für mich und für viele andere Leute, natürlich auch meine Kunden, ist der Trüffelgeschmack eine Art Sahnehäubchen auf dem Essen.“
Drache Valentin: „Gibt es auch Trüffelschokolade?“
Tassilo: Ja, die gibt es, aber es gibt auch Trüffel-Pralinen. Das sind kleine Schokokugeln mit Füllung, die von außen aussehen wie ein Trüffel. Sie haben aber ansonsten nichts mit dem Pilz zu tun.
Drache Valentin: „Darf man also nicht verschmeckseln. Bei Schoki bin ich der Profi, die schmeck ich raus! Was schmeckt denn alles gut mit deinen Pilz-Trüffeln?“
Tassilo: Boa ganz viel. Spaghetti, Risotto, Baguette, Eier, aber auch Eis und Schokolade.
Drache Valentin: „Trüffel wachsen in der Erde, trotzdem sagst du, du hast Plantagen mit Bäumen. Was denn jetzt? Bäume oder Pilze?“
Tassilo: Ja also beides. Wir haben Bäume und Pilze. Ohne Baum keine Trüffel. Der Trüffelpilz ist auf den Baum angewiesen und bekommt von ihm zum Beispiel Zucker oder auch Kohlenhydrate. Der Baum bekommt wiederum vom Trüffel Wasser und Mineralien geliefert. Also für Beide super.
Drache Valentin: „Ach so, die gehören zusammen, genauso wie Familien. Manche gibt es schon ganz lange und bei manchen kommen neue Familienmitglieder dazu und wenn sich alle gut vertragen, dann ist das für alle toll und bei dir gibt es dann einen guten Ernte-Vertrag. Von vertragen, verstehst du?“
Tassilo: „Ernte-Ertrag nennt sich das dann, aber das hast du prima gut abgeleitet.“
Drache Valentin: „Wie groß war dein allergrößter Trüffel?“
Tassilo: „Der war riesengroß, ich würde sagen ungefähr so groß wie eine Kokosnuss. 630g war sein Gewicht und das ist für ein Trüffel schon verdammt groß.“
Drache Valentin: „Ui, das ist groß!“
Tassilo: „Ja. Normalerweise sind die eher so groß wie ein Tischtennisball oder eine Walnuss.“
Drache Valentin: „Darf jeder einfach so Trüffel suchen gehen?“
Tassilo: „Man darf in Deutschland die Trüffel suchen gehen, die man vorher auch mit einem Baum gepflanzt hat. Bei uns in den Wäldern gibt es auch Trüffel, aber die sind geschützt und dürfen nicht gesammelt werden.“
Drache Valentin: „Hast du jetzt eigentlich die Supernase oder wie findest du die Pilze unter der Erde?“
Tassilo: „Nein, das machen doch unsere Leya und Soka. Das sind mega gute Trüffelsuchhunde.“
Drache Valentin: „Hallo Leya und hallo Soka, ihr seid ja nicht nur schnüffelig, sondern auch sehr schnuffelig und fast so niedlich wie ich. Können die von Natur aus Trüffel schnüffeln oder müsst ihr das trainieren?“
Tassilo: „Eigentlich kann jeder Hund Trüffel suchen, aber wir Menschen bringen ihnen bei nicht in der Erde zu wühlen und überall rumzuschnüffeln. Damit sie zu einem spitzen Trüffelhund werden, trainieren wir das jeden Tag und für unsere Hunde ist es das schönste Spiel der Welt.“
Drache Valentin: „Kann ich das auch lernen?“
Tassilo: „Haha, bei deiner großen Nase kannst du das bestimmt besonders gut. Wenn du magst, könntest du uns ja mal bei einer unserer Veranstaltung besuchen. Wir gehen immer wieder mit interessierten Leuten auf die Trüffelsuche auf unseren Anbauflächen.“
Drache Valentin: „Wenn das für kleine Drachen geeignet ist, dann doch auch für Kinder, stimmt‘s?“
Tassilo: „Na klar! Kinder sind bei uns immer willkommen, auch wenn die meisten Gäste schon älter sind.“
Drache Valentin: „Gut, da machen wir mal mit, oder Tina?“
Tina: „Auf jeden Fall!“
Tassilo: „Ich habe hier auch eine kleine Plantage gepflanzt, die zeige ich euch gerne. Wenn ihr wollt, könnt ihr dann auch gleich mal meine Gewächshäuser sehen.“
Drache Valentin: „Au ja.“
Der Drache und ich folgen Tassilo durch eine kleine Gartenpforte, auf der dortigen Fläche stehen mehrere Gewächshäuser. Nachdem Valentin eine saftig-rote Tomate verkostet hat, gehen wir an den mit leckerem Gemüse für die hauseigene Vitaminversorgung der Pöters vorbei. Dann betreten wir das erste Baum-Trüffel-Gewächshaus.
Drache Valentin: „Ui. Ich spüre schon, wie ich wachse. Schau mal, Tassilo, ich bin doch schon zweizig Millimeter größer, oder?“
Tassilo: „Ich fürchte, um da einen Unterschied zu merken, müsstest du hier ziemlich lange bleiben und das wäre dann wohl doch etwas langweilig für dich. Aber für die kleinen Bäumchen hier mit den feinen Pilzsporen an den Wurzeln ist es genau richtig. Schau mal, hier habe ich ein Mikroskop. Die Pilzsporen sind zu klein, um sie mit bloßem Auge zu erkennen. Magst du mal hineinschauen?“
Drache Valentin: „Na klar! Ich bin doch ein forscher Forscher!“
Nachdem sich Valentin „forscherich“ gewissenhaft die Pilzsporen angeschaut hat, geht’s weiter zur ersten echten Trüffelplantage ganz in der Nähe. Tassilo erzählt uns, dass nur bestimmte Baumarten eine Symbiose mit Trüffeln eingehen und umgekehrt. Eine Symbiose ist so eine Art Verbindung, bei der beide Seiten profitieren, also etwas dazugewinnen. Die Plantage, auf der wir uns nun befinden, ist erst vor zwei Jahren gepflanzt worden, deswegen dauert es hier noch etwas, bevor geerntet werden kann. „Dann ist das hier ein Trüffelbaumkindergarten.“, stellt Valentin für sich fest. „Könnte man so sagen“, gibt Tassilo ihm recht. Die beiden Hunde Leya und Soka sind mitgekommen und zeigen uns hier trotzdem schon, wie und wo am besten herumgeschnüffelt wird. Der Drache schnüffelt ihnen hinterher und hat mächtig Spaß. Zu guter Letzt zeigt uns Tassilo das Trüffelinfohäuschen. Die kleine, von Familie Pöter selbstgebaute Holzhütte steht an der Straße in Holperdorf und ist für alle Interessierten jederzeit zugänglich. Hier gibt es allerhand Bilder, Infos zu den Trüffeln und sogar kleine Mitmachrätsel. An der liebevollen Gestaltung der Infohütte und an der Begeisterung, die bei Tassilos Erzählungen mitschwingt, erkennt jeder, dass da jemand nicht nur die Bestimmung von Pilzen, sondern auch seine ganz eigene gefunden hat. Unsere Zeit war dann leider schon rum und so haben wir uns verabschiedet.
Drache Valentin: Danke, Tassilo, das war toll bei dir. Aber bevor wir losdüsen, hab ich noch eine Idee für euer Häuschen, einen Zungenbrecher:
Wenn wuffige schnuffige Trüffelschnüffler nach Trüffeln schnüffeln, erschnüffeln schnuffige wuffige Trüfelschnüffler Trüffel. (dreimal ganz schnell sagen)
Tassilo: Den muss ich gleich mal probieren, danke!
Tina: Danke für deine Zeit!
Tassilo: Schön, dass ihr wart!
Mehr Infos über Tassilo und seine Trüffel findet ihr hier auf dieser Webseite:
www.teutotrueffel.de
Liebe Os-Kids,
ich wünsche euch eine schnuffelig schöne und genussvolle Woche!
Eure Tina Birgitta Lauffer















