Sascha Maria Icks brilliert als „Orlando” im emma-theater

Auch im emma-theater ist die neue Spielzeit angebrochen und lässt Sascha Maria Icks in einem Solopart als Orlando nach dem Roman von Viriginia Woolf über die Bühne fegen.

Orlando – im Roman von Virginia Woolf als Biografie nach einer ihr bekannten Person angelegt –  wandert durch die Jahrhunderte vom Elisabethanischen Zeitalter bis 1928, dem Jahr in dem das Buch erscheint.

Zuschauerraum und die Bühne sind für dieses Stück anders aufgeteilt: Die Bühne ist der Mittelpunkt, drumherum ein Laufsteg und ganz am Rand die Zuschauertribünen in Hufeisenform.

Sascha Maria Icks als Orlando wechselt im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Kleidung und Frisur und sogar nach einem tagelangen Schlaf das Geschlecht. Orlandos Leben ist ein Leben zwischen Reise und Ankommen, wieder Aufbrechen und Entspannung, zwischen Aufbegehren gegen die Gesellschaftsnormen und auch Langeweile.

Einzig, so scheint es, der Wille ein Gedicht (The Oak Tree) zu schreiben, zieht sich durch die Jahre und Veränderungen. Das sich an den Sekretär setzen, um über Worte zu sinnieren, wird Anker der Geschichte.

Und so kann man Orlando dabei zuschauen, wie er / sie auf der zugefrorenen Themse Schlittschuh läuft, wie er die Weite der Wüste genießt, per Schiff nach Konstantinopel fährt, ja sogar heiratet.

Das Stück heißt aber nicht umsonst „Orlando – A Musical Journey“. Endlich einmal darf Sascha Maria Icks ihre schöne Singstimme in allen Facetten ausspielen. Passend zu den Schauspiel-Partien und perfekt untermalt von Multi-Instrumentalist Jan-Sebastian Weichsel wird die Spielsituation immer wieder von bekannten Musikstücken begleitet (z. B. „I am what I am“ von Gloria Gaynor).

Das Premierenpublikum belohnte die tolle, launige Aufführung mit langanhaltendem Applaus und ging mit Sicherheit gut gelaunt in die Nacht hinaus.

Dennoch, ein kleiner Wermutstropfen blieb: Wer den Roman von Virginia Woolf nicht kannte, und/oder nicht die Zeit hatte, sich die Einführung auf der Internetseite des Theaters Osnabrück anzuhören, fragte sich durchaus „Wieso, weshalb, warum?“ Es hätte vielleicht gut getan, das Stück zu beginnen mit „Dies ist die Geschichte von Orlando …“.

Infos (auch die Audio-Einführung) und Tickets gibt’s hier: www.theater-osnabrueck.de/

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