Nach einer halben Stunde gepflegter Langeweile drehte der VfL mächtig auf und besiegte ein zunehmend überfordertes Greuther Fürth hochverdient mit 3:0. Ein überragender Kyereh sowie Meißner und Badjie sorgten für die Tore und beste Stimmung an der Bremer Brücke. Die Gäste halfen mit haarsträubenden Fehlern kräftig mit. Drei Tore, drei Punkte und endlich wieder ein Grund zum Feiern – so darf es gerne weitergehen!
Am kommenden Samstag, dem 31. Oktober, muss der VfL um 13 Uhr beim VfL Wolfsburg antreten. Eine Woche später, am Samstag, 7. November, empfängt Osnabrück um 13 Uhr den 1. FC Kaiserslautern an der Bremer Brücke.
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Vor dem Spiel
Nach der 1:2-Niederlage in Bielefeld will der VfL heute gegen Greuther Fürth punkten – mit einer überraschenden Startelf:
Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Münst, Gomez – Beck, Kyereh, Meißner
Erwartet werden heute 14.000 Zuschauer:innen, davon 300 aus Fürth.
Beginn
Schiedsrichter Justin Hasmann (27) aus Wiebelskirchen pfeift bei gerade einmal 12 Grad und nasskaltem Wetter an. Der VfL hat Anstoß und spielt zunächst in Richtung Westkurve, eine seltene Konstellation.
Der Ball rollt. Fürth versucht sich an einem Angriff, doch nach Jordans Ballannahme ist auch schon wieder Schluss. Fußball kann manchmal erschreckend kurzweilig sein. Fehlpässe hüben wie drüben. Der Ball findet die Seitenlinie bislang zuverlässiger als die Mitspieler. Das nennt sich vermutlich gegenseitige Neutralisierung.
Der VfL presst früh und hoch, Fürth wackelt, fällt aber nicht. Viel Aufwand, wenig Ertrag. Die klassische Beschäftigungstherapie für optimistische Fußballfreunde.
Fürths Pohlmann versucht es mit einer direkt aufs Tor gezogenen Ecke. Der Ball landet auf dem Tordach. Wer großzügig ist, verbucht das als Torschuss. Wer Fußball sehen möchte, wartet weiter.Nach einer Viertelstunde noch immer kein ernst zu nehmender Torschuss. Die Fans singen trotzdem unverdrossen. Irgendjemand muss schließlich für Unterhaltung sorgen.
Nach einer Viertelstunde …
… ändert sich erstmal wenig, bei Mannschaften neutralisieren sich im Mittelfeld.
Nach einem Ballverlust von Jacobsen versucht es Appelkamp aus gut 23 Metern volley, doch gleich zwei Osnabrücker stehen im Weg. Krumrey und sein Fürther Kollege Hellstern können ihre Handschuhe weiterhin schonen.
Aber wie aus dem Nichts erwacht der VfL! Kammerbauer startet einen sehenswerten Konter über rechts und bedient Gomez mustergültig im Strafraum. Der legt noch einmal quer auf den besser postierten Münst, der den Ball aus bester Position an den rechten Pfosten setzt. Zentimeter fehlen zur Führung! Nach 24 Minuten endlich richtiger Fußball – und beinahe ein richtig schönes Tor. Die Bremer Brücke ist jedenfalls wieder wach.
Der VfL hat offenbar Gefallen am gegnerischen Strafraum gefunden. Ein Fürther Fehlpass landet bei Gomez, dessen gefühlvolle Hereingabe Itter gerade noch zur Ecke klären kann. Kammerbauer holt sich wenig später für ein taktisches Foul an Appelkamp die Gelbe Karte ab. Immerhin eine Aktion, bei der der Schiedsrichter keinerlei Interpretationsspielraum benötigt.
Das Spiel pendelt sich wieder im Mittelfeld ein, ehe Klaus mit einem Steilpass Jordan in Szene setzen will. Der Ball ist allerdings schneller als sein Adressat, Krumrey rechtzeitig zur Stelle.
Und dann schlägt der VfL zu! Fürth steht weit aufgerückt, verliert den Ball und Gomez schaltet blitzschnell. Über Meißner gelangt die Kugel zu Kyereh, der plötzlich freie Bahn hat, seinem Verfolger Heuer auf 30 Metern keine Chance lässt und vor Hellstern eiskalt zum 1:0 einschiebt. Ein wunderbarer Konter und ein Einstand nach Maß für den überraschend aufgebotenen Startelf-Debütanten.
Und kaum haben sich die Fürther von diesem Schock erholt, steht es 2:0! Will verliert nach einem Abstoß direkt am eigenen Strafraum den Ball an Jacobsen, Kyereh legt gemütlich quer und Meißner schiebt ins verwaiste Tor ein. Zwei Treffer innerhalb von zwei Minuten! Fürth verteilt Geschenke, als wäre bereits Weihnachten, und der VfL bedankt sich artig. Die Bremer Brücke bebt.
Fürth versucht nach dem Osnabrücker Doppelschlag, die eigene Ordnung wiederzufinden. Was angesichts der vorangegangenen zwei Minuten durchaus als anspruchsvolles Unterfangen gelten darf.
Kurz vor der Pause meldet sich das Kleeblatt immerhin offensiv zurück. Klaus leitet einen Angriff ein, über Pohlmann gelangt der Ball zu Jordan, dessen Schuss im Fallen jedoch geblockt wird. Die anschließende Ecke wird sogar gefährlich, als Dehm aus dem Rückraum völlig unbedrängt abziehen darf. Sein Vollspannschuss trifft allerdings nur die Werbebande. Die übersteht den Einschlag unbeschadet.
Halbzeitfazit:
Der VfL führt mit 2:0, und das nach einer ersten halben Stunde, in der sich gepflegte Langeweile und fußballerische Unzulänglichkeiten noch ein enges Rennen geliefert hatten. Dann traf Münst den Pfosten, Kyereh ins Tor und Meißner gleich hinterher. Die Bremer Brücke hat nach zähem Beginn doch noch reichlich Grund zur Freude. Noch ist hier nichts entschieden.
Der VfL wechselt zur zweiten Hälfte …
… und für den gelbbelasteten Patrick Kammerbauer kommt Konrad Faber ins Spiel.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einem Paukenschlag des VfL, der offenbar beschlossen hat, die Fürther gar nicht erst wieder ins Spiel kommen zu lassen. Kyereh zwingt Hellstern mit einem tückischen Aufsetzer zu einer Glanzparade, kurz darauf fischt der Fürther Schlussmann auch noch einen präzisen Kopfball von Jacobsen aus dem Winkel.
Fürth scheint gedanklich noch beim Pausentee zu sitzen. Münst wird in letzter Sekunde am Einschieben gehindert, ehe Kyereh nach einer Ecke den Ball volley an die Latte hämmert. Nach Münsts Pfostentreffer vor der Pause fehlt dem VfL damit nur noch das Aluminium auf der anderen Seite zur vollständigen Sammlung. Das längst mögliche 3:0 bleibt aus, Fürth darf weiter hoffen.
Kyereh versucht es anschließend mit einem Hackentrick, den die Gäste allerdings durch die ausgesprochen humorlose Maßnahme eines rechtzeitigen Dazwischengehens vereiteln.
Der VfL hält den Druck aufrecht, Faber darf gleich zweimal von rechts flanken, doch beide Hereingaben werden geklärt. Die Osnabrücker bleiben am Drücker, während Fürth weiterhin nach einer überzeugenden Begründung sucht, warum man hier eigentlich noch einmal zurückkommen sollte.
Nach 60 Minuten …
ziegt Fürth inzwischen immerhin Ansätze von Gegenwehr, rückt höher auf und versucht es zunehmend mit langen Bällen. Das schafft allerdings auch Räume für Osnabrücker Konter. Die Gäste müssen schließlich etwas riskieren, wenn sie nicht bloß als freundliche Punktelieferanten in Erinnerung bleiben wollen.
Nach 67 Minuten hat Kyereh Feierabend. Der überraschende Startelf-Debütant verabschiedet sich mit einem Tor, einer Vorlage und einer Leistung, die seine Aufstellung mehr als rechtfertigt und in dessen Umfeld auch Meißner aufblühte.
Badjie kommt für Kyereh.
Krumrey darf sich zwischendurch auch einmal am Spiel beteiligen und einen langen Ball sicher aufnehmen. Viel mehr Arbeit hat der Osnabrücker Schlussmann bislang nicht. Auf der Gegenseite wird es dagegen wieder gefährlich: Badjie schickt Faber über den Flügel, dessen Rückpass Meißner in bester Position erreicht. Doch statt den Ball platziert einzuschieben, schießt der VfL-Stürmer Hellstern praktisch in die Arme. Eine großzügig vergebene Einladung zum 3:0.
Aber dann macht Badjie den Deckel drauf! Fürths Wallentowitz versucht sich als letzter Mann an einem langen Ball, trifft dabei allerdings den heranstürmenden Badjie. Der bedankt sich für die freundliche Unterstützung, sprintet seinem Bewacher davon und schiebt die Kugel durch Hellsterns Beine zum 3:0 ins Netz. Wieder ein Fürther Geschenk …
Timo Schultz nutzt die komfortable Führung für weitere Wechsel: Janotta und Riesselmann ersetzen Müller und Münst. Die Bremer Brücke feiert derweil einen VfL, der nach einer ziemlich trostlosen Anfangsphase plötzlich Fußball spielt, als hätte jemand den Schalter umgelegt.
Fürth ist inzwischen vor allem damit beschäftigt, eine noch höhere Niederlage zu verhindern. Dass es nicht längst 4:0 oder 5:0 steht, liegt hauptsächlich an Hellstern, der gegen Riesselmann glänzend pariert. Der junge Schlussmann ist heute der einzige Fürther, der sich seinen Feierabend redlich verdient hat.
Auf der Gegenseite muss dann tatsächlich auch Krumrey einmal ernsthaft arbeiten. Klaus zieht überraschend ab, doch der VfL-Keeper lenkt den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte. Immerhin der Beweis, dass er während der vergangenen 85 Minuten nicht eingeschlafen ist.
Kurz darauf bietet sich dem VfL die nächste Großchance. Fürth steht wieder einmal viel zu hoch, Faber läuft völlig frei auf Hellstern zu, entscheidet sich aber für den Querpass auf Riesselmann. Will grätscht dazwischen und befördert den Ball beinahe ins eigene Tor. Hellstern rettet mit dem Fuß. Selbst Fürths Rettungsversuche entwickeln inzwischen Torgefahr – allerdings bevorzugt vor dem eigenen Kasten.
Kurz vor Schluss kommt Wagner für Jacobsen. Der VfL steuert einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg entgegen, während die Gäste vermutlich nur noch wissen möchten, wann dieser ausgesprochen unerfreuliche Betriebsausflug endlich endet, zu dem sich zu allem Überfluss seit einigen Minuten ein heftiges Gewitter gesellt hat.
Fazit:
Nach einer halben Stunde gepflegter Langeweile drehte der VfL mächtig auf und besiegte ein zunehmend überfordertes Greuther Fürth hochverdient mit 3:0. Ein überragender Kyereh sowie Meißner und Badjie sorgten für die Tore und beste Stimmung an der Bremer Brücke. Die Gäste halfen mit haarsträubenden Fehlern kräftig mit. Drei Tore, drei Punkte und endlich wieder ein Grund zum Feiern – so darf es gerne weitergehen!
Am kommenden Samstag, dem 31. Oktober, muss der VfL um 13 Uhr beim VfL Wolfsburg antreten. Eine Woche später, am Samstag, 7. November, empfängt Osnabrück um 13 Uhr den 1. FC Kaiserslautern an der Bremer Brücke.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 14.080, davon 300 aus Fürth
Tore:
1:0 Kyereh (37.)
2:0 Meißner (39.)
3:0 Badjie (75.)
Gelbe Karten:
(30.) Kammerbauer
Rote Karten:
(.)
Rote Karten:
(.)
VfL Osnabrück:
Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Münst, Gomez – Beck, Kyereh, Meißner
Trainer: Timo Schultz
SpVgg Fürth:
Hellstern – Dehm, Heuer, Blank, Itter – Bansé, Will – Klaus, Appelkamp, Pohlmann – Jordan
Trainer: Heiko Vogel
Schiedsrichter: Justin Hasmann(27) aus Wiebelskirchen
Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 3. Oktober 1981 in 21 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 6-5-10. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.
Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,30 auf Platz 5 und die SpVgg Fürth (3,31) auf Platz 6. Tatsächlich spielt der VfL als 11. der 2. Bundesliga gegen den 10. des 8. Spieltags.
Ergebnisse und Tabelle der 2. Bundesliga














