Der 9. Spieltag der 2. Bundesliga wurde am Sonntag mit drei Kellerduellen abgeschlossen. Viele Fußballfreunde erwarteten daher auch ein eher zähes Spiel zwischen dem VfL Osnabrück und den vor der Partie um einen Zähler besser postierten Kleeblättern aus Fürth.
Doch nach 90 Minuten und einem Gewitterschauer gingen 14.000 VfL-Fans mit strahlenden Gesichtern nach Hause.Der VfL bezwang eine fehleranfällige Fürther Elf hochverdient mit 3:0 – und hätte die Spielvereinigung nicht mit dem 19 Jahre alten Florian Hellstern eines der größten deutschen Torwarttalente auf dem Platz gehabt, hätte die Partie gar in einem Kantersieg enden können.
Aber der Reihe nach: Der VfL, der zuletzt mit einer schwachen Leistung auf der Bielefelder Alm alles andere als überzeugend wirkte, war von Beginn an gut im Spiel, was auch an einigen taktischen wie personellen Veränderungen lag.
Die wohl auffälligste war die Startelfpremiere des Mannes mit der Rückennummer 7, der heute aus einer klasse spielenden Mannschaft herausragte und eine schwache Spielphase nach 37 Minuten mit einem blitzartigen Antritt zum 1:0-Führungstreffer beendete: Daniel Kofi Kyereh.
Über Kofi ist bereits vieles geschrieben worden. Timo Schultz und er kennen sich aus gemeinsamen Zeiten am Millerntor, wo der ghanaische Nationalspieler zu einem Topscorer in der 2. Bundesliga reifte und schlussendlich sogar in der ersten Liga beim SC Freiburg landete.
2023 stoppte ihn ein Kreuzbandriss, und Kofis Karriere schien beendet. Der VfL ging im Sommer ein gewisses Risiko ein, DKK unter Vertrag zu nehmen, doch inzwischen zeigt sich, dass sich dieses Risiko auszahlen könnte: Kofi war von Beginn an ein Aktivposten, eine perfekte Anspielstation im Zentrum, ein noch besserer Ballverteiler und zeigte während seiner gesamten Einsatzzeit am heutigen Nachmittag, was für ein Unterschiedsspieler er sein kann.
In der 37. Minute vertändelte der gebürtige Osnabrücker Felix Klaus den Ball an Robin Meißner, der gedankenschnell auf Kofi ablegte. Schneller als die Blitze des Gewitterschauers in Hälfte zwei sprintete Kofi 40 Meter durch die verwaiste Fürther Hälfte zum 1:0. Ein Jubelschrei, lauter als jeder Donner, ertönte an der Bremer Brücke.
Und nur drei Minuten später war es wieder Kofi, der den völlig von der Rolle agierenden Franken im eigenen Sechzehner den Ball abluchste und Robin Meißner perfekt zum 2:0 bediente.
Bis zu seiner Auswechslung in Minute 67 blieb Kofi ein ständiger Gefahrenherd, den die Gäste zu keinem Zeitpunkt im Spiel in den Griff bekamen. Mehrere Großchancen gingen von ihm aus, die größte wohl in der 48. Minute, als sein Volleyschuss wie aus dem Bilderbuch leider nur die Latte traf.
Mit Sonderapplaus wurde Kofis Startelfpremiere bei seiner Auswechslung goutiert. Der für ihn ins Spiel gekommene Isy Badjie zeigte mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand in der 75. Minute, dass auch er seine kleine Formkrise überwunden hat.
Es schüttete an der Bremer Brücke wie aus Eimern, es blitzte und donnerte, aber der VfL spielte wie aus einem Guss. So muss es sich einst für Werner Biskup im Jahr 1980 bei einem ähnlichen spektakulären 3:0-Sieg und gleichen Witterungsbedingungen angefühlt haben, als jenes ikonische Foto vom am Spielfeldrand knienden Biskup im Regen entstand.
Der VfL tat heute etwas für die Osnabrücker Fußballseele und begeisterte mit einer grandiosen Mannschaftsleistung die Bremer Brücke.
Wir gratulieren dem aus einer Supermannschaft herausragenden Daniel Kofi Kyereh zum zweiten Saisontreffer und zu seiner ersten Auszeichnung zum „Löwenpudel of the Match“!














