Jeannette Simone Blanke als Nachfolgerin begrüßt
Nach fast einem Jahrzehnt an der Spitze des Vorstandsbereichs für Bildung, Schule, Kultur, Sport, Kinder, Jugendliche und Familien ist der Erste Stadtrat Wolfgang Beckermann am Montag, 26. Oktober, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Zugleich hieß die Stadt Osnabrück im Friedenssaal des historischen Rathauses seine Nachfolgerin willkommen: Jeannette Simone Blanke, deren Amtszeit als Erste Stadträtin und allgemeine Vertreterin der Oberbürgermeisterin am 1. November beginnt.
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter würdigte die Verdienste von Wolfgang Beckermann, der seit 2017 Mitglied des Verwaltungsvorstandes und seit 2019 Erster Stadtrat der Friedensstadt war. In seiner Amtszeit seien zentrale Meilensteine erreicht worden – vom massiven Ausbau der Ganztags- und Kitaplätze über Schulbauprojekte bis hin zur nachhaltigen Sicherung des Theaters Osnabrück, der Planung eines Museumsdepots sowie der Unterstützung des Breitensports. Pötter hob insbesondere Beckermanns Gespür für institutionelle Würde, seine Verwaltungskompetenz und seine Leidenschaft für Kunst und Kultur hervor: „Kultur war für dich nie bloß ein Haushaltsposten, sondern ein unverzichtbarer Kern unseres gesellschaftlichen Lebens.“
Beckermann: „Verwaltung ist für Menschen da“
In seiner Abschiedsrede betonte Wolfgang Beckermann sein Selbstverständnis als „Kommunaler“ aus Leidenschaft: „Was mich über all die Jahre getragen hat, war die Überzeugung, dass Verwaltung für Menschen da ist: nicht für Verfahren um ihrer selbst willen, sondern dafür, dass das Zusammenleben gelingt.“ Trotz großer Erfolge und massiver Investitionen zog er mit Blick auf die Bildungsgerechtigkeit auch eine nachdenkliche Bilanz: Die Chancen junger Menschen hingen in Osnabrück – wie überall in Deutschland – nach wie vor zu stark von der sozialen Herkunft ab. Beckermann appellierte daran, Kultur, Bildung und Sport auch in finanziell schwierigen Zeiten als elementare Säulen der Demokratie und als geistige Infrastruktur zu begreifen und nicht als verzichtbare Aufgaben, die man sich nur in guten Zeiten leistet. Dem Rat sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dankte er für die lösungsorientierte und offene Zusammenarbeit.
Jeannette Simone Blanke bringt breite Erfahrung mit
Mit Jeannette Simone Blanke übernimmt ab 1. November eine versierte Verwaltungsexpertin das anspruchsvolle Dezernat. Die 52-jährige langjährige Kommunalbeamtin war im März vom Rat der Stadt mit breiter Mehrheit für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt worden; sie hatte sich zuvor in einem anspruchsvollen Auswahlverfahren gegen 67 Mitbewerberinnen und Mitbewerber aus ganz Deutschland durchgesetzt. Blanke war über 25 Jahre in unterschiedlichsten Führungsfunktionen der Landeshauptstadt Hannover tätig – unter anderem als Büroleiterin der Oberbürgermeister Stephan Weil und Belit Onay. Zuletzt wirkte sie fünf Jahre als Beigeordnete beim Niedersächsischen Landkreistag.
„Sie kennen den kommunalen Maschinenraum ebenso wie die politische Schaltzentrale und bringen genau das Profil, die Erfahrung und die Energie mit, die eine moderne Großstadt im Verwaltungsvorstand braucht“, betonte Oberbürgermeisterin Pötter bei der Begrüßung. Sie ermutigte Blanke, in Osnabrück ihre eigene Handschrift einzubringen und eigene Akzente zu setzen.
Zusammenhalt, Bildung und gelebte Demokratie als Prioritäten
Jeannette Simone Blanke bedankte sich für das Vertrauen von Rat und Verwaltung. Für sie seien ihre Zuständigkeitsbereiche Bildung, Kultur und Sport miteinander verbunden: „All diese Bereiche stehen für mich nebeneinander und miteinander – und nicht gegeneinander. Es gibt nichts Wichtigeres als Kinder und junge Menschen. Es braucht Kultur, Bildung und Sport, um diese Menschen zu Persönlichkeiten zu formen, die später zur Gesellschaft beitragen.“
Angesichts knapper Kassen und eng gesteckter Spielräume zeigte sich Blanke trotzdem zuversichtlich. Aus ihrer langen Erfahrung im öffentlichen Dienst wisse sie, dass gerade unter finanziellem Druck oft die besten, kreativsten Lösungen entstünden. Sie freue sich nun auf den Arbeitsstart am kommenden Montag und die Zusammenarbeit für die Bürgerinnen und Bürger Osnabrücks.













