Streik oder Akzeptanz? Am 5. April geht es weiter
Kommt es im öffentlichen Dienst zum ganz großen Streik – oder findet der vorgelegte Schlichter-Vorschlag eine Akzeptanz? Auch in der Region Osnabrück debattieren Kolleginnen und Kollegen derzeit über Zustimmung und Ablehnung.
Hintergrund: Die Schlichter für den öffentlichen Dienst haben eine Einigungsempfehlung vorgelegt. Diese Empfehlung ist jedoch kein Tarifergebnis – darüber wird erst am 5. April verhandelt. Es ist daher entscheidend, dass wir uns jetzt austauschen und eine gemeinsame Position entwickeln: Ist dieser Kompromiss tragbar, oder müssen wir uns auf weitere Streiks vorbereiten?
Die zentralen Punkte der Schlichtungsempfehlung
- Entgelterhöhungen: Ab dem 1. April 2025 Erhöhung um 3 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro.
- Ab dem 1. Mai 2026 weitere Erhöhung um 2,8 Prozent.
- Ausbildungsvergütung: Ab dem 1. April 2025 Erhöhung um 75 Euro. Ab dem 1. Mai 2026 um weitere 75 Euro.
- Jahressonderzahlung: Erhöhung der Jahressonderzahlung ab 2026 für alle Entgeltgruppen auf 85 Prozent.
- Ein Teil der Sonderzahlung kann in bis zu drei freie Tage umgewandelt werden.
- Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind von dieser Regelung ausgenommen. Für sie soll die Jahressonderzahlung stattdessen auf 90 Prozent erhöht werden.
- Arbeitszeit: Ab 2026 soll es die Möglichkeit geben, die wöchentliche Arbeitszeit für bis zu 18 Monate auf bis zu 42 Stunden zu verlängern, wenn sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte zustimmen.
- Zulagen: Die Zulage für Schichtarbeit soll ab dem 1. Juli 2025 auf 100 Euro erhöht werden. Die Zulage für Wechselschichtarbeit soll auf 250 Euro steigen.
- Eingruppierungen: Überarbeitung der Eingruppierung für Hebammen (P11).
- Laufzeit: Die vorgeschlagene Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 27 Monate, vom 1. Januar 2025 bis Ende März 2027.
- Weitere Regelungen: Ab 2027 soll es für alle einen zusätzlichen Urlaubstag geben
Diskussion über das weitere Vorgehen
Die Arbeitgeberseite, so der ver.di-Einruck, habe in dieser Tarifrunde bislang klar gezeigt, dass es nicht um Gerechtigkeit gehe, sondern um Kräfteverhältnisse. Und: Viele kommunale Arbeitgeber lehnen die Schlichtungsempfehlung offenbar ab und spekulieren darauf, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, für mehr zu kämpfen.