Stimmungsvoll für Herz und Füße

Laufbuch-Lesung im Bramscher Tuchmacher Museum

„Das war doch ein gelungener Abend“, resümierte Kerstin Schumann als gastgebende Leiterin des Bramscher Tuchmacher Museums eine facettenreiche Literaturlesung, die sich mit dem Laufen ebenso wie mit dem Helfen zugunsten von Menschen in Notlagen befasste. „Herz auf Füßen“ ist das Lesebuch betitelt, aus dem im Saal des Museums verschiedene Autorinnen und Autorinnen eigene, oft sehr persönlich verfasste Beiträge zu Gehör brachten. Publiziert worden ist das Buch vom Geest-Verlag.

Die beiden Herausgeber Lutz Hethey und Heiko Schulze hatten rund 40 Läuferinnen und Läufern dafür gewinnen können, mit ihnen einen Sammelband zu gestalten, der Laufen nicht nur als körperliche und mentale Herausforderung deutlich macht, sondern dies auch mit sozialem Engagement und Mitmenschlichkeit verbindet. Herausgekommen ist ein facettenreicher Band, der eine bunte Mischung aus Erlebnisberichten, Reiseberichten, Trainingstipps bis hin zu Gedichten präsentiert. Der Erlös aus Buch und Lesungen kommt komplett der internationalen Hilfsorganisation „HelpAge“ zugute, die mit dem Spendengeld humanitäre Projekte zugunsten älterer Menschen in Afrika finanziert.


„Mitmenschlichkeit und Ressourcenschutz“

Schirmherr und Bürgermeister Heiner Pahlmann, selbst aktiver Läufer, nutzte sein Grußwort, um kurz und knapp auf den hohen Stellenwert des Buches hinzuweisen: „Es geht um Dinge, die Läuferinnen und Läufer weltweit erleben, es geht den Wert von sportlicher Betätigung, aber ebenso um Mitmenschlichkeit, um Ressourcenschutz, kurzum: um viele Themen, die uns alle bewegen.“ Moderatorin Nadine Fels gelang es in Kooperation mit den beiden Herausgebern und den lesenden Autorinnen und Autoren überaus souverän, dem aktiv mitgehenden Publikum eine ansprechende Mischung aus der Textvielfalt des Buches zu vermitteln. Auf Fragen der Moderatorin hin stellte zunächst Mitherausgeber Heiko Schulze dar, wie wertvoll reichhaltige Netzwerke der Läuferszene gewesen sind, um dermaßen viele Buchbeiträge zusammen zu stellen.


Ein Buch in Originaltönen

Den Anfang der Lesungen machte danach der Bersenbrücker Reinhard Rehkamp, der sehr nachvollziehbar und überaus persönlich sein Berliner Marathon-Debüt beschrieb. Sein beschriebenes Lauf-Erlebnis spiegelte er mit einem zweiten Text, in dem er seine Eindrücke als Fotograf beim Berlin-Marathon zu Gehör brachte. Edeltraud Gude verlas einen Text von Gunnar Sander und Alexa Sander-Krogh, der tiefe Eindrücke aus einem Afrika-Besuch enthielt. Viel wurde dabei aus dem Alltag jener älteren Frauen dokumentiert, die in den Genuss von bescheidenen „Renten“ kommen, die von Help-Age-Läuferinnen und -Läufern im Rahmen der Initiative „Jede Oma zählt“ für sie gesammelt worden sind. Nicht selten ziehen jene Frauen, deren Kinder an Aids gestorben sind, mit dem eingeworbenen Geld ihre Enkel groß. Es oblag dem Beitrag des weiteren Mitherausgebers Lutz Hetheys, einen Blick zurück zu werfen, um auf die Entstehungsgeschichte der Hilfsorganisation HelpAge zu blicken und dadurch die bleibenden Ziele der Organisation deutlich zu machen. Deutlich wurde im Hethey-Beitrag, welch hohe Bedeutung dabei das gemeinsame Engagement gegen Krieg, Vertreibung und Klimawandel sowie für Integration, Frauenrechte und die Bekämpfung der Armut in der gemeinsamen Welt besitzt.

Andreas Landwehr und Abdelmajeed Abdalla präsentierten, abwechselnd als Lese-Duo, einen gemeinsamen Text, der dem Publikum die Entstehung und den Wert einer HelpAge-Laufgruppe nahebrachte, die einmal gemeinsam mit Geflüchteten aus Afrika gegründet worden war. Abdelmajeed Abdalla konnte seine große Freude darüber nicht verhehlen, dass er sich inzwischen sehr wohl in seiner neuen deutschen Heimat fühlt und auch ein wenig stolz auf nachgewiesene Laufleistungen nach Leistungsvergleichen in von ihm besuchten Wettbewerben ist.


Lust zum Mitmachen

Da man nun bereits beim Laufen selbst war, lag es nahe, dass Nadine Fels zum Schluss des Informationsteils eine kleine Talkrunde mit Katja Bielefeld und Maren Roose aus der Laufgruppe „Bramscher Rumläufer“ startete, die im Publikum gute Einblicke in das örtliche Laufleben vermittelte und nicht wenige zum Mitmachen animierte. Musikalisch, literarisch wie poetisch abgerundet wurde der Abend im Tuchmacher Museum, zwischendurch sowie am Ende, durch Beiträge von Uwe-Kersten Uecker.

Auf dem Foto oben von links nach rechts: Edeltraud Gude, Bm Heiner Pahlmann, Heiko Schulze, Reinhard Rehkamp, Lutz Hethey, Abdelmajeed Abdalla, Maren Roose, Katja Bielefeld, Andreas Landwehr, Nadine Fels und Uwe-Kersten Uecker

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