8. Mai 2026: Kulturinteressierte freuen sich auf zwei Ausstellungseröffnungen

Vernissage-Events bei BBK und hase 92: Motive, die Blicke lohnen 

Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung unserer Welt vom Hitler-Faschismus, sollte man sich auch über die damals neu erkämpfte Freiheit künstlerischen Schaffens freuen. Osnabrück wartet am historischen Tag sogar mit zwei wichtigen Ausstellungen auf, bei denen Freundinnen und Freunde Bildender Kunst gleich doppelt auf ihre Kosten kommen sollten. Die OR dokumentiert im Folgenden jeweils die Texte der Veranstaltenden zu beiden Ausstellungseröffnungen, die tiefe Einblicke in künstlerisches Schaffen garantieren.


Start beim BBK um 18 Uhr

Um 18 Uhr startet die erste Vernissage – in den Räumen des BBK in der Bierstraße. Das Motto lautet „Von allen Gedanken schätze ich doch am meisten die interessanten“. Die Ausstellungsdauer währt vom 8. Mai bis zum 13. Juni 2026.

Christine Gensheimer und Lars Rosenbohm, beide Mitglieder des Bielefelder Künstler*innenhauses Artists Unlimited e. V., zeigen in ihrer Ausstellung Zeichnungen, Malereien und animierte Filme. In den Arbeiten der beiden Künstler*innen sind sowohl ähnliche Sichtweisen, als auch unterschiedliche Perspektiven auf die Dinge des Lebens erfahrbar.

Während Christine Gensheimer sich oft durch Musik, Textzeilen und Geschichten inspirieren lässt, aus denen sie ihre eigenen erzählerischen Szenen kreiert, sind für Lars Rosenbohm die eingesetzten Mittel und die erste sichtbare Spur Ideengeber für Schritte, die dann nach und nach ein Thema konkreter formen. Beide spielen in Auseinandersetzung mit der Komplexität unserer Zeit in ihren offenen Motiven und Bildkonstellationen mit einem Ausdruck der Einfachheit in einer gedanklichen und emotionalen Gegenwart.

Gensheimer und Rosenbohm befinden sich im Hier und Jetzt. Was nicht heißt, dass sie nicht auch in ihre eigenen Traumwelten abdriften und so Irritierendes, Fragendes und Ambivalentes erzeugen. Zu sehen sind tierisch-menschliche Wesen, Gestalten in surrealen Umgebungen und abstrakte, organische Gebilde geprägt von einer Stimmung zwischen Zweifel, Melancholie und Humor. Christine Gensheimer (geb. 1976 in Frankfurt/Main) lebt und arbeitet in Bielefeld. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kunstmuseum Wolfsburg, der Kunsthalle Düsseldorf und im Bielefelder Kunstverein gezeigt. Dazu kommen Präsentationen ihrer Videoarbeiten auf zahlreichen Filmfestivals, zuletzt bei den 70. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen, dem European Union Short Film Festival in Ottawa und dem Filmfest Dresden.

Ihre Arbeiten sind in öffentlichen und privaten Sammlungen wie der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld, der Sammlung Viehof oder der Sammlung Stiftung für die Linie vertreten. Seit 2005 produziert Christine Gensheimer gemeinsam mit Timo Katz Animationsfilme für die Sendung Karambolage auf Arte sowie für unterschiedliche Museen. Sie hat zahlreiche Musikvideos für Musiker:innen wie Jaakko Eino Kalevi, Sean Armstrong (Spinning Coin, Slipper) und SaekoKilly realisiert.

Lars Rosenbohm (geb. 1971 in Lemgo) lebt und arbeitet in Bielefeld. Rosenbohms Arbeiten waren u. a. im Museum Marta Herford, der Kunsthalle Bielefeld, dem Kunsthaus Essen, dem Museum Schloss Moyland, dem Saarland Museum, dem Westfälischen Kunstverein, den Kunstvereinen in Bielefeld, Oerlinghausen, Lippstadt, Ludwigshafen, Gütersloh und Lemgo zu sehen. Außerdem in Galerien und Projekträumen in Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Biel/Bienne, Austin, Barcelona, Gent, Kassel, Wuppertal und Osnabrück. Lars Rosenbohm ist mit seinen Arbeiten in den Sammlungen der Kunsthalle Bielefeld, des Marta Herford und der Hansestadt Lünen vertreten. Er hat Stipendien der Kunststiftung NRW, der Aldegrever Gesellschaft, vom Landesverband Westfalen-Lippe, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und der Stiftung Kulturwerk erhalten.

2023 wurde Rosenbohm als Vertreter der Stadt Bielefeld mit dem CityARTists Kunstpreis NRW ausgezeichnet. Für weitere Kunstpreise, wie den belgischen IKOB Kunstpreis und den Preis der Woldemar Winkler Kunststiftung wurde er nominiert.

Lars Rosenbohm, Wir sind alle du – Porträt 4, 2024, Tusche, Acryl, Pastell auf Baumwollgewebe, 58 x 39 cm. Design: Poster, Eva Lause


Kunstraum hase29: Start um 19 Uhr

Um 19 Uh eröffnet der Kunstraum hase29 die Ausstellung „Widerstand – Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen“. Präsentiert werden Arbeiten von vier Künstlerinnen mit biografischen Bezügen zum Iran – Homa Emami, Parastou Forouhar, Nazanin Noori und Anahita Razmi –, die sich in ihren Werken mit unterschiedlichen, oft ambivalenten Formen von Widerstand auseinandersetzen.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen Repressionen, der systematischen Einschränkung von Freiheitsrechten und der darauf reagierenden Protestbewegungen im Iran erhalten verschiedene Formen des (individuellen) Widerstands besondere Dringlichkeit. Am Eröffnungsabend wird es eine Performance von Ghazal Ramzani geben (20 Uhr).

Anbei finden Sie eine erweiterte Pressemitteilung mit ausführlichen Informationen zur Ausstellung und dem begleitenden Veranstaltungsprogramm. In der angehängten Broschüre finden Sie außerdem detaillierte Informationen zu einzelnen Arbeiten in der Ausstellung. Bildmaterial findet man hier per Klick.

Die Ausstellung findet in Kooperation mit dem Morgenland Festival Osnabrück statt.

 

spot_img
Mai 2026spot_img
April 2026spot_img
Oktober 2023spot_img
Oktober 2025spot_img
August 2024spot_img
Juni 2025spot_img
2015spot_img
November 2020spot_img
August 2024spot_img
erscheint Oktober 2026spot_img