Buchvorstellung mit Heiko Schulze und Martina Sellmeyer im Rahmen der Reihe „Topografien des Terrors“
Bereits am 13. November 2023 hat die Osnabrücker ILEX-Gruppe erstmals den Sammelband „Widerstand im Osnabrück der NS-Zeit. 36 Biografien mutiger Menschen“ präsentiert. Im Buch vorgestellte Biografien aus dem Osnabrücker Widerstand sind am Donnerstag, 29. Januar, um 18.30 Uhr erstmals das zentrale Thema einer Veranstaltung im Museumsquartier.
Im Mittelpunkt der Zusammenkunft steht der Namensgeber der ILEX-Gruppe: Josef Burgdorf, Redakteur der Tageszeitung „Freie Presse“, galt als schärfster publizistischer Gegner der Nationalsozialisten. Mit spitzer Feder agierte er bis Februar 1933 unter dem Pseudonym „ILEX“. Immer wieder veröffentlichte er als Hauptschriftleiter der SPD-Tageszeitung perfekt recherchierte Interna aus der Osnabrücker NSDAP. Osnabrücks sogenannter „Obernazi“, der Juwelier Erwin Kolkmeyer, avancierte ungewollt zu einer spöttisch dargestellten Hauptperson der Ilex-Kolumnen.
Was bis heute kaum öffentlich bekannt ist: Burgdorf wurde nach der Machtübergabe an die NSDAP zur Führungsperson einer Osnabrücker Untergrundbewegung, die noch aktiv war, als sich andere bereits in KZ oder Zuchthaus befanden. Der ehemalige Redakteur, dessen Zeitung bereits Anfang Februar 1933 verboten worden war, war ständiger Überwachung durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) unterworfen, wurde mehrmals in Gefängnissen inhaftiert und verbüßte eine beinahe dreijährige Internierung in das KZ Sachsenhausen.
Das Buch der ILEX-Gruppe zum Widerstand, basierend auf einer Serie in der Osnabrücker Rundschau, hat in Osnabrück hat seit seiner Veröffentlichung vor gut zwei Jahren ein deutliches Echo gefunden. Zugleich hat der Band weitere Forschungen in Gang gesetzt. Die Veranstaltung wird alles im Kontext bisheriger Erkenntnisse beleuchten und Fragestellungen für künftige Arbeitsschwerpunkte und Recherchen aufwerfen.
Die im Museumsquartier beheimatete Veranstaltungsreihe „Topografien des Terrors“ dienen der intensiven und kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit am regionalen Beispiel. Die Vortragsreihe widmet sich zudem allgemein dem Phänomen von Diktatur, autoritärer Staatsführung und deren negativen Folgen für das offene und freie Leben von Gesellschaften.
2026 steht der biografische Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus im Vordergrund der Veranstaltungen. Es geht insbesondere um die Handlungsspielräume der Menschen jener Jahre.













