Lesungsprogram der Buchhandlung Zur Heide
Für das erste Halbjahr 2026 haben Bastian Lenzen und Kathrin Bruhn sechs interessante und renommierte Autorinnen und Autoren eingeladen.
Es werden lesen:
Am 16.01.2026 um 19.00 Uhr in Kooperation mit der Kunsthalle in den dortigen Räumen Tarek Shukrallah
»Nicht die Ersten« versammelt Bewegungsgeschichten queerer Schwarzer Menschen und People of Color in Deutschland von den 1980er-Jahren bis heute. Dabei rücken die Erzählungen von Zeitzeug*innen selbst in den Fokus der Geschichtsschreibung.
Der Band versteht sich als aktivistische Intervention in eine cis heteronormative Geschichte antirassistischer Kämpfe einerseits und eine weiße Erzählung queerer Geschichte andererseits. Damit stellt der Band zugleich ein Bewegungsarchiv und ein Beitrag zu einer »Queer of Color«-Kritikperspektive im deutschsprachigen Kontext dar. Er fragt danach, wo, wann und wie Geschichte(n) erinnert werden, und verweist darauf, dass gesellschaftliche Kämpfe in ihren konkreten wie theoretischen Bezügen in einem geschichtlichen Kontext stehen. Heutige Kämpfe fußen auf vergangenen Auseinandersetzungen, haben immer eine Geschichte, mag diese noch so fragmentarisch oder brüchig erscheinen.
Am 14.02.2026 um 19.00 Uhr Joy Bogat mit einem Musikalisch-Literarischen Neujahrsempfang (Nachholtermin vom 10.01.26) in der Buchhandlung Zur Heide
„Maybe being soft is what makes us worthy of trust.“
Mit diesem Motto hat die Künstlerin Joy Bogat auf ihrem Debüt-Album „Fabric of Dreams“ eine neue musikalische Phase eingeläutet – mutiger, eigensinniger, aber immer noch so warm und einladend, dass jede*r einen eigenen Platz darin findet.
Inspiriert von Literatur, ihrem Ausleben von radical softness und einem Prozess der Selbstverortung als Schwarze deutsche Frau – Joy Bogat legt jetzt mehr denn je ihre Karten auf den Tisch und lässt uns teilhaben an einem reichen Schatz an Erfahrungen, Melodien und ihrem herausragenden Talent als Songwriterin. Außerdem liest sie Passagen aus ihren Lieblingsbüchern und erzählt davon, wie diese ihre Texte beeinflussen.
Am 25.02.2026 um 19.00 Uhr Milena Michiko Flašar in der Nuchhandlung Zur Heide
Milena Michiko Flasar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen. Vom Verdoppeln und Auflösen, Verschwinden und Wegträumen, von Fluchten und Ausflüchten handeln diese Geschichten. Die Handschrift der Autorin ist unverkennbar, der Rhythmus, die Wortwahl ihres besonderen Stils. Wie in ihren Romanen studiert Milena Michiko Flasar in diesen Erzählungen verschiedene Formen von Einsamkeit und unerfüllten Sehnsüchten, erweitert das literarische Feld jedoch humorvoll und spielerisch um eine neue surreal-phantastische Ebene.
Am 03.03.2026 um 19.00 Uhr Nava Ebrahimi in der Buchhandlung Zur Heide
Nebel liegt über den Feldern und dem Kanal. Es ist, als ob der Winter nicht zu Ende gehen will in der kleinen Stadt Lasseren im Emsland. Hier auf dem platten Land ist jahrein, jahraus nicht viel los. Wer Arbeit sucht, kommt an Möllring nicht vorbei, dem riesigen Geflügelschlachthof am Stadtrand. Für eine Handvoll Menschen beginnt dieser Montagmorgen mit großen Erwartungen.
Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nava Ebrahimi taucht ein in das Leben einer kleinen Stadt im Emsland und verknüpft die Geschichten von sechs Menschen zu einem mitreißenden Gesellschaftsroman über die Frage: Wie bleiben wir menschlich, wenn das Leben immer härter wird?
Am 14.04.2026 um 19.00 Uhr Alena Schröder in der Kunsthalle Osnabrück
Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer Kommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich endlich befreit, entdeckt sie dort das unscheinbare Porträt einer jungen Frau. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf. Doch Wilma hat ein Geheimnis, das sie zu zerstören droht.
Auf zwei Zeitebenen wird die bewegende Geschichte zweier Frauen erzählt, deren Leben durch eine unscheinbar wirkende Leinwand für immer verbunden ist. Emotional, warmherzig, tiefgründig: Alena Schröder spürt in ihrem Roman der Frage nach, was wir unseren Eltern schulden und welches Erbe sie uns mitgeben.
Am 05.05.2026 um 19.00 Uhr Kristof Magnusson in der Buchhandlung Zur Heide
Der große neue Roman von Kristof Magnusson erzählt von einer Zeit, als alles möglich erschien und doch vieles tragikomisch schief ging: Ein Doppelagent will in Kasachstan ein letztes großes Ding drehen, ein Dichter hofft auf das Abenteuer seines Lebens und eine Italienischlehrerin versucht, das Schlimmste zu verhindern.
Eine herrlich turbulente Geschichte über Sehnsüchte, Täuschungen und das Scheitern im Moment der vermeintlichen Freiheit. Kristof Magnusson verwandelt eine Zeit historischer Umbrüche in einen unvergleichlichen Abenteuerroman.
Alle Infos und Tickets gibt’s hier: www.buch-zur-heide.de/
Fotos (c): flasar-milena-michiko, Joy Bogat (c) Emilia Wassiliadou, Kristof-Magnusson, Nava Ebrahimi (c) Wildberger, Tarek Shukrallah (c) Omar Khlif, SchroederAlena (c) Vanessa Wunsch













