Kunstraum hase29 widmet sich wichtigem Thema
Vom 17.Januar bis zum 14. Februar wartet der Kunstraum hase29 mit einer besonders ambitionierten Ausstellung auf. Die Ausstellungseröffnung wird am Freitag, 16. Januar, um 19 Uhr sein. Der Eintritt ist frei. Gezeigt wird die Fotoausstellung „SHAME – European Stories“. Die Ausstellung ist Teil der „Justice Initiative„, einer europaweiten Kampagne, die sich für den Schutz von Kindern und ihren Rechten einsetzt.
Das Projekt wurde gefördert durch die Schweizer Guido Fluri Stiftung und in Kooperation mit dem Verein UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V. sowie dem Diözesanmuseum des Bistums Osnabrück umgesetzt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen eindrucksvolle Porträts des italienischen Fotografen Simone Padovani. Die Fotografien und Texte erzählen von erlebtem Missbrauch und von dem Leben danach. Die Erfahrungen dieser Menschen helfen uns zu verstehen, dass sexualisierte Gewalt überall passieren kann und dass daraus die gesellschaftliche und individuelle Verantwortung zur Prävention erwächst. Diesen ebenso herausfordernden wie berührenden Erfahrungsberichten verleiht die Ausstellung in Osnabrück und darüber hinaus Sichtbarkeit, und schließt damit eine Lücke, die durch die Absage des Theaterstücks „Ödipus Exzellenz“ entstanden ist.
Das Geschehen sexualisierter Gewalt lässt ich nicht reduzieren auf einen kriminalistischen Tatbestand. Es geht auch um die Zerstörung einer Beziehung, denn mein Erzieher war vorher eine Vertrauensperson. Es geht um die zurückbleibende Orientierungslosigkeit, nachdem die stets propagierten Werte in dem Heranwachsenden verraten und sabotiert waren. Es geht um Brüche in der Bildungsbiografie. All dies und mehr wird überdeckt, wenn wir nur den justitiablen Anteil der Tat und des Täters in den Blick nehmen. Warum ist unsere Gesellschaft so wenig berührt davon?
- Karl Haucke (UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.): „Sexualisierte Gewalt ist noch immer ein Tabuthema. Wirksamer Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt kann aber nur in Politik und Gesellschaft verankert werden, wenn das Thema sichtbar wird. Die Ausstellung bietet einen einzigartigen Zugang, weil sie konsequent aus der Perspektive Betroffener denkt und uns als Betrachter:innen in die Verantwortung nimmt.“.
- Maria Mesrian (Vorsitzende UMSTEUERN! Robin Sisterhood e.V.): Der Ausstellungstitel „Shame – European Stories“ lässt sich sowohl als Spiegel wie auch als Weckruf verstehen: als Hinweis auf das Schamgefühl, das in den Berichten Betroffener immer wieder eine zentrale Rolle spielt, oder als Anklage gegen eine Gesellschaft, die das Leid dieser Menschen nicht wahrnimmt und es versäumt, weiteres Unrecht zu verhindern.














