Furiose Inszenierung von Verdis Oper „Macbeth“
Erst nach minutenlangen stehenden Ovationen entließ das begeisterte Publikum im fast ausverkaufen Theater am Domhof Ensemble und Orchester.
Giuseppe Verdi hatte sich 1865 aufgemacht, Shakespeares Drama „Macbeth“, das wahrscheinlich 1606 entstanden ist, in eine Oper, ein Libretto, zu verwandeln. Und obwohl Lord und Lady Macbeth diejenigen sind, die sehr viel Unheil durch ihre Morde im Königreich Schottland anrichten, spielen Hexen und Geister eine ebenfalls sehr große Rolle. Sie sind es, die durch ihre Weissagungen, die Menschen erst auf die Idee bringen, der angeblichen Bestimmung einen Schub zu verleihen.
So wird die Drehbühne zum Schauplatz der verschiedenen Handlungsorte: Ein gespenstischer Wald, das alte Heim der Eheleute Macbeth, das Schlafgemach des Königs.
Susann Vent-Wunderlich brilliert als böse und machthungrige Lady Macbeth und lässt stimmlich den Emotionen wie Wut oder Einschmeichelei freien Lauf. Und zwar derart, dass man trotz ihres (Lady Macbeths) unsympathischen Charakters am Ende Mitleid mit ihr haben muss.
Auf der anderen Seite Macbeth selbst: zunächst ungläubig ob der Weissagung, dass er König von Schottland werden wird, dann zaudernd gegenüber der Forderung seiner Gattin, den alten König umzubringen, dann immer mehr sich der Macht hingebend bis zum bitteren Ende.
Stimmlich und stimmgewaltig unfassbar verschmelzend mit dem begleitenden Orchester, überzeugt Theo Mogongoma auf ganzer Linie. Dirigent Christopher Lichtenstein bringt mit dem Orchester Musik und Gesang kongenial zusammen.
Ein weiteres Highlight, nein, viele weitere Highlights sind neben dem Opernchor, der in vielen Szenen gefordert ist, die weiteren Solostimmen von Dominic Barberi als Banquo, Jihoon Park als Macduff, Florian Wugk als Malcolm und Susanna Edelmann als Kammerfrau.
Eine Oper voller Intrigen, Machthunger, Wut, Verzweiflung, vielen Toten (und viel Kunstblut), die bis zum letzten Ton fesselt und begeistert. Wer noch kein Opernfan ist, wird hier einer.
Übrigens: keine Bange vor den deutschen „Übertiteln“ (die Oper wird in italienischer Sprache aufgeführt) – diese lassen sich leicht mitlesen.
Weitere Infos und Tickets gibt’s hier: www.theater-osnabrueck.de/













