Handwerkskonjunktur trotzt der Krise 

Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer: Geschäftsklima bleibt stabil auf leicht positivem Niveau, Aufschwung ist aber nicht in Sicht

Die Stimmung unter den Handwerksbetrieben in der Region Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim bleibt unverändert, auch wenn die Rahmenbedingungen zunehmend schwierig werden. Die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer zeigt nun, dass sich das Geschäftsklima unter den Mitgliedsbetrieben stabil auf leicht positivem Niveau bewegt. „Trotz internationaler Unsicherheiten trotzt die Handwerkskonjunktur der Krise – ein echter Aufschwung ist aber nicht absehbar“, so die Einschätzung von Peter Beckmann, Geschäftsführer des Dezernats Betriebsberatung und Strukturförderung.

Der Geschäftsklimaindex der Handwerkskammer lag im Frühjahr bei 107, zwei Punkte hinter dem Ergebnis aus dem Herbst 2025 und weiterhin positiv über der Marke von 100. Aktuell beurteilen 82 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Mehr als die Hälfte aller Inhaber (53%) glaubt außerdem, dass sich die Lage in den kommenden Monaten nur wenig ändern wird. 27 Prozent erwarten eine Verschlechterung, 20 Prozent eine Verbesserung ihrer Situation. „Insgesamt beobachten wir in den vergangenen zwei Jahren eine Seitwärtsbewegung bei der Geschäftslage im Handwerk“, fasst es Beckmann zusammen. Auch bei den Auftrags- und Umsatzzahlen gibt es nur wenig Bewegung, zeigt die Umfrage. Sorgen machen vor allem die aktuell wieder steigenden Kosten für Rohstoffe, Vorprodukte und Energie.

Im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, im Kfz-Bereich und den Gesundheitsberufen bewerten besonders viele Inhaber ihre Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Im Nahrungshandwerk und im Bereich der gewerblichen Dienstleistungen wird die Situation dagegen deutlich weniger optimistisch eingeschätzt. Für die meisten Unternehmen bleibt dabei der Fachkräftemangel eine Hürde für langfristigen Erfolg: 54 Prozent nennen das „Finden und Binden von Mitarbeitern“ als Herausforderung für die nächsten Monate. Doch auch die Neukundenakquise und die Digitalisierung sieht fast jeder zweite Befragte als wichtige Aufgabe, um Produktivität und Effizienz nachhaltig zu steigern.

„Insgesamt stemmt sich das Handwerk trotz vieler Herausforderungen gegen einen Abschwung. Es fehlen aber die Impulse, damit die Betriebe wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen können“, resümiert Beckmann. So seien versprochene Reformen bisher ausgeblieben und ein wirksamer Bürokratieabbau weiterhin nicht absehbar. „In den vergangenen Umfragen konnten wir meist eine Belebung der Konjunktur im Frühjahr feststellen, die in diesem Jahr deutlich schwächer ausgefallen ist. Das ist ein klares Warnsignal für die Politik, die Betriebe jetzt zu unterstützen und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.“

Ein starkes Handwerk für eine starke Region: Die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim vertritt die Interessen von 11.540 Betrieben mit über 100.000 Mitarbeitenden, die ein Viertel des Gesamtumsatzes im niedersächsischen Handwerk erwirtschaften. Mit rund 6.200 Auszubildenden nimmt der Kammerbezirk deutschlandweit einen Spitzenplatz ein. Jedes Jahr nehmen ca. 20.000 Personen an Aus- und Weiterbildungskursen in den handwerklichen Bildungszentren im Emsland, der Grafschaft Bentheim und in Osnabrück teil.

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