TAVI-Eingriffe nehmen zu
Wenn die Aortenklappe stark verengt ist, kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen – eine Aortenklappenstenose, die unter anderem Luftnot oder Schwindel auslösen kann. Bei der 75-jährigen Karin Silger wurde die Diagnose im Rahmen einer Routineuntersuchung gestellt: Große Beschwerden habe sie zunächst kaum gehabt, erzählt sie, höchstens „schneller mal die Puste weg“ im Alltag. Auffällige Herzgeräusche führten zu weiteren Untersuchungen – und schließlich in die Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde.
Dort werden Aortenklappen heute häufig kathetergestützt eingesetzt: Im vergangenen Jahr nahm die Klinik rund 900 TAVI-Eingriffe (Transkatheter-Aortenklappenimplantationen) vor – so viele wie nie zuvor. Gerade bei älteren Patientinnen und Patienten gilt das Verfahren als schonende Alternative zur klassischen Operation, weil ein großer Schnitt am Brustkorb vermieden werden kann.
Um Abläufe für Patientinnen und Patienten besser zu bündeln, setzt die Schüchtermann-Klinik zudem auf eine prästationäre Vorbereitung, die einige Tage vor dem eigentlichen Eingriff stattfindet. Dabei werden zentrale Untersuchungen und organisatorische Schritte an einem Termin zusammengeführt – unter anderem eine Blutabnahme (Labor) sowie eine CT-Untersuchung, deren Ergebnisse anschließend für die OP-Planung gebündelt ausgewertet werden. Für viele Patientinnen und Patienten bedeutet das zugleich, dass im Vorfeld oft keine zusätzliche Übernachtung in der Klinik nötig ist. Frau Silger beschreibt den Tag als gut strukturiert: Um 7.30 Uhr sei sie angekommen, gegen 13 Uhr habe sie wieder nach Hause gehen können. Aktuell nutzen etwa vier Patientinnen und Patienten pro Tag dieses Angebot.
Nach der Vorbereitung steht fest, ob eine TAVI in Frage kommt – und wie der Eingriff im individuellen Fall geplant wird. Die Behandlung erfolgt im Hybrid-OP, in dem Kardiologie, Herzchirurgie und Anästhesie eng zusammenarbeiten. Der Eingriff selbst erfolgt in der Regel über einen kleinen Zugang, häufig in der Leiste: Über einen Katheter wird die neue Klappe an die richtige Stelle gebracht und dort eingesetzt. Viele Patientinnen und Patienten können nach einigen Tagen die Klinik wieder verlassen.
Frau Silger blickt erleichtert auf die vergangenen Wochen zurück – zwischen Diagnosestellung und Eingriff lagen bei ihr nicht einmal vier Wochen. Vor allem die Betreuung sei ihr in Erinnerung geblieben: Sie habe die Versorgung als sehr freundlich, gut organisiert und effizient erlebt.












