Eine gelungene Veranstaltung der Grünen zur Europawahl
Bevor die eigentliche Veranstaltung begann, wurde sie mit großartiger Musik von Benedict Schlereth an der Gitarre und der Sängerin und Janina Ruopp eröffnet.
Allmählich füllten sich die in mehrere Zonen abgetrennten Bereiche, die von Männern in schwarzen Security-Unformen energisch kontrolliert wurden. All das mutete bei aller Liebe sehr befremdlich und alles andere als grün an.*
Foto OR / Michael Wallenstein
Foto OR / Michael WallensteinDurch den frühen Abend führte Maximilian Strautmann, Vorstandssprecher der Osnabrücker Grünen, und ebenso sympathisch begleitet wurden die Reden von einem Simultanübersetzer.
Als erste betrat Landrätin Anna Kebschull die Bühne, die über die wachsenden Herausforderungen und Auswirkungen der Europapolitik auch auf lokaler Ebene hinwies.
Nach ihr nahm die niedersächsische Landtagsabgeordnete und Stadtratsmitglied Anne Kura den heutigen Tag des Grundgetzes zum Anlass, um in ihrer klugen, teilweise sehr persönlichen Rede auf die Errungenschaften der parlamentarischen Demokratie einzugehen, wobei sie betonte, dass es bei der Europawahl nicht darauf ankomme, die Grünen zu wählen, sondern vor allem eine der demokratischen Parteien.
Foto OR / Michael Wallenstein
Foto OR / Michael WallensteinNach etwa einer Stunde gehörte Ricarda Lang die Bühne. In ihrer kämpferischen, frei gehaltenen Rede wies sie immer wieder auf die kommenden großen Aufgaben der Politik hin, so sei der Begriff Klimaschutz irreführend, da man nicht das Klima vor sich selbst schützen müsse, sondern die Menschen vor den Folgen der Klimakatastrophe.
Und immer wieder die AfD, die gerade ihren EP-Spitzenkandidaten und SS-Verharmloser Krah vor der Öffentlichkeit verstecke, indem sie ihm Walhlkampfauftritte verbiete. Krah sei offenbar selbst der AfD-Spitze ein wenig zu rechsextrem und zu schmuddelig, so dass man ihn lieber aus der Schusslinie nehme.
Dabei sei Maximilian Krah nur die Spitze eines Eisbergs einer Partei, „die sich im Zweifelsfall entscheiden muss zwischen deutschen und europäischen Interessen und den Interessen Russlands und Chinas“ und die sich immer auf die Seite der Diktatoren dieser Welt schlagen werde.
Man könne vieles in diesem, Lande aushalten, aber sich für seine Meinung bezahlen zu lassen von einem autoritären Regime, von Putin Geld zu nehmen, um dessen Interessen zu vertreten, sei einfach nur schäbig und „das muss bei dieser Wahl auch abgewatscht werden!“
Die eloquente und selbstsicher vorgetragene Rede der erst 30-jährigen Ricarda Lang wurde am Ende von den etwa 300 Besucher*innen mit großem Applaus gewürdigt.
*Anmerkung des Autors:
Zu gern hätte ich der aus Nürtingen stammenden Ricarda Lang ein paar Fragen gestellt, unter anderem: „Was war eher da? Die Lagerhalle oder das Kucksei?“ Aber ich durfte ja den mir zugewiesen Platz nicht verlassen …
Für die Presse gab es nämlich eine merkwürdige Empore im hinteren Teil des Bereichs vor der Bühne, der komplett mit etwa 50 Liegestühlen und eben der „Pressetribüne“ bestückt war. Als mich mein Freund Tosho Todorovic entdeckte, winkte er mir zu und rief: „Komm rüber, Kalla, wir setzen uns hier zusammen hin.“ Als ich mich auf den Weg machte, traten zwei Männer in schwarzer Security-Kluft dazwischen und forderten mich auf, im Emporenbereich zu bleiben. Und wieso? Weil ich ein goldenes Bändchen hätte und kein grünes. Es war völlig absurd, denn der Goldene-Bändchen-Hochsicherheitstrakt war durch den Grüne-Bändchen-Hochsicherheitstrakt nur durch pure Stadtluft getrennt.
Da ich keine Lust hatte, die Herren auf das Presserecht im öffentlichen Raum hinzuweisen, und ich mich generell verziehe, wenn Logik aussetzt, begab ich mich auf den Weg außerhalb der Absperrungen, dort hatte man ohnehin eine bessere Gesamtübersicht. Wenngleich Hasepost-Blogger Heiko Pohlmann meinte, ich sei rausgeflogen und nicht freiwillig gegangen. Immerhin korrigierte er sich im Nachhinein. Nun ja, der Rundschau-Igel scharrt schon wieder mit den Krallen …














