Natürlicher Klimaschutz braucht Pflanzenvielfalt

Botanischer Garten der Uni Osnabrück an Wildpflanzenschutz-Projekt beteiligt

Anfang 2026 startete ein Vorhaben, das auf die bedeutenden Beiträge des botanischen Artenschutzes für einen natürlichen Klimaschutz gerichtet ist. Einer der Projektpartner ist der Botanische Garten der Uni Osnabrück. Die aktuelle Aktion sollte angesichts der beginnenden Frühlingstage ein vorzüglicher Anlass sein, den Botanischen Garten einmal als echten Erlebnisraum aufzusuchen.

Das bundesweite Verbundprojekt im Aktionsprogramm Natürlicher Klimasc0hutz trägt den Titel „Wildpflanzen retten: Vielfalt erhalten, Klima schützen“ (WiVi-Klima). „Ich freue mich darauf, in Osnabrück gemeinsam mit Dr. Peter Borgmann, Dr. Jens Koczula und PD Dr. Stefan Abrahamczyk einen Beitrag zur Sicherung der biologischen Vielfalt und Stärkung von Wildpflanzen als zentrale Grundlage für den natürlichen Klimaschutz und die Wiederherstellung von Lebensräumen zu leisten“, so Prof. Dr. Sabine Zachgo, Direktorin des Osnabrücker Botanischen Gartens.

Ziel ist es, Wildpflanzenvielfalt als Grundlage klimaresilienter Ökosysteme zu sichern und damit einen wirksamen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz in Deutschland zu leisten. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm: „Artenreiche und genetisch vielfältige Pflanzenbestände erfüllen zentrale Funktionen für den Klimaschutz: Sie stabilisieren Ökosysteme, fördern die Speicherung von Kohlenstoff, regulieren Wasser- und Nährstoffhaushalte und erhöhen die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Der fortschreitende Rückgang seltener und gefährdeter Wildpflanzen schwächt diese Leistungen, die die Natur erbringt, zunehmend. WiVi-Klima setzt hier an und stärkt gezielt jene Pflanzenarten, die für funktionierende natürliche Lebensräume und ihre Klimafunktionen unverzichtbar sind.“

Das Projekt verbindet Pflanzenschutz-Maßnahmen vor Ort (In situ) mit Maßnahmen außerhalb des natürlichen Lebensraums (Ex situ). Zu den zentralen Maßnahmen zählen die Sammlung und langfristige Sicherung von Wildpflanzensaatgut, der Erhalt genetischer Vielfalt in Genbanken, die Anzucht und Vermehrung gefährdeter Arten sowie deren gezielte Wiederansiedlung und Populationsstützung. Ergänzt werden diese Ansätze durch Erfolgskontrollen, moderne Dateninfrastrukturen sowie Fortbildungs- und Dialogangebote. Die Projektpartner – Osnabrück sowie vier weitere Gärten aus Berlin, Mainz, Potsdam und Regenburg – bauen auf ihren wertvollen Erfahrungen und den Infrastrukturen des Vorgängerprojekts „Wildpflanzenschutz Deutschland“ (WIPs-De) – gefördert über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt im Bundesnaturschutzfonds mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) – auf.

Abgestimmt mit Fachbehörden der Bundesländer und Naturschutzakteuren, wird im neu gestarteten Vorhaben ein bundeslandübergreifendes, bedarfsorientiertes Konzept entwickelt, das konkrete Handlungsempfehlungen für den botanischen Artenschutz liefert. Im Projektverlauf werden für die Erweiterung des Netzwerkes weitere potentielle Partnerinnen und Partner sowie Akteurinnen und Akteure gesucht. Das fachpolitische Ziel ist die bundesweite, dauerhafte erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes durch Bund und Bundesländer. Im Rahmen des Projekts werden Best-Practice-Beispiele aus verschiedenen Regionen aufgezeigt, die veranschaulichen, wie sich bewährte Instrumente wirksam in bestehende Naturschutzstrukturen integrieren lassen.

Die WiVi-Klima Förderung erfolgt im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz durch das BfN mit Mitteln des BMUKN mit einem Gesamtvolumen von rund 2,9 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre. WiVi-Klima schafft die fachlichen und organisatorischen Grundlagen für ein dauerhaftes bundesweites Kompetenznetzwerk Botanischer Artenschutz, welches ab 2029 dauerhaft von Bund und Ländern finanziert werden soll.


Hintergrund: Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung unterstützt Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder und Auen, Wiesen und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen.


Wichtige Links

Projekt WIPs.De 
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz 

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