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Freitag, 4. April 2025
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Netzwerktreffen der Osnabrücker Kultur

Illustre Runde bewies sich als kreative Ideenschmiede

„Mit Schwung ins neue Jahr!“ lautete am Donnerstagabend das Motto eines besonderen Netzwerktreffens. Zusammengefunden hatten sich Angehörige der örtlichen Kulturszene, die allesamt den Weg ins Haus der Jugend gefunden hatten. Eingeladen hatte der Fachbereich Kultur.

Die Resonanz übertraf optimistischste Erwartungen: Rund 150  Kulturschaffende brachten sich und eigene Ideen ein. Ansprachen, Vorträge, Workshops und ein gemeinsamer Ausklang  mit geselliger Verköstigung bildeten den Rahmen für einen kreativen Austausch.

Foto: OR
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Mit-Moderatorin Patricia Mersinger, Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt Osnabrück, brachte zunächst durch Handheben im Publikum in Erfahrung, welche Kultursparten vertreten waren: Imposant war der Anteil aus der bildenden Kunst. Aber auch Menschen aus Musik, Literatur bis hin zur darstellenden Kunst waren ideenreich und neugierig dabei.

Wolfgang Beckermann. Foto: OR
Wolfgang Beckermann. Foto: OR

Nach einführenden Worten Mersingers wurde der Austausch durch Wolfgang Beckermann, erster Stadtrat und Vorstand für Bildung, Kultur und Familie, eingeleitet. Einräumen musste er, dass die Spielräume für die kommunale Kulturförderung angesichts eines historischen Haushaltsdefizits von rund 100 Millionen Euro ungemein schwierig sind. Verzichten müsse man beispielsweise auf die beliebte Kulturnacht – die allerdings durch einen groß angelegten „Tag der Niedersachsen“ in Osnabrück mehr als kompensiert werden dürfte. Auf jeden Fall besitze kulturelles Schaffen in der Stadt eine nahezu unverzichtbare Funktion – auch angesichts aktueller Rechtsentwicklungen in der Politik.

Interessante Erkenntnisse zu verschiedenen Handlungsfeldern kommunaler Kulturpolitik brachte ein Bericht ans Licht, den Marius Kolkmeyer, zuständig für Projektförderung Kultur, nach einer Befragung von freien Trägern zusammenfassen konnte. Die Studienergebnisse offenbarten durchaus massive Wünsche nach noch besserer Koordination, belegten aber auch, dass in Osnabrück durchaus von einem funktionierenden Kultur-Netzwerk gesprochen werden kann.


Ideenreiche Workshops

Ideenreichtum und Kreativität waren bei den Workshops gefragt, deren Mitglieder sich eine knappe Stunde lang in diverse Räume des Hauses zurückzogen. Patricia Mersinger leitete den ersten davon. „Friedensstadt aktiv leben“ lautete das Thema. Zentrale Frage- und Aufgabenstellung: Wie kann sich die Kultur dafür einsetzen, dass Frieden in Osnabrück weiterhin aktiv gelebt und gefördert wird?

Ein Workshop, der angesichts der Trump-Wahl in den USA sowie der Regierungsbildung in den Nachbarländern Niederlande und Österreich besonders auf den Nägeln brannte, stellte sich dem  Ziel „Demokratie stärken!“. Dieses Thema soll im laufenden Jahr besonders im Fokus  stehen – unter anderem aufgrund des Endes des 2. Weltkriegs vor 80 Jahren. Moderiert wurde der Workshop von Christine Grewe, Leiterin Büro für Friedenskultur.

Den Brückenschlag zu sozialen und ökologischen Themen vollzog ein Workshop, der sich bei Moderation von Anke Bramlage mit den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Klima befasste. Die Stichworte werden im Folgejahr 2026 das Schwerpunktthema bilden, unter anderem mit einem Kulturextra zum Jubiläum der Osnabrücker „Grünen Finger“- die 1926 in der Ägide des legendären Osnabrücker Stadtbaurats Friedrich Lehmann das Licht der Welt erblickt hatten. Anke Bramlage konnte als Leiterin des Projektbüros Kultur im Rahmen des Workshops bereits jetzt wichtige Impulse zu Protokoll nehmen, die allesamt eine Rolle spielen dürften.

Michael Meyer von der hiesigen Stadtbibliothek moderierte den engagiert debattierenden Workshop „Literatur und Lesen“. Dieses Thema soll eines der prägenden Themen für das Jahr 2027 sein, in dem ein Literaturfestival in Osnabrück stattfinden wird. Schon jetzt dürfte absehbar sein, dass Künstliche Intelligenz bis dahin – auch für die schreibende und lesende Sparte – eine gigantische Herausforderung sein werden.

Ein besonderes Format war mit einem „Speed-Dating“ gewählt. Motto: „Lerne andere Teilnehmende in drei Minuten kennen! In zufälligen Paarungen lernten sich die kulturaffinen Teilnehmenden tatsächlich in nur drei Minuten kennen.

Workshop-Moderator*innen tragen Ergebnisse vor. Foto: OR
Workshop-Moderator*innen tragen Ergebnisse vor. Foto: OR

Und das wichtigste Resümee des Abends? Die Osnabrücker Kulturszene steht zusammen: trotz massiver Haushaltseinbrüche, trotz Kampfansagen von Rechtsaußen. Ideen bestehen trotz knapper Kassen zuhauf. Dass die Kulturszene der Friedensstadt, verbunden auch durch kreative Konkurrenz, ein im Grunde freundschaftliches und solidarisches Netzwerk bildet, war in jeder Phase der Zusammenkunft hautnah zu spüren. Der abendliche Ausklang mit Speise und Trank diente vertiefend dazu, sich weiter kennenzulernen und gemeinsame Ideen weiterzuspinnen.

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