Samstag, 2. März 2024

Judith Kessler erinnert an Josephine Cochrane, die Erfinderin der ersten brauchbaren Geschirrspülmaschine

Josephine Cochrane, geboren am 8. März 1839 Ohio, hat die erste brauchbare Geschirrspülmaschine erfunden. Angeblich, weil die Angestellten nach den zahlreichen Partys im Hause Cochrane beim Abwaschen zu viel wertvolles Porzellan zerdepperten.

Josephine (sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater waren Ingenieure und Erfinder) setzte sich also dran, zeichnete, probierte, entwarf und baute am Ende mit Hilfe des Mechanikers George Butters ihren ersten „Dish-Washer“ – einen wasserdichten Kupferkessel, in dem das Geschirr in Drahtkörbe gestellt wurde und ein Motor (anfangs eine Kurbel) ein Laufrad mit Düsenantrieb, durch die das Wasser und die Seifenlauge verteilt wurden.

1886 erhielt Cochrane (eigentlich Cochran, aber mit „e“ war schicker) das US-Patent auf die Spülmaschine und gründete (ihr Mann war 1883 gestorben) die Cochrans Crescent Washing Machine Company. Allerdings waren die ersten Geräte noch so groß, dass sie vorerst nur in Restaurants und Hotels zum Einsatz kamen und erst vermehrt, nachdem Josephine Cochrane auf der Weltausstellung 1893 in Chicago den Preis für „die beste mechanische Konstruktion und Zweckerfüllung“ erhalten hatte, allerdings als „Mr. Cochrane“, da Frauen nicht zugelassen waren. Cochrane starb 1913, ihre Firma war vorher schon an Kitchenaid übergegangen.

Ein paar Jahre später wurden die deutschen Reinhard Zinkann und Carl Miele auf ihre Erfindung aufmerksam gemacht und bauten 1929 die erste Geschirrspülmaschine Europas. Diese war nun deutlich kleiner als ihr Vorbild und somit auch für den Hausgebrauch geeignet.

Judith Kessler
Judith Kessler
Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin, Redakteurin und Autorin mit den Schwerpunkten jüdische Migration, Gegenwartskultur und Biografieforschung.
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