38 Kunststätten öffnen ihre Pforten
Das Projektbüro im städtischen Fachbereich Kultur stellten am Dienstag das offizielle Programm für die diesjährige „Lange Nacht der Ateliers“ vor. Am Samstag, den 20. Juni, öffnen insgesamt 38 Kunststätten im gesamten Osnabrücker Stadtgebiet zwischen 18:00 und 24:00 Uhr ihre Pforten für die Öffentlichkeit. Bei freiem Eintritt erhalten Kunstinteressierte und Besuchende die Möglichkeit, in den direkten Dialog mit den regionalen Kunstschaffenden zu treten und einen tiefen Einblick in die Vielfalt von Malerei, Fotografie, Skulptur und medialer Installation zu gewinnen.
Zur Bewältigung der weitläufigen Wege organisieren die Verantwortlichen gemeinsam mit den Stadtwerke Osnabrück einen kostenlosen Shuttleservice, der auf vier Routen die verschiedenen Stationen im 30-Minuten-Takt anfährt.
Im Rahmen der flächendeckenden Werkschau präsentieren sich 38 unterschiedliche Orte mit über 90 Kunstschaffenden, die die kreative Bandbreite der Region abbilden. Die Bandbreite erstreckte sich von etablierten Institutionen wie der Stadtgalerie am Markt und dem Glashaus in der Möserstraße bis hin zu individuellen Schaffensräumen. Zu den beteiligten Stationen gehören unter anderem das Kunstwerk Kreativ von Karin Otten in der Karl-Koch-Straße, das Atelier von Volker-Johannes Trieb am Sutthauser Bahnhof sowie die Werkstatt von Franz Greife am Knappsbrink. Zudem öffnen das Herr Ärmel- und das MalRAUMatelier in der Meller Straße, das Atelier von Nikola Dicke am Tannenhof, das Studio Fritzko mit kathaKUNST sowie das Atelier Hansen und Blieffert in der Augustenburger Straße ihre Räumlichkeiten.
Weitere Stationen bilden der Kunstraum in der alten Werkstatt in der Lohstraße, das Grafik-Studio von Johannes Eidt in der Heger Straße sowie das Hausprojekt an der Klosterstraße inklusive KoWorkArt, während das Atelier von Helle Jetzig in der Albert-Schweitzer-Straße den geografischen Bogen abrundet.
Als besonderer Rundschau-Tipp empfehlen wir zum Besuch folgender Ateliers, die durch ihre außergewöhnlichen Konzepte hervorheben. Im Atelier von Martina Schulte erwartete das Publikum eine intensive Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Bildkompositionen. Die geschichtsträchtigen Martinihöfe in der Martinistraße bündelten als kollektiver Knotenpunkt gleich mehrere Kunstschaffende, darunter Merle Weigelt, Inga Waldvogel, das Atelier KunstSprung, Birgit Kannengießer, das Atelier m82, Werner Kavermann, Anke Dusche, Hartmut Girke und Annette Piwowarski sowie die Modewerkstatt Paletot, wodurch ein lebendiger Querschnitt verschiedenster Disziplinen entsteht.
Einen transatlantischen Akzent setzt das Atelier von Raúl Morales, dessen farbenfrohe Gemälde vom magischen Surrealismus Südamerikas und dem lateinamerikanischen Expressionismus inspiriert ist. Im Atelier von Katrin Lazaruk wird, gemeinschaftlich mit Sarah Marie Dahm und Eva Lause, ein feministisches Manifest der Wiederverwertung inszeniert, bei dem alte Kassettenbänder zu politisch und sozial relevanten Kunstwerken transformiert werden. Das Industrieareal des Ateliers 27 in der Klosterstraße kombiniert bildende Kunst mit einem multimedialen Rahmenprogramm; hier präsentieren Annika Cirkovic Malerei und Design, Ramona Harms handgemachte Keramik, Mario Haunhorst Raum- und Lichtkunst sowie Jens Standke Videokunst. Ergänzt wird dieser Ort durch die partizipative Videoprojektion „Jam the light“ bei Dunkelheit und Live-Musik der Formation „KARAVAN“, die ab 21:30 Uhr Eigenkompositionen mit deutscher Gebärdenperformance (Deaf Performance) darbietet.
Die „Lange Nacht der Ateliers“ hat sich über die vergangenen Jahre hinweg zu einem festen Fundament der Osnabrücker Kulturlandschaft entwickelt. Sie fungiert nicht nur als temporäre Ausstellung, sondern dekonstruiert die Barrieren zwischen Produktion und Rezeption, indem sie oft private Werkstätten in öffentliche Diskursräume verwandelt. Parallel zu den offenen Ateliers startete zudem das städtische Projekt „#kunstsichtbar“, bei dem lokale Kunstschaffende im gesamten Stadtgebiet Litfaßsäulen zu gesellschaftlichen Leitthemen gestalteten, um den urbanen Raum abseits klassischer Konsumwerbung mit kulturellen Impulsen zu besetzen.











