Festakt im Museum Industriekultur
Mit einem Festakt im Beisein von Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter wurde am 24. April die Sonderausstellung „Zukunft Bauen“. Wie wollen wir wohnen und leben?“ im Museum Industriekultur (MIK) Osnabrück eröffnet. Die bis zum 1. November laufende Schau thematisiert die Transformation des Bauens angesichts von Wohnungsknappheit und ökologischen Krisen.
Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung im Fokus
Die Ausstellung gliedert sich in drei zentrale Themenkomplexe: „Wie bauen?“, „Womit bauen?“ und „Wo und für wen bauen?“. Dabei setzt das MIK historische Entwicklungen der Baugeschichte in Bezug zu aktuellen Praktiken und zukunftsorientierten Modellen wie dem Urban Mining, dem zirkulären Bauen sowie der Umnutzung von Bestandsgebäuden.
Wissenschaftsminister Falko Mohrs betonte in seinem Grußwort, dass Wohnungsbau heute untrennbar mit Klima-, Sozial- und Stadtentwicklungspolitik verknüpft sei.
Ziel der Ausstellung sei es, aufzuzeigen, wie „nachhaltiger, bezahlbarer und vielfältiger Wohnraum in Niedersachsen gelingen kann“. Auch Sabine Nold von der IKEA Stiftung unterstrich, dass neue Anforderungen wie Energieverbrauch und flexible Wohnformen die Architektur bereits heute maßgeblich verändert haben.
Besonderes Augenmerk liegt auf der sogenannten „Grünen Spur“. Diese wurde mit Unterstützung der Haarmann-Stiftung realisiert und beleuchtet die wechselseitige Beeinflussung von Natur und Bauwesen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Antonius Fahnemann stehen hierbei flächenschonendes Bauen, die Förderung der Biodiversität und die Rekultivierung ehemaliger Abbauflächen im Mittelpunkt.
Interaktive Vermittlung für junge Besucher
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die durchgehende Kinderspur, die durch die VGH Stiftung gefördert wurde. An interaktiven Stationen werden komplexe Themen wie Ressourcenschonung und Architektur spielerisch vermittelt. Herzstück für das junge Publikum ist ein Mitmachraum mit einer Kinderbaustelle, in dem im Laufe der Ausstellungsmonate eine eigene „Traumstadt“ entstehen soll. Lavinia Francke von der Stiftung Niedersachsen lobte die verständliche Aufbereitung des komplexen Themas für verschiedene Altersstufen.
Hintergrund: Bauen im Wandel der Zeit
Die Ausstellung greift die drängenden ökologischen Herausforderungen der Branche auf: Bauprozesse sind gegenwärtig für einen hohen Rohstoffverbrauch und erhebliche Emissionen verantwortlich. Insbesondere der Baustoff Beton steht aufgrund der CO2-intensiven Zementherstellung in der Kritik. Die Schau stellt hierzu innovative Alternativen wie Recyclingbeton oder Baustoffe aus Pilzmyzel vor, während gleichzeitig traditionelle Materialien wie Lehm und Hanf eine Renaissance erleben.












