Einsatzkräfte ziehen positive Bilanz
Die Osnabrücker Feuerwehr bilanzierte am Ende einen weitgehend friedlichen Karnevalssamstag in der Osnabrücker Innenstadt. Der diesjährige Karnevalsumzug hat die Rettungskräfte gefordert, aber nicht überlastet. Rund 125 Helfer*innen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen sicherten den traditionellen „Ossensamstag“ ab.
Trotz sinkender Patient*innenzahlen im Vergleich zum Vorjahr betonen die Verantwortlichen die Notwendigkeit der starken personellen Präsenz, um die Sicherheit entlang der Umzugsstrecke zu gewährleisten.
Einsatzschwerpunkt am späten Nachmittag
Das Einsatzgeschehen konzentrierte sich massiv auf ein enges Zeitfenster. Während der Vormittag ruhig verlief, stiegen die Behandlungszahlen mit dem Fortschreiten des Umzugs sprunghaft an. „Ab zirka 15:00 Uhr bis zum Ende des Sanitätsdienstes um 18:00 Uhr wurden innerhalb von nicht einmal drei Stunden 18 Patienten versorgt“, berichtet Einsatzleiter Rademacher von der Osnabrücker Feuerwehr.
Das Spektrum der Verletzungen entsprach dabei dem typischen Bild einer Großveranstaltung: Übermäßiger Alkoholkonsum stand an erster Stelle, gefolgt von Prellungen und Schnittverletzungen. Im Vergleich zum Vorjahr, als noch rund 30 Behandlungen registriert wurden, blicken die Retter auf einen deutlich ruhigeren Verlauf zurück. Besondere Vorkommnisse oder schwere Ausschreitungen auf dem zentralen Sanitätsplatz an der Domschule blieben aus.
Sicherheit vor Wirtschaftlichkeit
Kritik an einer möglichen Überdimensionierung der Rettungskräfte weist die Einsatzleitung zurück. Insgesamt waren 125 Kräfte im Einsatz, darunter die Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, THW sowie die Hilfsorganisationen DRK (34 Kräfte), MHD (27), ASB (20) und Johanniter (16).
Die Personalbemessung erfolgt nach dem sogenannten Maurer-Schema, einem Standardverfahren zur Risikobewertung bei Großveranstaltungen. „Aufgrund der Länge der Umzugsstrecke benötigen wir mehr Fußtruppen“, erklärt Rademacher. Auch wenn die reine Einsatzstatistik eine Reduzierung nahelegen könnte, stehe der Sicherheitsaspekt an oberster Stelle. Eine Anpassung der Personalstärke für kommende Jahre sei daher nicht geplant.
Koordination und Übergang in den Abend
Die Zusammenarbeit zwischen den acht beteiligten Organisationen unter der Leitung der Berufsfeuerwehr verlief laut Einsatzbericht reibungslos. „Durch den regelmäßigen Austausch ist die Kommunikation und Koordination sehr gut“, so das Fazit der Einsatzleitung.
Mit dem offiziellen Ende des Sanitätsdienstes für den Umzug um 18:00 Uhr normalisierte sich die Lage für die Veranstaltungskräfte. Da sich das Geschehen am Abend erfahrungsgemäß in die Altstadt verlagert, wurde der reguläre Rettungsdienst vorsorglich durch zwei zusätzliche Rettungswagen (RTW) verstärkt. Für die Planer steht fest: Während der Sanitätsdienst den Umzug absichert, muss für die anschließenden Feierlichkeiten vor allem der Regelrettungsdienst flexibel angepasst werden.
Hintergrund: Das „Maurer-Schema“
Das im Artikel erwähnte Maurer-Schema ist ein mathematisches Modell zur Ermittlung des notwendigen Sanitätswachdienstes bei Großveranstaltungen. Es berücksichtigt Faktoren wie die Besucherzahl, das Gefahrenpotenzial der Veranstaltungsart (z. B. Sport, Rockkonzert oder Karneval) sowie die Anwesenheit von Prominenten oder Politikern, um eine objektive Personalstärke festzulegen.
Hinweis: Weitere Bilder vom diesjährigen Ossensamstag sind auf dem Blog von Toni Theilmeier zu sehen.














