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Donnerstag, 29. Januar 2026

Sonneborns Rückkehr an die Ursulaschule

Satire-Profi Sonneborn zwischen Abitur-Nostalgie und Brüsseler Realität

Rund 40 Jahre nach seinem Abitur kehrte der Satiriker und EU-Parlamentsabgeordnete Martin Sonneborn an seine alte Wirkungsstätte, das Gymnasium Ursulaschule, zurück. Vor Schülerinnen und Schülern der Oberstufe berichtete der Mitbegründer der Partei „Die PARTEI“ am vergangenen Freitag über seinen Werdegang, die Grenzen der Satire und seinen Alltag im Europäischen Parlament.


Zwischen 3,6er-Schnitt und EU-Mandat

Sonneborn, der 1984 sein Abitur an der Ursulaschule mit einem Schnitt von 3,6 ablegte, gab sich gewohnt selbstironisch. Er fühle sich „leicht verkatert, etwas zu spät und schlecht vorbereitet“ – genau wie bei seiner Biologie-Prüfung vor vier Jahrzehnten. Trotz seiner schulischen Laufbahn, die er mit dem „zweitschlechtesten Abitur“ der Schule abschloss, betonte er dennoch die Bedeutung des an der Ursulaschule vermittelten „humanistischen Fundaments“. Dieses bilde die Basis für seine heutige Arbeit, indem er gesellschaftliche Missstände durch das Prisma der Kunstform Satire analysiert.


Satire als politisches Analysewerkzeug

Im Hauptteil seines Vortrags präsentierte Sonneborn verschiedene Kampagnen seines Wirkens beim Satiremagazin Titanic sowie politische Aktionen seiner Partei. Er erläuterte den Einsatz von Wahlplakaten, die oft erst auf den zweiten Blick ihre volle Bedeutung entfalten oder gezielt provozieren sollen, wie etwa Forderungen nach einer „Dönerpreisbremse“ oder die Verdopplung des Flaschenpfands als sozialpolitische Maßnahmen.

Besonders ausführlich schilderte er seine Erlebnisse im Europäischen Parlament, in dem er seit 2014 als fraktionsloser Abgeordneter sitzt. Sonneborn definierte seine dortige Aufgabe als eine Mischung aus Transparenzherstellung, dem „Ärgern“ etablierter Politiker und der Nutzung der begrenzten Redezeit für pointierte Kritik. Er berichtete von seinen Konfrontationen mit Größen der Europapolitik, darunter Ursula von der Leyen und die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Martin Sonneborn und die Schulleiterin der Ursulaschule, Daniela Boßmeyer-Hoffmann. Foto: Toni Theilmeier

Kritik an der aktuellen Diplomatie

In einem ernsteren Exkurs widmete sich Sonneborn der europäischen Außenpolitik. Er kritisierte die aus seiner Sicht mangelnden diplomatischen Initiativen im Kontext internationaler Konflikte und forderte eine stärkere Rückbesinnung auf Verhandlungslösungen. Diese Haltung verteidigte er auch gegen den Vorwurf der Unseriosität: Satire sei für ihn ein Mittel, um komplexe Machtstrukturen und „moralische Wurstigkeit“ in der Politik offenzulegen. Der Besuch endete mit einer offenen Fragerunde, in der die Schüler die Gelegenheit nutzten, Sonneborn zu ökonomischen Themen, seiner persönlichen Motivation und den Herausforderungen des parlamentarischen Alltags zu befragen. Weitere Bilder finden sie auf dem Blog von Toni Theilmeier. 

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