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Freitag, 23. Januar 2026

Kundgebung gegen den Krieg in Kurdistan

Wieder viel gelernt – leider!

In einigen Teilen Kurdistans gibt es erneut Krieg, von dem man in Deutschland nur die grundsätzlichen Fakten erfährt. Am Mittwoch, dem 14. Januar, hielt eine Versammlung von Kurden eine sehr emotionale Kundgebung vor dem Bahnhof ab, in der in mehreren Reden, auf kurdisch und deutsch, auf die angespannte bis tragische Lage des kurdischen Volks in den in Syrien und den von der Türkei besetzten Teilen Kurdistans hingewiesen wurde.

Mitglieder verschiedenster Gruppierungen stellten ihre Sicht der Dinge dar, die von der Ablehnung des in der letzten Woche noch anstehenden Besuchs in Berlin des Übergangspräsidenten Syriens Al-Sharaa bis zur Erklärung des Interesses der türkischen Regierung an einem Teil Nordostsyriens reichten.

Foto: Toni Theilmeier

In den Reden wurde besonders die Lage der kurdischen SDF-Milizen beklagt, die von der syrischen Armee unter großen menschlichen Verlusten auf beiden Seiten in die Gebiete östlich des Euphrats zurückgedrängt werden sollen. Auch die Lage in den kurdischen Vierteln in Aleppo steuert auf eine humanitäre Katastrophe zu; tausende Menschen sind bereits in die von Kurden verwalteten Teile Syriens geflohen. Besonders die erschütternde Rede von Amina und Rojin ging auf die menschliche Seite des Kriegs in den Vororten von Aleppo ein.

Die bislang geltende Waffenruhe zwischen syrischer und kurdischer Armee wurde auf der Kundgebung mehrfach als hinfällig bezeichnet. Eine inzwischen erneuerte Waffenruhe sieht vor, dass sich alle kurdischen Kämpfer in die Gebiete östlich des Euphrats zurückziehen. Auch soll die Verwaltung der Provinzen Deir al-Sor und Rakka von kurdischer auf die syrische Regierung übergehen, was auf der Kundgebung bereits im vorhinein als umstritten dargestellt wurde.

Ein Hintergrund der Lage in Syrien ist, dass sich wichtige Bodenschätze in den Kurdengebieten befinden, auf die es mehrere Parteien im wieder aufgeflammten Krieg abgesehen haben. Die Kurden fordern schon seit langem vollständige Selbstverwaltung, womöglich im Rahmen einer syrischen Föderation, für diese Gebiete. Die syrische Regierung beharrt ihrerseits darauf, dass sich die kurdischen bewaffneten Kräfte in die syrische Armee eingliedern, was auf der Kundgebung durchgängig skeptisch gesehen wurde. Die Rolle der sogenannten arabischen Stämme und weiterer Bevölkerungsgruppen ist noch unklar, es scheint aber, dass mehrere in die Kämpfe verwickelt sind.

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