Der VfL dreht das Spiel und gewinnt durch zwei Traumtore beim 1. FC Saarbrücken 2:1

Torjubel zum 1:2, Torschütze Erik Engelhardt – Foto: Imago / Jan Huebner 

Der VfL weiß wohl selbst nicht ganz genau, wie er dieses Spiel gegen starke Saarbrücker gewinnen konnte, was für den Tabellenstand und die gute Laune allerdings unerheblich sein sollte. Zwei Traumtore reichten für einen mehr als glücklichen Sieg, über den sich ganz Osnabrück nun bis Samstag freuen kann, wenn es an der Brücke gegen den VfB Oldenburg geht. 

Zur Information: Hier gibt es stets unseren aktuellen VfL-Podcast und Kallas Einwurf rund um die Uhr zu hören. Ansonsten kommt jeden Donnerstag der „VfL-Podcast“ von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag gleich mehrmals.


Vor dem Spiel

Am Donnerstag haben wir von der Rundschau mit dem Präsidenten Holger Elixmann und Geschäftsführer Michael Welling einen VfL-Podcast extra in unserer Gerüchteküche aufgenommen, der morgen um 17.00 Uhr und nochmal am Montag um 22.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 ausgestrahlt wird. 

Dass heute der Fünfte gegen den Vierten spielt, ist hinlänglich bekannt, und dass es um viel geht, auch. Kommen wir also gleich zur aktuellen Lage: Der VfL spielt in bewährter Aufstellung, die Saarbrücker sehen auch keinen Grund, trotz der Niederlage in Aue etwas an der Startaufstellung zu ändern. 

Es werden 10.000 Zuschauer erwartet, davon 1.200 aus Osnabrück, die gleich zu Beginn mit einer tollen Choreographie überzeugen.

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Beginn

Schiedsrichter Alexander Sather aus Grimma pfeift bei bewölktem Himmel und Temperaturen um die 6° an. Anstoß haben die ganz in Weiß angetretenen Osnabrücker.

Die ersten Minuten plätschern unaufgeregt dahin und spielen sich vornehmlich im Mittelfeld ab. In der 8. Minute ein erster Freistoß für den VfL von halbrechts, bei dem der Ball irgendwann über fünf, sechs Stationen von Beermann knapp über das Tor geköpft wird. Gleich darauf ein toller Angriff über Niemannn und Simakala, der die Kugel per Hacke zurück auf Niemann spielt, dessen Schuss allerdings klar rechts am Tor vorbei geht.

Zwingende Chancen gibt es bislang auf keiner Seite, doch auch die Saarbrücker nähern sich hin und wieder dem Osnabrücker Strafraum. Beide Abwehrreihen lassen bislang nicht viel anbrennen, wobei mir die Angriffe des Saarbrücker in den letzten Minuten besser gefallen. 


Nach einer Viertelstunde …

… ist das Spiel noch nicht richtig in Fahrt gekommen. Ein Saarbrücker Angriff endet mit einer Verletzungspause für Beermann, der aber kurz danach weiterspielen kann. Allmählich kippt das Spiel in Richtung der Saarbrücker, deren Angriffe sich aber zunächst im Nichts verlaufen. Dann gleich zwei Chancen, einen Schuss von Rabihic aus gut 16 Metern kann Kühn zur Ecke klären, die danach richtig gefährlich wird, als Uaferro den Ball an den zweiten Pfosten köpft.

Kurz darauf legt sich Kühn den Ball fast selbst ins Netz, als er einen katastrophalen Pass direkt auf Grimaldi spielt, der aber mit der geschenkten Chance nicht viel anzufangen weiß. Die Saarbrücker sind am Drücker – sry, der Reim war nicht geplant und klingt wie eine billige BILD-Zwischenüberschrift – und es gibt nur wenige Entlastungsangriffe des VfL.

Derzeit sind die Gastgeber einem Treffer zwar näher als der VfL, aber das Spiel hat bislang generell kein hohes Niveau, wobei der VfL diesbezüglich den Gastgeber toppt. Und dann fällt nicht ganz unerwartet und dennoch überraschend das 1:0 für die Saarländer: Ernst flankt von rechts in Richtung Torraum, wo Günther-Schmidt, der von Gyamfi nicht entscheidend gestört wird, per Flugkopfball den Ball ins lange Eck setzt.     


Halbzeitfazit

Kein schönes Spiel, da sich beide Mannschaften über weite Phasen gegenseitig den Schneid abkaufen ließen. Saarbrücken ist von zwei mittelmäßig agierenden Teams das bessere und erzielte nicht ganz unverdient die Führung. Der VfL muss sich gewaltig steigern, um hier noch etwas zu holen. Lassen wir uns von der zweiten Hälfte überraschen …


Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte … 

… und in der 48. Minute fast das 2:0 für die Gastgeber: Gerber flankt in den Torraum, Gyamfi steht wie schon beim ersten Treffer zu weit weg vom Gegner, und Rabihic scheitert aber aus fünf Metern am toll reagierenden Kühn. Die Saarbrücker bleiben am Drücker und bringen den VfL immer wieder arg in Verlegenheit. Die Abwehr scheint kurz davor zu sein, die weiße Fahne zu hissen, denn es spielen sich unglaubliche Szenen im Osnabrücker Strafraum ab.

Zunächst zwei Chancen der Saarbrücker: Ernst scheitert an Kühn, der die Kugel mit dem Fuß klären kann, und der Nachschuss von Günther-Schmidt kracht gegen den Pfosten. Gleich darauf kommt Rabihic an den Ball und knallt ihn aus kurzer Entfernung übers Tor. Osnabrück wackelt und es hätte schon gut und gerne 2 oder 3:0 stehen können.

Trainer Schweinsteiger muss reagieren und tut das auch, für Kunze und Niemann kommen Wulff und Heider ins Spiel, wobei Wulff gleich eine gute Chance vergibt, als er sich am Strafraum festrennt, anstatt zu schießen oder abzuspielen. 


Nach 60 Minuten …

… scheint der VfL durch die Wechsel etwas mehr Halt und Zugriff zum Spiel zu bekommen. Und dann passiert das, was man nur als „im Fußball ist alles möglich“ bezeichnen kann. Der VfL erzielt binnen zwei Minuten die 2:1 Führung und Wegbereiter ist in beiden Fällen Dauerläufer Tesche::

Er erkämpft sich den Ball energisch im Halbfeld, setzt sich gegen einen weiteren Saarbrücker durch und passt im Fallen auf Simakala, der am Strafraumrand nach innen zieht, zwei, drei Gegenspieler aussteigen lässt und den Ball mit einem Kunstschuss ins lange Eck setzt. Ein Traumtor und es steht 1:1.

Und beim 2:1 spielt Tesche den entscheidenden Pass auf Engelhardt. Der zieht in den Strafraum, lässt sich etwas zu weit nach rechts abdrängen, schießt und der geklärte Ball landet wieder beim mittlerweile fast bis zur Grundlinie durchgelaufenen Engelhardt, der in einer unfassbaren Gerd-Müller-Meets-Lothar-Emmerich-Gedächtnis-Aktion die Kugel aus spitzestem Winkel mit dem linken Außenrist über den Torwart und zwei Abwehrspieler hinweg ins Netz hebt. Ein wahnsinniges Tor, für das es noch keine beglaubigte Formel in der Grenzwertmathematik.

Was für eine großartige und völlig unverdiente Führung dank zweier Traumtore. Statt 3:0 für Saarbrücken steht es 2:1 für den VfL.

Aber die Saarländer machen munter weiter beim Vergeben von Chancen. Kerbers Kopfball kracht gegen die Latte und es folgen weitere Möglichkeiten für die Saarländer. Hin und wieder kommt nun aber auch der VfL gefährlich vor das Saarbrücker Tor, so dass hier vermutlich noch ein Treffer auf einer der beiden Seiten fallen dürfte. Die Abwehr wackelt nach wie vor, darüber kann auch  nicht die ein oder andere gelungene Strafraumaktion von Beermann hinwegtäuschen.

Es gibt fünf Minuten Nachspielzeit. Das ist verdammt lang und dennoch nicht lang genug, um den Sieg noch abzugeben. Und nun die Abschlussfloskel: Wer solche dreckigen Spiele gewinnt, steigt auch auf!


Fazit

Der VfL weiß wohl selbst nicht ganz genau, wie er dieses Spiel gegen starke Saarbrücker gewinnen konnte, was für den Tabellenstand und die gute Laune allerdings unerheblich sein sollte. Zwei Traumtore reichten für einen mehr als glücklichen Sieg, über den sich ganz Osnabrück nun bis Samstag freuen kann, wenn es an der Brücke gegen den VfB Oldenburg geht. 

 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 9.264, davon etwa 1.264 aus Osnabrück

Tore:
1:0 Günther-Schmidt (45.+2)
1:1 Simakala (65.)
1:2  Engelhardt (67.)

Gelbe Karten:
(19.) Gnaase
(36.) Uaferro
(44.) Kunze
(56.) Thoelke
(76.) Cuni
(84.) Wulff   

1. FC Saarbrücken:
Batz – Thoelke, Zeitz, Uaferro – Ernst (71. Gaus), Gnaase (71. Neudecker), Rizzuto – Günther-Schmidt, Kerber – Rabihic (71. Cuni), Grimaldi,
Trainer: Rüdiger Ziehl

VfL Osnabrück:
Kühn – Traoré, Gyamfi, Beermann, Kleinhansl – Kunze (57. Wulff), Köhler, Tesche – Niemann (57. Heider), Engelhardt (86. Higl), Simakala (90. Chato)
Trainer: Tobias Schweinsteiger

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)



Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 10.09.1983 in 23 Pflichtspielen aufeinander, wobei die Bilanz 9-6-8 lautet. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellendzweite VfL (3,12) gegen den Dritten aus Saarbrücken (3,18). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellendvierter des 5. Spieltags der 3. Liga gegen den Fünften.

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

 

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