Der VfL holt mit einer wenig spektakulären, aber routinierten Leistung den 11. Auswärtssieg gegen doch recht handzahm auftretende Ingolstädter. Wie schon im Hinspiel erzielte Joker Badjie den Siegtreffer. Der VfL darf sich nun auf die 2. Liga schon einmal vorfreuen.
Hier die letzten vier Punktspiele für den VfL:
Verl (H), Wiesbaden (A), Ulm (H), Stuttgart II (A). Alle Termine gibt es auch hier.
Unsere ohnehin umfangreiche VfL-Berichterstattung wird seit der Rückserie um ein weiteres Format ergänzt, und zwar um das „Vorspiel im Gästezimmer“ und das „Vorspiel im Wohnzimmer“.
Zur Information: Unsere Spielberichte werden wie ein Liveticker direkt am Laptop verfasst und gleich nach Schlusspfiff ohne Netz und doppelten Boden ins Internet gesetzt. Die Rubrik „Zahlen, Daten, Fakten“ wird, falls notwendig, mitunter erst einige Stunden nach dem Spiel vervollständigt, dasselbe gilt für Korrekturen von Tippfehlern.
Vor dem Spiel
Der VfL tritt heute mit dieser Startelf an, zumal Lars Kehl offenbar wieder fit ist.
Jonsson – Janotta, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Wagner, Lesueur – Kopacz, Meißner, Kehl
Die Gastgeber erwarten 7.500 Zuschauer, davon um die 1.200 aus Osnabrück.
Beginn
Schiedsrichter Felix Weller (30) aus Neunkirchen (Siegerland) pfeift bei fast wolkenlosem Himmel und frühsommerlichen Temperaturen um die 22 Grad an.
Anstoß hat der VfL, der zunächst in Richtung Ingolstädter Fankurve spielt und auf der Gegenseite machen die VfL-Fans mächtig Stimmung.
Die ersten Minuten passiert nichts Aufregendes. Beide Mannschaften schieben sich den Ball in den eigenen Reihen zu und sind bemüht, den Gegner vom eigenen Strafraum fernzuhalten.
In der 11. Minute der erste Schuss aufs Ingolstädter Tor, als Lesueur aus spitzem Winkel abzieht, aber Eisele klärt zur Ecke, die allerdings nichts einbringt.
In der 13. Minute gibt es die erste gelbe Karte, als David Kopacz vom Ingolstädter Jonas Scholz von den Beinen geholt wird.
Nach einer Viertelstunde …
… ist der VfL das aktivere Team, muss aber jederzeit mit Kontern der Ingolstädter rechnen. Bis auf Lesueurs Gelegenheit in der 11. Minute gab es bislang auf beiden Seiten keine zwingenden Torchancen.
Es ist beíleibe kein herzergreifendes Spiel, kaum Torchancen und viele Abspielfehler auf beiden Seiten. Dennoch ist der VfL ab Mitte der zweiten Hälfte das bessere Team und startet einen Angriff nach dem anderen, was sich auch im Eckenverhältnis 5:1 ausdrückt.
Nach Zuspiel von Aktivposten Lesueur kommt Meißner auf Höhe der Strafraumkante an den Ball, legt ihn sich mit einer Körpertäuschung vor, zieht dann aber zu zentral ab. Dennoch ist das der Start zu einer Art Softpowerplay des VfL, aber die Schanzer verteidigen gut und können diese Drangphase nach einigen Minuten unbeschadet überstehen.
In der 40. Minute erzielen die Schanzer nach einem Konter ein Abseitstor, danach trudelt das Spiel dem Halbzeitpfiff entgegen.
Halbzeitfazit
Der VfL ist zwar bislang das aktivere und auch bessere Team in einem nur wenig attraktiven Spiel, dennoch geht das 0:0 trotz Lesueurs und Meißners Torchancen in Ordnung, zumal die Ingolstädter durch Konter ihre Gefährlichkeit zumindest andeuten. Blöde, aber wahr: Hier ist noch alles möglich.
| Tipp: Die Halbzeitgedanken, eine Melange aus Hintergrundinformation und Kommentar, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Sie fallen hin und wieder recht knapp, manchmal aber auch sehr ausführlich aus. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig und informativ ist: Ganz einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.
Halbzeitgedanken: Den FC Ingolstadt 04 gibt es erst seit 2004 durch die Ausgliederung der Fußballabteilungen der Vereine MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt, ist also ein auf dem Reißbrett zusammengeflicktes Kunstprodukt. Der Verein hat heute 2.350 Mitglieder und die Fußballfirma spielt im 2010 eröffneten Audi-Sportpark. Schöne neue Fußballwelt.
Oberbürgermeister ist seit dem 1. März 2025 Michael Kern von der CSU.
Sieht man von den Audi-Werken ab, ist Ingolstadt zumindest im Altstadtbereich ganz gut gelungen. Mit dem Kabarett bin ich immer in der Kleinkunstbühne „Neue Welt“ aufgetreten. Ein uriger Laden mit dem Wirt Walter Haber, der über die Jahrzehnte zum Freund wurde – er hatte schon vor über 40 Jahren Konzerte mit meinen Rockbands veranstaltet. Untergebracht war ich als Kabarettist immer in einem Hotel unweit der Neuen Welt. Viel mehr als dieses Hotel und die Kleinkunstbühne habe ich von Ingolstadt nie kennengelernt, zumal wir in der Neuen Welt zumeist noch bis in den frühen Morgen hinein gelabert und Whisky getrunken haben, obwohl ich Whisky abscheulich finde, aber was tut man nicht alles, um nicht vorzeitig ins Bett zu müssen …? Eines Abends oder besser: frühen Morgens, blieb ich im Hotelfoyer vor einer Ehrentafel stehen, auf der mit Stolz auf all die einstigen Ehrengäste in diesem Haus hingewiesen wurde. Als ich „Heinrich Himmler“ las, ging ich sofort ins Bett, und schaute mir das Ganze am nächsten Tag durch zusammengekniffene Augen hindurch nüchtern an. Dort stand immer noch „Heinrich Himmler“. Danach hat mich Walter nie wieder dort untergebracht. Das Hotel gibt es mittlerweile nicht mehr, Heinrich Himmler auch nicht. |
Beide Mannschaften wechseln nicht zur zweiten Hälfte …
… und der VfL kommt nach wenigen Sekunden zur ersten guten Torchance, als Kopacz von der Grundlinie zurück auf Meißner spielt, dessen Schuss aber knapp am Tor vorbei geht.
Der VfL ist nun im Vorwärtsgang, kommt erneut durch Meißner, dann durch Lesueur und Kopacz zu Abschlüssen, es fehlt aber noch der Biss, der nun durch die Einwechslung von Badjie auf dem Platz sein könnte.
Nach 60 Minuten …
… gibt es die üblichen Wechsel auf beiden Seiten und der VfL drückt auf die Führung, kommt zu etlichen Chancen und lässt auch hinten nichts anbrennen.
In der 60. Minute zieht Wagner aus 24 Metern ab und Eisele muss sich gewaltig strecken, um den Ball über die Latte zu lenken. Die bislang spektakulärste Aktion im Spiel.
Gerade will ich schreiben, dass durch die Einwechslung von Badjie endlich etwas mehr Leben ins VfL-Spiel gekommen ist, da schießt er einfach das 1:0. Und wie! Er behauptet den Ball auf der linken Seite in Strafraumhöhe, zieht nach innen und trifft unhaltbar ins lange Eck, wobei der Ball leicht abgefälscht wurde.
Die Ingolstädter versuchen nun natürlich alles, es ist eine dieser Schlussphasen auf die ich gut verzichten kann. Und in der 90. Minute fast tatsächlich der Ausgleich, als Gül im Sechzehner verdeckt mit Wucht aufs Tor schießt, aber Jonsson mit einer Glanzparade den Ball um den Pfosten lenken kann.
Dann ertönt der befreiende Schlusspfiff.
Fazit
Der VfL holt mit einer wenig spektakulären, aber routinierten Leistung den 11. Auswärtssieg gegen doch recht handzahm auftretende Ingolstädter. Wie schon im Hinspiel erzielte Joker Badjie den Siegtreffer. Der VfL darf sich nun auf die 2. Liga schon einmal vorfreuen.
Hier die letzten vier Punktspiele für den VfL:
Verl (H), Wiesbaden (A), Ulm (H), Stuttgart II (A). Alle Termine gibt es auch hier.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 7.570, davon gut 1.200 aus Osnabrück
Tore:
0:1 Badjie (83.)
Gelbe Karten:
(13.) Scholz
(15.) Kopacz
(18.) Jacobsen
(75.) Janotta
Gelb-Rote Karten:
(.)
Rote Karten:
(.)
FC Ingolstadt 04
Eisele – Deichmann, Antzoulas, Lorenz, Scholz, Christensen – Besuschkow, Carlsen – Costly, Sturm, Kaygin
Trainer: Sabrina Wittmann
VfL Osnabrück:
Jonsson – Janotta, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Jacobsen, Wagner (90.+1 Henning), Lesueur (79. Pröger) – Kopacz (79. Kania), Meißner (90.+1 Tesche), Kehl (61. Badjie)
Trainer: Timo Schultz
Schiedsrichter: Felix Weller (30) aus Neunkirchen (Siegerland)
Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 21. September 2008 dreizehnmal in Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 8-1-4. Hier geht es zur kompletten Statistik von “weltfussball.de“.
Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,07 auf Platz 2 und der FC I (3,36) auf Platz 11. Tatsächlich spielt der VfL als 1. der 3. Liga gegen den 14. des 33. Spieltags.
Ergebnisse und Tabelle der 3. Liga





Ingolstadt hat 142.000 Einwohner.








