Samstag, 26. November 2022

Der VfL Osnabrück gewinnt beim SV Meppen verdient mit 3:0 und kann nun gelassener in die fußballfreie Zeit blicken …

Nach holprigem Beginn kam der VfL immer besser ins Spiel und siegte am Ende verdient mit 3:0. Der zweite Sieg in Folge und der erste Auswärtssieg in dieser Saison lassen ein gewaltiges Stück entspannter in die fußballfreie Zeit blicken, die erst am 14.01.2023 an der Brücke gegen Viktoria Köln beendet wird.

Zur Information:
Unsere VfL-Podcasts und seit heute auch „Kallas Einwurf“ können, nachdem sie bei OS-Radio 104.8 gesendet worden sind, rund um die Uhr auf unserer Podcast Seite angehört werden. Die VfL Podasts laufen jeden Donnerstag von 19.00 – 20.00 und direkt anschließend auf unserer Seite. „Kallas Einwurf“ wird jeden Freitag gegen 9:10 Uhr, 13:40 Uhr und 17:10 Uhr gesendet und kann dann ab 18:00 bei uns abgerufen werden.

 

Vor dem Spiel …

Da der Verein keine Pressekonferenzen gibt, zitiere ich mal Daniel Scherning auf der PK vor dem Spiel am 26.02.22 in Meppen: „Für die Tabelle geht es nur um drei Punkte, für das Umfeld und den Verein natürlich um wesentlich mehr. Wir freuen uns auf ein tolles Spiel vor einer tollen Kulisse.“ So austauschbar diese Phrasen auch sein mögen, so überraschte er doch ausgesprochen positiv mit einem grundsätzlichen Statement: Auf die Frage, inweit der Krieg in der Ukraine die Stimmung in der Mannschaft und im gesamten Umfeld beeinflusse, zitierte er mit ernster Miene Annalena Baerbocks Satz „Wir sind in einer anderen Welt aufgewacht“, und wenn man bedenke, was in der Ukraine vor sich geht, sei es nun etwas komisch, über Fußball zu reden.

Und weiter hieß es in unserem damaligen Spielbericht: „Dem kann man sich nur anschließen. Einst „wichtige“ Ereignisse erhalten von heute auf morgen eine völlig neue Wertigkeit. Es ist, als hätte man mit dem Verlust des Friedens einen guten Freund verloren, für den nun vor dem Spiel eine Art Gedenkminute abgehalten wird. Die Mannschaften laufen zu John Lennons „Imagine“ auf. Mehr Kontrastprogramm zur zuvor eingespielten martialischen von Heino gesungenen und völlig bescheuerten Niedersachsenhymne geht nicht.“ Eine Schweigeminute mit anschließenden Friedensappellen lassen den schrillen Nachhall der Niedersachsenhymne verklingen.

Soweit so gut und so traurig: Denn die von Heino gejodelte Niedersachsenhymne schallt auch dieses Mal durchs weite Rund und lässt meine klammheimliche Sympathie mit den Emsländern in der Keller rutschen.

Kommen wir nun zu etwas völlig Unwichtigem, das aber Spaß machen kann, nämlich zum Sport und da fällt auf, dass Schweinsteiger im Grunde auf die Elf vom Mittwoch vertraut, allerdings ist Wulff für den verletzten Kunze dabei.


Beginn

Schiedsrichter Nicolas Winter, der den meisten noch als umsichtiger Entscheider vom Skandalspiel gegen den MSV Duisburg bekannt sein sollte, pfeift bei fast wolkenfreiem Himmel und angenehmen Temperaturen knapp unter 15 Grad an.

Anstoß haben die ganz in Weiß angetretenen Osnabrücker. Immerhin ist das Stadion mit 12.700 Zuschauer:innen ausverkauft, davon wenigstens 1.500 aus Osnabrück.

Zu Beginn wirken die Aktionen beider Mannschaften etwas überhastet, wenngleich sich Meppen immer wieder gefährlich dem Osnabrücker Strafraum nähert. Dann in der 6. Minute die erste große Chance für die Meppener: Pourie zieht von halblinks aus 15 Metern ab. Admaczyk kann zwar klären, aber der Ball springt nach vorn und es kommt nach einer brenzligen Situation zu einem Freistoß von der Strafraumkante, der allerdings zu harmlos ausgeführt wird.

Ein weiterer Freistoß kurz darauf für den VfL wird von Simakala gefährlich vor das Tor gebracht und von Köhler in Richtung Tor weitergeleitet, aber Domaschke ist auf dem Posten.


Nach einer Viertelstunde …

… lebt das Spiel nach wie vor vom Kampf und bietet nur wenig attraktiven Fußball, wobei die Meppener aggressiver und entschlossener wirken und immer wieder mehr oder weniger gefährlich vor dem Osnabrücker Strafraum auiftauchen. 3:0 Ecken und 62 % Ballbesitz sprechen nach zwanzig Minuten eine ziemlich deutliche Sprache.

Mitte der ersten Halbzeit ist das Spiel zwar etwas ausgeglichener, dennoch liegen die größeren Spielanteile bei den Meppenern.

Mittlerweile 4:1 Ecken. Nach wie vor macht Meppen mehr Druck und ist die gefährlichere Mannschaft. Kaum schreibe ich das, zieht Simakala aus 20 Metern ab, aber Domaschke macht sich lang und kann den Ball zur Ecke klären. Kurz darauf semmelt Simakala die Kugel aus fünf Metern an die Latte, nachdem der Ball zuvor von rechts von Tesche quer gespielt worden war. Der VfL nimmt nun endlich am Spiel gleichberechtigt teil.

In der 42. Minute dann ein glücklicher Elfmeter für den VfL. Engelhardt fädelt bei Risch geschickt ein, lässt sich foulen und fällt zu Boden. Simakala verwandelt den fälligen Strafstoß perfekt links in den Winkel und es steht 1:0 für den VfL. Kurz darauf ist Halbzeit.


Halbzeitfazit

In einer von beiden Seiten intensiv und entsprechend hektisch geführten Partie hat der VfL nur langsam ins Spiel gefunden, dass die ersten 25 Minuten von den Meppenern dominiert wurden, dürfte unstrittig sein. Allmählich übernahm der VfL die Regie und ein glücklicher Elfmeter brachte in der 42. Minute die 1:0-Führung. Ob sich die im Angriff recht harmlosen Meppener gegen eine drohende Heinniederlage werden wehren können, bleibt abzuwarten.


Der VfL geht unverändert in die zweite Hälfte …

… bei den Meppenern kommen Faßbender und Osée für Risch und Ballmert ins Spiel. Der VfL ist weiterhin regieführend, lässt die zweite Hälfte ruhig angehen und schlägt dann in der 51. Minute zu:

Wulff hebt den Ball aus dem Mittelfeld über die Meppener Abwehr auf Tesche. Der läuft bis zur Grundlinie, lässt zwei, drei Meppener stehen, passt auf den freistehenden Simakala zurück und der lässt sich die Chance nicht nehmen und zeffert die Kugel dieses Mal nicht gegen, sondern unter die Latte. Der VfL führt 2:0.


Nach 60 Minuten …

… beherrscht der VfL nun das Spiel, bleibt unerbittlich am Drücker und will das dritte Tor. Und schon passiert es: Simakala spielt im Halbfeld enen Querpass auf Wulff, der stürmt zielstrebig aufs Tor zu und versenkt den Ball im langen Eck.

Zwanzig Minuten vor Schluss wechselt Schweinsteiger aus: Für die 1. Alte Herren (Heider und Tesche) kommen Higl und Chato. Meppen ist zwar stets bemüht, bringt aber nicht viel zustande, mit Ausnahme eines sehenswerten Fallrückziehers in der 76. Minute, der von Adamczyk mit einer ebenso sehenswerten Parade geklärt werden kann.

Die nächsten Minuten werden wie üblich durch Spielerwechsel unterbrochen und der VfL ist nun einem vierten Tor näher als die Meppener dem ersten. Higl setzt sich auf links gut durch, aber der Winkel ist irgendwann zu spitz und sein Schuss geht weit am langen Pfosten vorbei. Es bleibt bis zum Schlusspfiff beim 3:0.


Fazit:

Nach holprigem Beginn kam der VfL immer besser ins Spiel und siegte am Ende verdient mit 3:0. Der zweite Sieg in Folge und der erste Auswärtssieg in dieser Saison lassen ein gewaltiges Stück entspannter in die fußballfreie Zeit blicken, die erst am 14.01.2023 an der Brücke gegen Viktoria Köln beendet wird.

 



Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 12.700, davon gut 1.500 aus Osnabrück

Tore:
0:1 Simakala (42. Foulelfmeter.)
0:2 Simakala (51)
0:3 Wulff (70.)

Gelbe Karten:
(38.) Traoré
(40.) Heider
(70.) Higl

SV Meppen:
Domaschke – Fedl, Kraulich, Dombrowka – Pepic, Blacha – Ballmert, Vogt, Risch – Abifade, Pourié
Trainer: Stefan Krämer

VfL Osnabrück:
Adamczyk – Traoré (79. Itter), Gyamfi, Beermann, Kleinhansl – Wulff (85. Rorig), Köhler, Tesche (71. Chato) – Engelhardt, Simakala (85. Niemann) – Heider (71. Higl)
Trainer: Tobias Schweinsteiger

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Hagenbach)



Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 22. November 1970 in 27 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 14:8:6 für den VfL. Hier geht es zur kompletten Statistik von “weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellensiebte VfL (3,34) gegen den Zwölften aus Meppen (3,40). Tatsächlich spielt der VfL als Dreizehnter des 16. Spieltags der 3. Liga gegen den Achtzehten.


Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

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