Der VfL verpasst gegen starke Freiburger den Sieg mit dem Schlusspfiff

In einer teilweise hektischen Partie mit vielen Höhepunkten auf beiden Seiten holt der VfL gegen einen starken Gegner aus Freiburg ein mehr als verdientes Unentschieden, das am Ende sogar hätte vergoldet werden können.

Am nächsten Samstag beginnt das Quartett der „Sechspunktespiele“ in Mannheim, danach kommt Dresden nach Osnabrück, dann muss der VfL nach München und schließlich tritt die SV Elversberg in Osnabrück an. Nach dieser Rosskur geht es bis zum Saisonende gegen sechs Teams aus der unteren Hälfte. Jaja, die müssen auch ersteinmal geschlagen werden …  

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Vor dem Spiel

Dass die zweiten Mannschaften von Bundesligavereinen in der 3. Liga partout nichts zu suchen haben und lediglich einer gnadenlosen Wettbewerbsverzerrung dienlich sind – wenn man als Gegner Glück hat, setzen die keine Spieler aus der ersten Mannschaft ein. So überflüssig wie diese „zweiten“ Mannschaften sind auch die Diskussionen darüber, da es schlichtweg keine fairen Argumente dafür gibt.

Heute beginnt mit dem Spiel gegen die Freiburger für den VfL die erste von fünf Partien gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenregion – rechnen wir 1860 mal großzügig dazu. Danach folgt das vermeintlich leichtere Restprogramm. Auf jeden Fall dürften die Karten, bevor es in den Endspurt geht, nach dem Heimspiel gegen Elversberg neu gemischt sein.

Beim VfL steht für den gelbgesperrten Omar Traoré auf der rechten Seite Henry Rorig in der Startelf, ansonsten bleibt es bei der bewährten Stammaufstellung. 

Es werden gut 13.000 Zuschauer erwartet, davon etwa 13 aus Freiburg.


Beginn

Schiedsrichter Tom Bauer aus Mainz pfeift bei leicht bewölktem Himmel und frühlingshaften Temperaturen um die 15° an. Anstoß haben die in Lila-Weiß angetretenen Osnabrücker, die in der ersten Hälfte in Richtung Ostkurve spielen. Die Platzwahl der Freiburger stößt traditionell auf wenig Gegenliebe beim Publikum

Gleich  während der ersten Minuten geht es bei den Freiburgern ausschließlich über links, weil man offenbar und nicht ganz zu unrecht auf der Seite eine Schwächung durch das Fehlen von Traoré vermutet. In der 6. Minute eine erste Kopfballchance für die Gäste, der anschließende ungenaue Abstoß von Kühn sorgt für unnötige Gefahr.

Hier spielt derzeit nur eine Mannschaft und die kommt aus dem Breisgau. In der 10. Minute immerhin eine erste Chance für den VfL. Köhler schickt Niemann, dessen exakt getimter Pass den links durchgestarteten Engelhardt erreicht, doch wird der Winkel für einen erfolgreichen Abschluss zu spitz. 


Nach einer Viertelstunde …

… bestimmen die Freiburger nach wie vor das Spielgeschenen und bringen die Abwehr des VfL immer wieder arg in die Bredouille. Und dann passiert es: Nach einem katastrophalen Abspielfehler von Sven Köhler kommt Wagner an den Ball und schickt Vermeij los, der ohne zu fackeln aus fünf, sechs Metern abzieht und Kühn keine Chance lässt. Was sich  die ersten Minuten angekündigt hat, ist nun eingetroffen: Freiburger führt seit der 18. Minute mit 1:0.

Der VfL muss nun endlich aufwachen und gewaltig aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen. Und dann fällt in der 28. Minute tatsächlich der Ausgleich und zwar durch den Spieler, den einige schon als Chancentod bezeichnet hatten: Nach einem längeren Ballbesitz des VfL über mehrere Station im Mittelfeld stürmt Niemann von links auf den gegnerischen Strafraum zu, kommt nach perfektem Doppelpass mit Engelhardt erneut an den Ball und zeffert die Kugel aus spitzem Winkel satt in die Maschen. Es steht wider Erwarten 1:1. 

Der VfL ist nun im Spiel angekommen und nimmt den Freiburgern das Heft aus der Hand. Ein zweites Tor für den VfL in der 36. Minute wird wegen Abseits von Simakala nicht gegeben. 

In der 41. Minute eine verpasste Chance, als ein Schuss von Kleinhansl an Freund und Feind vorbei Atubolu hätte irritieren können. Im Gegenzug fabriziert Tesche fast ein Eigentor, als er gefährlich auf das eigene Tor köpft, Kühn aber den Ball über die Latte lenken kann.


Halbzeitfazit

Ein temporeiches Spiel, bei dem sich beide Mannschaften nichts schenken. Die ersten 20 Minuten gehörten allein den Breisgauern, die fast zwangsläufig der Führung erzielten. Danach wachte der VfL auf, übernahm die Regie und erzielte durch einen tollen Linksschuss von Niemann den Ausgleich. Von nun an hatte der VfL sogar Chancen zur Führung, aber letztendlich ist dieser Spielstand leistungsgerecht.


Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte …

… und der VfL beginnt gleich mit einem über sieben, acht Stationen perfekt vorgetragenen Angriff, bei dem der Ball irgendwann bei Kleinhansl landet, dessen weite Flanke von Engelhardt mit dem Kopf allerdings rechts neben das Tor gesetzt wird.

Freiburg reagiert, wie gehabt, mit gefährlichen Angriffen über links.  In er 58. Minute kann Kühn einen gefährlichen Schuss von Baur aus spitzem Winkel zur Ecke klären. Diese erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit erinnert ein wenig an den Spielbeginn, wenngleich der VfL nun hinten stabiler zu stehen scheint …


Nach 60 Minuten …

… muss der VfL mehr tun, wenn er hier noch etwas holen will. Das Publikum merkt, dass die Freiburger wieder zu viel Oberwasser erlangt haben und Trainer Schweinsteiger schickt für Niemann und Simakala, dem heute nicht viel gelang, Wulff und Higl aufs Feld.

Das Spiel hat sich, bedingt durch einige Auswechslungen auf beiden Seiten, ein wenig beruhigt. Sehen wir heute nach dem Spiel in Essen erneut ein Unentschieden? Man merkt den Freiburgern an, dass es für sie um nichts geht und sie völlig unbelastet auftreten können. Eine kleine Schusschance durch Wulff ist eines der wenigen Highlights in diese Phase.

In der 74. Minute wird Tesche im gegnerischen Strafraum vom Freiburger Yannik Engelhardt geschubst, der Elfmeterpfiff bleibt aus und Tesche bekommt stattdessen die gelbe Karte wegen einer nicht stattgefundenen Schwalbe. Zum Heimschiedsrichter taugt Tom Bauer aus Mainz jedenfalls nicht. In der 81.Minute die Riesenchance zum 2:1 durch Tesche. Rorigs Freistoß landet bei Tesche am langen Pfosten, der den abgefälschten Ball aber nicht mehr richtig treffen kann und ihn per Kopf neben das Tor setzt. 

Marc Heider kommt für Kunze ins Spiel, das seit einer Minute nur noch mit zehn Freiburgern stattfindet, denn Yannik Engelhardt erhält nach einem Foul an Namensvetter Erik in der 86. Minute die gelb-rote Karte.

Der VfL ist nun am Drücker, aber die Freiburger wehren sich geschickt. Dennoch hat Robert Tesche die Führung auf dem Fuß, als er aus wenigen Metern den schwer zu nehmenden Ball über das Tor setzt.

Dann aber mit den Schlusspfiff die größte Chance im Spiel, die Riesenchance zur Führung durch Higl, der das Kunststück fertigbringt, eine perfekte Hereingabe von Engelhardt aus sieben Metern über das Tor zu semmeln. 


Fazit

In einer teilweise hektischen Partie mit vielen Höhepunkten auf beiden Seiten holt der VfL gegen einen starken Gegner ein mehr als verdientes Unentschieden, das am Ende sogar hätte vergoldet werden können.

Am nächsten Samstag beginnt das Quartett der „Sechspunktespiele“ in Mannheim, danach kommt Dresden nach Osnabrück, dann muss der VfL nach München und schließlich tritt die SV Elversberg in Osnabrück an. Nach dieser Rosskur geht es bis zum Saisonende gegen sechs Teams aus der unteren Hälfte. Jaja, die müssen auch ersteinmal geschlagen werden …  

 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer:innen: 13.259 davon 13 aus Freiburg

Tore:
0:1 Vermeij (18.)
1:1 Niemann (27.)

Gelbe Karten:
(56.) Köhler
(74.) Tesche
(82.) Y. Engelhardt
(86.) Gelb-rote Karte Y. Engelhard
(90.+3) Wagner

VfL Osnabrück:
Kühn – Rorig, Gyamfi, Beermann, Kleinhansl -Kunze (87. Heider), Köhler, Tesche – Niemann (64 Wulff), Engelhardt, Simakala (64. Higl)
Trainer: Tobias Schweinsteiger

SC Freiburg II:
Atubolu – Treu, Rosenfelder, Ezekwem, Guttau – Wagner, Engelhardt, Fahrner (69. Lee) – Kehl (54. Stark), Vermeij, Baur (69. Prokopenko/88. Braun-Schumacher)
Trainer: Thomas Stamm

Schiedsrichter: Tom Bauer (Mainz)



Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs in dieser Konstellation – Freiburg II ist nun mal nicht Freiburg I – erst dreimal aufeinander und die ernüchternde Bilanz lautet 0-1-2. Hier geht es zur kompletten Möchtegernstatistik von weltfussball.de“.

Tabellarisches:
Laut Kicker-Formtabelle spielt der Tabellenzweite VfL (3,10) gegen den Tabellenvierten aus Freiburg (3,20). Tatsächlich spielt der VfL als Tabellenfünfter des 27. Spieltags der 3. Liga gegen den Tabellenzweiten.

Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 3. Liga:

 

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