Donnerstag, 23. Mai 2024

Einbruch statt Aufbruch: Der VfL verliert sang- und klanglos 7:0 bei Hannover 96 …

Der VfL zeigte eine ordentliche Leistung, bis Kunzes Lapsus in der 21. Minute 96 in Führung brachte. Niemann vergibt kurz darauf die Riesenchance zum 1:1, während Wiemanns hartes Einsteigen im Mittelfeld mit Rot geahndet wurde. Diese drei fatalen Fehler nahmen den VfL komplett aus dem Spiel, der danach praktisch nicht mehr stattfand und auch in dieser Höhe verdient verloren hat, zumal nur Torwart Grill Normalform zeigte.   

Der VfL hat nun zwei Heimspiele, und zwar am Freitag, den 22.09, gegen der HSV um 18.30 Uhr und dann am Sonntag, den 01.10., kommt der 1. FC Kaiserslautern um 13.30 Uhr an die Brücke.

Zur Information: Hier gibt es stets unsere aktuellen VfL-Podcasts und Kallas Einwürfe rund um die Uhr zu hören. Ansonsten wird der aktuelle VfL-Podcast jeden Donnerstag von 19.00 bis 20.00 Uhr auf OS-Radio 104,8 übertragen und „Kallas Einwurf“ jeden Montag und Freitag mehrmals am Tag.


Vor dem Spiel

Zur Abrundung unserer Podcasts hier die Statements der Trainer vor der heutigen Partie, übernommen von bundesliga.com:

Tobias Schweinsteiger:
„Hannover ist ein Gegner mit sehr hoher individueller Qualität, die jetzt auch schon ein bisschen länger mit S1tefan Leitl zusammenarbeiten. Die werden uns alles abverlangen, aber trotzdem bieten sie uns Optionen, wo wir sie vielleicht packen können.“

Stefan Leitl:
„Osnabrück ist eine Mannschaft, die über Erfahrung in der 2. Bundesliga verfügt, viele von ihnen spielen schon lange in der Liga. Sie sind schnell, haben eine gute Präsenz und schlagen gute Standards. Es wird ein schwieriges Spiel.“

Man darf gespannt sein, wie die Länderspielpause genutzt wurde und ob sich ein Stamm herauskristallisiert hat. Welche Rolle wird Michaël Cuisance spielen? Nun, der sitzt erst einmal auf der Bank und sicherlich wird sich das Trainerteam bei der der Startaufstellung einiges gedacht haben. Die lautet nämlich:

Grill – Ajdini, Gyamfi, Wiemann, Kleinhansl – L. Kunze, Gnaase, Tesche – Niemann, Wriedt, Conteh

Also ohne Engelhardt, aber mit Wriedt und zunächst ohne Cuisance, aber mit Kunze und mit Grill und ohne Kühn und mit und ohne und überhaupt. Lassen wir uns überraschen. Für mich eine unverstänliche Aufstellung, die nach allem Möglichen aussieht, aber nicht nach Aufbruch, sondern eher nach Einbruch. Ich gäbe alles dafür, mich zu irren.

Bei 96 gibt es gegenüber dem 3:1 Sieg in Fürth nur eine Umstellung: für den verletzungsbedingten Ausfall von Trisoldi steht Schwab im Sturm.

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Beginn

Schiedsrichter Dr. Robin Braun aus Wuppertal pfeift bei sonnigem Himmel und Temperaturen um die 22 Grad an. Anstoß haben die in roten Trikots und schwaren Hosen angetretenen Hannoveraner, die zunächs in Richtung VfL-Fankurve spielen.

Der VfL beginnt munter und kommt gleich zu zwei, drei gut anzusehenden Angriffen, die allerdings nicht konsequent zu Ende gespielt werden. 

Nach zehn Minuten kommen die 96er besser ins Spiel, aber der VfL steht gut und lässt keine Chancen zu.  


Nach einer Viertelstunde …

… ist das Spiel ausgeglichen, mit optisch leichten Vorteilen der Gastgeber und dann nutzen die 96er in der 21. Minute gleich die erste Chance. Der VfL hat den Ball im Mittelfeld eigentlich sicher, aber Lukas Kunzes ungenaues Abspiel auf Gnaase führt zum Ballverlust, Schaube kommt an den Ball, schickt Nielsen auf die Reise und der versenkt den Ball unten rechts im Netz zum 1:0.

Das war die erste Torchance im Spiel, herbeigeführt durch ein fahrlässiges Abspiel. Danach macht der VfL munter weiter und hat in der 27. Minute die Riesenchance zum Ausgleich, aber Niemann gelingt es, allein vorm Tor den Ball links neben den Pfosten zu setzen. Das hätte das 1:1 sein müssen.

Der VfL ist nach etwa einer halben Stunde durchaus auf Augenhöhe mit den Gastgebern. Nach einem bösen Foul von Wiemann an Nielsen erhält der Osnabrücker zurecht die rote Karte. Rückstand und rote Karte lassen nun die geringste Hoffnung in den Keller sinken.

Beeindruckend die VfL-Fans, die unentwegt anfeuern. Für Conteh kommt Chato ins Spiel, der VfL muss sich nun nicht nur hinten neu sortieren.

Das klappt aber nur bedingt, denn in der 45.+1 Minute erzielt Nielsen nach einem unglückliche Abpraller das 2:0. „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ Dass dann mit dem Halbzeitpfiff fast das 3:0 fällt – Pfostenschuss, den Nachschuss pariert Grill – setzt dem Ganzen die Krone auf.


Halbzeitfazit

Der VfL zeigte eine ordentliche Leistung, bis Kunzes Lapsus in der 21. Minute 96 in Führung brachte. Niemann vergibt kurz darauf die Riesenchance zum 1:1, während Wiemanns hartes Einsteigen im Mittelfeld mit Rot geahndet wurde. Drei fatale Fehler nehmen den VfL aus dem Spiel, gekrönt durch das unglücklich entstandene 2:0 durch Nielsen in der 46. Minute.     

Tipp: Die Halbzeitgedanken sind eine Melange aus Hintergrundinformationen und Kommentaren, die von Spiel zu Spiel mit dem jeweiligen Gegner aktualisiert werden. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig ist: Ganz einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.

Halbzeitgedanken:
Hannover 96
 wurde 1896 als Rugby-Club gegründet und begann wie der VfL “erst” 1899 mit dem Fußball. 1938 und 1954 holte der “kleine”  HSV die deutsche Meisterschaft und 1992 sensationell als erster Zweitligist den DFB-Pokal. Der Trainer hieß damals Michael Lorkowski, den etwas älteren VfL-Fans sicherlich noch aus der Abstiegssaison 2000/2001 bekannt.
Der Verein Hannover 96 hat heute 23.000 Mitglieder und über den Dauerclinch der Fans mit dem Expräsidenten und Firmenchef Martin Kind, einem entschiedenen Gegner der 50+1-Regel,  gibt es auf Wikipedia alles zu lesen.

Dazu gehörende Halbzeitgedanken:
Hannover hat etwa 540.000 Einwohner und ist niedersächsische Landeshauptstadt. Bei den Stadtratswahlen 2021 kam es in Prozenten zu folgenden Ergebnissen: 27,8 Grüne – 27,6 SPD – 20,7 CDU – 6,0 FDP – 5,6 Linke – 4,3 AfD.
Am 10.11.2019 wurde der türkischstämmige Belit Onay von den Grünen zum blanken Entsetzen einiger Wutbürger zum Oberbürgermeister gewählt und Hannover steht immer noch.

Abschweifende Halbzeitgedanken:
Hannover hat zwar ein paar schöne Ecken, ist aber mit Ausnahme des Stadtteils Linden recht langweilig. Eine große Ausnahme ist das Theater am Küchengarten, das über mehr als ein Jahrzehnt meine Heimspielstätte war, in der ich vor einer Premiere zumeist die ganze Sommerpause verbrachte, um direkt auf der Theaterbühne proben zu können.
Manchmal schaute ein Junge namens Aleks schüchtern um die Ecke, grüßte verlegen und ging dann, mit einem Ball unterm Arm geklemmt, nach draußen. Einige Male schossen wir uns auch den Ball auf dem großen Vorplatz zu. Der kleine Aleks spielte schon damals beim SV Linden in der C-Jugend und wechselte mit fünfzehn Jahren zu Hannover 96.
Viele Jahre später trafen wir uns auf einer Fete in Osnabrück wieder und der kleine Junge entpuppe sich als VfL-Stürmer Aleksandar Kotuljac, der meines Wissens auch heute noch in Osnabrück wohnt.

 

Der VfL wechselt gleich zweimal zur zweiten Hälfte …

… und es kommen zwei Spieler aufs Feld, von denen ich zumindest Engelhard (für Wriedt) bereits in der Startelf erwartet hatte. Für den schwachen Kunze steht nun Makridis auf den Platz. Aufgrund der Umstände, kann man eigentlich nur hoffen, dass es zu keinem Debakel kommt.

Der VfL wehrt sich zunächst tapfer und in der 54. Minute hat Gnaase sogar die Riesenchance zum Anschlusstreffer, aber warum sollte an einem solchen Tag etwas gelingen? 

Stattdessen fallen das 3:0 und 4:0 für die 96er.  In der 59.Minute kommt Schaub nach einem VfL-Tohuwabohu vor dem eigenen Strafraum an den Ball und versenkt ihn aus 15 Metern ins lange Eck.  


Nach 63 Minuten …

… das 4:0 durch Teuchert, der nach Zuspiel von Nielsen ungehindert einnetzen kann. Es folgt das 5:0 durch einen von Kleinhansl verursachten Foulelfmeter, den Teuchert verwandelt.

Der VfL findet nicht mehr statt und es ist eine Frage der Zeit, wann das nächste Tor fällt … 

… in der 77. Minute erzielt Köhn das 6:0, nach unnötigem Ballverlust durch Gyamfi. War es das schon? Die VfL-Abwehr hat offenbar keine Lust mehr und lässt die Hannoveraner gewähren. Und so kommt es zum 7:0 durch Volgsammer, der ungehindert aus 20 Metern abziehen kann. 

Dass mittlerweile Cuisance für Tesche spielt, ist nur noch eine Randnotiz wert. 4.000 VfL-Fans und der Autor dieser Zelen werden diesen Tag bestimmt nicht so schnell vergessen 


Fazit

Der VfL zeigte eine ordentliche Leistung, bis Kunzes Lapsus in der 21. Minute 96 in Führung brachte. Niemann vergibt kurz darauf die Riesenchance zum 1:1, während Wiemanns hartes Einsteigen im Mittelfeld mit Rot geahndet wurde. Diese drei fatalen Fehler nahmen den VfL komplett aus dem Spiel, der danach praktisch nicht mehr stattfand und auch in dieser Höhe verdient verloren hat, zumal nur Torwart Grill Normalform zeigte.   

Der VfL hat nun zwei Heimspiele, und zwar am Freitag, den 22.09, gegen der HSV um 18.30 Uhr und dann am Sonntag, den 01.10., kommt der 1. FC Kaiserslautern um 13.30 Uhr an die Brücke.

 

Zahlen, Daten & Fakten

Zuschauer*innen: 37.000, davon 4.000 aus Osnabrück

Tore:
1:0 Nielsen (21.)
2:0 Nielsen (45+1)
3:0 Schaub (59.)
4:0 Teuchert (63.)
5:0 Teuchert (72. Foulelfmeter)
6:0 Köhn (77.)
7:0 Voglsammer (80.)

Gelbe Karten:
(28.) Ajdini
(63.) Gnaase

Gelb-Rote Karten:
(.)

Rote Karten:
(37.) Wiemann

Hannover 96:
Zieler – Neumann, Halstenberg, Arrey-Mbi – Dehm (Muroya), F. Kunze, Leopold (48. Damar), Köhn – Schaub (Foti) – Nielsen (68. Voglsammer), Teuchert (75. Oudenne)
Trainer: Stefan Leitl

VfL Osnabrück:
Grill – Ajdini, Gyamfi, Wiemann, Kleinhansl – L. Kunze (46. Makridis), Gnaase, Tesche (64. Cuisance) – Nieman (71. Bähr), Wriedt (46. Engelhardt), Conteh (38. Chato)
Trainer: Tobias Schweinsteiger

Schiedsrichter: Dr. Robin Braun (Wuppertal)



Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 26. Oktober 2013 erst in 73 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 27-14-32. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.

Tabellarisches:
Die Kicker-Formtabelle gibt es erst nach der Länderspielpause …



Hier geht es zur aktuellen Tabelle der 2. Liga

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