Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen Schweinfurt 05
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Hauke Peinz
Nach der Länderspielpause und zwei Testspielen (Hannover 96 0:2 + Borussia Mönchengladbach 2:2) trifft der VfL am nächsten Samstag um 14:00 Uhr auf den 1.FC Schweinfurt 05. Während die Lila-Weissen durch Siege 6 Siege in Folge bei einem Torverhältnis von 15:2 unangefochten auf Platz 1 stehen, verharren die „Schnüdel“ ebenso unangefochten auf Platz 20. Zumindest seit Jermaine Jones am 25. Spieltag das Traineramt übernommen hat, geht es etwas voran. In den letzten sechs Spielen konnten sieben Punkte geholt werden, bei einem Torverhältnis von 9:13. Was sich jetzt nicht gerade beeindruckend anhört, ist aber zumindest beachtlich, da Schweinfurt vorher in 24 Spielen nur zehn Punkte holte, bei einem Torverhältnis von 20:56. Mehr als 2,3 Gegentore pro Spiel sprechen dabei nicht für eine gute Defensive. Auch unter Jermaine Jones ist ein Gegentorschnitt von über zwei immer noch nicht gerade erfolgreich. Zum Vergleich der VfL steht bei 1,08 Gegentoren pro Spiel.
Auffällig dabei, dass alle fünf Siege gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte gelangen. Die höchstplatzierte Mannschaft, gegen die der 1. FC Schweinfurt gewinnen konnte, ist Ingolstadt und die liegen auf Platz elf in der Tabelle. Ein Punktgewinn gegen eine Top-10-Mannschaft konnte noch gar nicht verbucht werden.
Erst drei Duelle gab es bisher zwischen den beiden Vereinen, wobei ausschließlich das Spiel in der Hinrunde am 25.10.2025 in diesem Jahrtausend stattfand. Beim eigentlich souveränen Auswärtssieg schossen David Kopacz und Robin Meißner den VfL mit 2:0 in Führung, bevor noch etwas gezittert werden musste und Nico Grimbs in der 87. Minute der Anschlusstreffer gelang.
Die beiden vorherigen Spiele konnte ebenfalls der VfL für sich entscheiden und das sogar in der 2. Bundesliga. Am 28.07.1990 gewann der VfL mit 3:0 in Schweinfurt und das Rückspiel endete an der Bremer Brücke 2:0. Die Torschützen in den beiden Spielen waren Marquardt, Brinkmann, Wollitz, Jursch und Igler. Die Namen der Torschützen lassen beim Lesen tolle Erinnerungen aufleben.
Auf’m Platz
Als großer Abstiegsfavorit gestartet, bestätigt der 1. FC Schweinfurt diese Erwartungen bisher und konnte nur selten positiv auf sich aufmerksam machen. Mit einem Marktwert von nur 4,3 Millionen € liegt der Verein ausschließlich vor dem ebenfalls abgeschlagenen TSV Havelse, wobei die Aussagekraft nur begrenzt ist, wenn man sieht, dass der VfL mit 7,43 Millionen € nur auf Platz 13 steht.
Bekanntester Spieler der Schweinfurter ist zweifellos Johannes Geis, der mit 32 Jahren allerdings offensichtlich die besten Jahre hinter sich hat. Auf seinen Stationen Fürth, Mainz, Schalke, 1. FC Köln, Nürnberg, Unterhaching und jetzt Schweinfurt hat er bereits etliche Duelle mit dem VfL absolviert. In seinen 28 Spielen diese Saison kommt er auf 3 Vorlagen und 3 Tore. Ein sehr guter Freistoßschütze ist er allerdings allemal.
Aus Osnabrücker Sicht in Erinnerung ist Vielen sicherlich auch noch Sebastian Müller bekannt. Er kam für ein halbes Jahr in der Abstiegssaison 2020/2021 zum VfL, absolvierte 10 Spiele inkl. Relegation, erzielte kein Tor und bereitete auch kein Tor vor. Soviel also zum kurzen Gastspiel.
Auch in dieser Saison verbreitet er beim Gegner nicht gerade Angst und Schrecken. In 187 Einsätzen kam er im Schnitt 44,5 Minuten zum Einsatz und bereitete weder ein Tor vor, noch erzielte ein Tor selbst.
Spieler mit dem höchsten Marktwert (300.000€) ist der Linksaußen Dustin Forkel mit 21 Jahren. In seinen 17 Einsätzen gelang ihm allerdings auch keine Torbeteiligung.
Toptorjäger mit 4 Toren ist immer noch Jakob Tranziska, der allerdings seit dem 16.01.2026 für die Pohang Steelers in Südkorea spielt.
Gästeanhang
Schweinfurt verfügt über einen recht kleinen Anhang und die Heimspiele werden meist von etwas mehr als 2.000 Personen besucht, wenn der Gästeanhang klein ist.
Auf die 350 km lange Strecke nach Osnabrück dürften sich vielleicht 50-100 Personen machen, um eins der letzten großen Auswärtsspiele zu machen, bevor es wieder zurück in die Regionalliga Bayern geht.
Eine Rivalität zum Anhang des VfL Osnabrück besteht nicht.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Der unangefochtene Tabellenführer trifft auf den unangefochtenen Tabellenletzten und Beides wird sich nach dieser Partie auch nicht ändern. Der VfL macht von Beginn an ernst und sorgt durch ein frühes 2:0 nach Toren von Meissner und Kehl für Ruhe. Die Dominanz auf dem Platz wird beibehalten, auch wenn im Hinblick auf die schwere englische Woche kräftig durchgewechselt wird. Ausschließlich Kania kann dann noch für das dritte Tor sorgen auf Vorlage von Henning. Am Ende ein Sieg nach dem Motto: War ja zu erwarten und die schweren Spielen kommen jetzt.
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
So eine Länderspielpause kann den positiven Lauf einer Mannschaft empfindlich brechen. Den abgeschlagenen Tabellenletzten kann man leicht unterschätzen und die drei Punkte schon für gewonnen halten. Der 1. FC Schweinfurt hat nichts zu verlieren und wird darauf brennen dem Ligaprimus ein Bein zu stellen. Jermaine Jones ist ein Trainer, der seine Truppe so sehr motivieren wird, dass ihnen das Testosteron aus den Ohren läuft.
Man kann sicherlich halbseidene Gründe und Argumentationen anführen warum das am Samstag in die Hose gehen könnte. Für manch einen mag dieses Spiel sogar schwerer sein als das Auswärtsspiel darauf in Duisburg. Für mich nicht. Man muss, bei allem nötigen Respekt, den Gegner nicht größer und sich selbst kleiner machen als man ist. Auf die leichte Schulter nimmt dieser VfL keinen Gegner. Und mit der nötigen Geduld in der Mannschaft und auf den Rängen fahren wir den fünften Heimsieg in Folge ein. Der Doppelpack von Lars Kehl in der zweiten Halbzeit reicht zum 2:0 Erfolg über die Schnüdel und das lila-weiße Licht brennt immer heller über dem Schinkel…
Hendrik Streen (Osnabrücker Rundschau)
Das Hinspiel am 12. Spieltag war ein eher „mühevoller“ Sieg, bei dem der VFL zwar die drei Punkte mitgenommen hat, aber spielerisch nicht vollständig überzeugen konnte. Gerade deshalb spricht vieles dafür, dass das bevorstehende Aufeinandertreffen deutlich souveräner ausfallen wird. Mit der aktuell starken Form und der positiven Grundstimmung im Team dürfte der VFL das Spiel gegen Schweinfurt klar dominieren.
Wie auch beim letzten direkten Duell an der Bremer Brücke in der 2.-Liga-Saison 1990/91, das der VFL mit 2:0 für sich entschied, wird auch dieses Mal ein ähnliches Ergebnis erwartet. Es riecht förmlich nach einem Treffer von Kania – nach starker Vorarbeit durch Badje – sowie einem wuchtigen Kopfballtor von Müller nach einer präzisen Ecke von Kammerbauer.
Mit einem Sieg würden wir weiterhin ungeschlagen in die anstehenden Partien gegen Duisburg und Cottbus gehen – zwei Spiele, die richtungsweisend für den weiteren Saisonverlauf sein dürften. Die aktuelle Formkurve, die defensive Stabilität und die gesteigerte Effizienz im Abschluss lassen uns mit großer Vorfreude auf diese beiden Partien blicken.
PS: Die Tore für den VFL erzielten damals übrigens Jursch (56′) und Igler (63′).
PPS: Auch damals befanden sich die Schnüdel bereits auf dem letzten Tabellenplatz – ein Déjà-vu sozusagen.












