Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen den SSV Ulm
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Daniel Klausing
Wie schreibe ich denn nun ein Vorspiel für ein komplett irrelevantes Spiel gegen den SSV Ulm?
Zuerst einmal: Der VfL steht bekanntermaßen als Meister der 3. Liga und somit als Aufsteiger fest, während dem SSV Ulm der Durchmarsch von der 2. Bundesliga in die 4. Liga gelungen ist. Häme empfinde ich dabei nicht, da wir in der letzten Saison selbst erfahren mussten, wie schwierig eine Saison nach einem Abstieg ist.
Interessant ist dabei zu erwähnen, dass dem SSV Ulm ein solcher Doppelabstieg nicht zum ersten mal widerfährt. Besonders drastisch war dieses in den Jahren 2000 – 2002. In der Saison 1999/2000 stieg Ulm aus der 1. Bundesliga als 16. ab, ein Jahr später folgte dann der Abstieg aus der 2. Bundesliga ebenfalls auf dem 16. Tabellenplatz. Da der Verein allerdings nach diesem Abstieg Insolvenz anmelden musste, ging es direkt runter in die Verbandsliga. (5. Spielklasse)
Nach zwei weiteren Insolvenzen 2011 und 2014 folgte eine komplette Umstrukturierung und letztlich der Aufstieg in die 3. Liga 2023, bevor es direkt als Neuling in die 2. Bundesliga ging. Nach dem direkten Abstieg wieder in die 3. Liga, geht es nun aber wieder unmittelbar runter.
Wenn man vom VfL als Fahrstuhlmannschaft spricht, die immer um ein Stockwerk hoch oder runter fährt, hat das Haus in dem sich der SSV Ulm befindet mehr Stockwerke. Benutzt wird der Fahrstuhl aber auch sehr oft!
Nach mittlerweile schon wieder 4 Siegen in Folge (1:0 gegen Cottbus, 1:0 in Ingolstadt, 2:1 gegen Verl und 3:2 in Wiesbaden) marschiert der VfL weiter und hat 10 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Energie Cottbus. Eine unglaubliche Konstanz sorgte für einen Aufstieg bereits 3 Spieltage vor Schluss. Damit stehen die Lila-Weissen übrigens 2 Spieltage vor Schluss nicht nur 28 Punkte besser da als zum Ende der letzten Saison, sondern auch sensationelle 44 Punkte vor Ulm.
Auf’m Platz
Üblicherweise würde hier stehen, dass Elias Löder mit 10 Toren der Top-Torjäger der Spatzen ist und mit Dennis Chessa der Zweitplatzierte nur 6 Tore erzielt hat. Auch ein Verweis auf Niklas Kölle, der in der letzten Saison an den VfL verliehen wurde, hätte nicht gefehlt. Aber niemand weiß, wer nach dem feststehenden Abstieg wirklich auf dem Platz stehen wird. Deshalb erübrigt sich, etwas über die Mannschaft zu schreiben.
Interessanter ist, dass an der Seitenlinie der ewige Pavel Dotchev stehen wird. Dieser wird den Verein nach Ende der Saison verlassen müssen und hat seit seinem Amtsantritt am 16.11.2025 eine katastrophale Bilanz aufzuweisen. In 22 Spielen sammelte das Team nur 19 Punkte (Schnitt 0,86 Punkte/Spiel) und schied im Landespokal mit 1:2 beim Regionalligisten Großaspach aus. Schon erstaunlich, dass bei solch einer desaströsen Bilanz der Trainer bis zum Ende der Saison weitermachen darf.
Gästeanhang
Der SSV Ulm verfügt über einen recht problemlosen Anhang, der allerdings nicht gerade riesig ist. Ob in dieser Situation viele Fans die über 600km auf sich nehmen werden, ist absolut ungewiss. Probleme wird es bei unsren Feierlichkeiten nicht geben, einen starken Gästesupport aber auch nicht.
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Eine Prognose für dieses Spiel kommt mir genauso sinnlos vor wie einen Boxkampf gegen Mike Tyson in den 80ern zu bestreiten. Aber was solls: 5:3 für uns und ich wünsche mir zwei Dinge. Dass wir weiter ohne Platzverweis und Elfmeter gegen uns bleiben und dass Bashi Minuten bekommt, gern von Beginn an. Ansonsten prognostiziere ich mal wieder ne Sause. Feiern muss man sich erarbeiten und diese Truppe hat sich das ja mal sowas von verdient.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Der VfL liegt 44 Punkte vor den Spatzen und dennoch ist eine Prognose schwierig. Bei beiden Mannschaften ist unklar, wer auf dem Platz steht. Dennoch ist davon auszugehen, dass der VfL mit einer schlagkräftigen Truppe antritt und das Spiel ernst nimmt. Wer selbst ein Spiel nach feststehendem Aufstieg und Meistertitel noch in der Schlussphase gewinnt, hat auch mit Ulm kein Problem. Ein klares 3:0 wird durch Tore von Meißner und Riesselmann eingeleitet und durch ein Elfmetertor von Ajdini vollendet.
Prognose Daniel Klausing (Osnabrücker Rundschau)
Das Spiel am Samstag vorherzusagen gestaltet sich naturgemäß schwierig. Ich rechne damit, dass ein paar verdiente Spieler nochmal einen Einsatz an der Brücke bekommen werden. Vor allem Ajdini und Tesche fallen mir dabei ein. Mit dem Gedanken an die Pokalübergabe nach dem Spiel, wird die Mannschaft aber auch dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen. Ulm wirkte zuletzt schon sehr emotionslos und scheint nur noch wenig Motivation zu haben. Daher rechne ich mit einem 2:0 Heimsieg des VfL mit ein paar schönen Geschichten zur Abrundung, wie eine Torvorlage per Flanke von Bashkim.












