Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen SV Waldhof Mannheim
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Hauke Peinz
Nach dem sehr souveränen Sieg bei Jahn Regensburg trifft der VfL am nächsten Samstag um 14:00 Uhr auf Waldhof Mannheim. Während die lila-weissen durch Siege in Aue (3:1), gegen Viktoria Köln (2:0) und eben in Regensburg (2:0) in der englischen Woche neun Punkte holten, gelangen den Waldhöfern zumindest sechs Punkte. Nach einem Sieg gegen Aachen (2:1) folgte eine Niederlage in Essen (0:1), bevor der TSV Havelse mit 3:1 geschlagen werden konnte.
Mannheim spielt im Gegensatz zum VfL eine sehr wechselhafte Rückrunde. Lag man nach der Hinserie noch in aussichtsreicher Position nur fünf Punkte hinter dem Relegationsrang, so ist der Abstand mittlerweile auf neun Punkte angewachsen. In der Rückrunde gelangen zwar schon vier Siege gegen Köln, Ulm, Aachen und Havelse, aber man verlor ebenfalls bereits viermal. In Verl (5:2), gegen Rostock (0:4), bei Stuttgart II (1:3) und in Essen (0:1) gab es teilweise deftige Niederlagen. Ein Achtungserfolg gelang beim 1:1 in Cottbus.
Die Bilanz der bisherigen 20 Spiele fällt für Mannheim positiv aus. Elf Spiele wurden gewonnen, drei Partien endeten Unentschieden und der VfL gewann sechsmal. In den letzten fünf Spielen fällt die Bilanz für Lila-Weiß aber deutlich besser aus. Drei Siegen mit einer Tordifferenz von 11:1 Toren, stehen nur eine Niederlage und ein Unentschieden gegenüber. Da die einzige Niederlage (2:3) in die Hinrunde 2024/2025 fällt, kann sie wohl als unbeachtlich eingestuft werden. In der Phase hätte den VfL fast jeder geschlagen … Im Hinspiel war der VfL im Carl-Benz-Stadion klar überlegen und gewann trotz zwischenzeitlichem Rückstand souverän mit 4:1.
Auf’m Platz
Mannheim spielt nicht nur deutlich inkonstanter, sondern liegt mittlerweile auch 13 Punkte hinter dem VfL. Bei den geschossenen Toren ist der Unterschied dabei sogar unbeachtlich (46 Mannheim – 45 Osnabrück). Bei Gegentoren sieht das aber gänzlich anders aus. (25 Osnabrück – Mannheim 49). Die Buwe haben somit 24 Tore mehr kassiert, was fast einem Gegentor mehr pro Spiel entspricht.
Mannheim spielt, genau wie der VfL mit einer Fünferkette, aber normalerweise mit nur einem klaren 6er davor. Da Terrence Boyd an der Bremer Brücke nach der roten Karte in Essen weiterhin gesperrt sein wird, dürfte Felix Lohkemper wieder als einzige Sturmspitze vor drei offensiven Mittelfeldspielern agieren. Obwohl Boyd natürlich in Osnabrück Angst und Schrecken verbreitet, hat sein Vertreter gegen Havelse mit einem Hattrick gezeigt, dass die heimische Defensive voll konzentriert sein muss.
Neben Felix Lohkemper, der fünf Jahre in der 2. Bundesliga für Nürnberg spielte und in seiner Vita auch Vereine wie VfB Stuttgart, TSG Hoffenheim, 1. FSV Mainz und den 1. FC Magdeburg stehen hat, sticht aus dem Kader auch Lukas Klünter heraus. Dieser spielt bereits im dritten Jahr bei den Waldhöfern, lief aber auch bereits für den 1. FC Köln und Hertha BSC in der Bundesliga auf, bevor er 23 Spiele für Arminia Bielefeld in der 2. Bundesliga bestritt.
Viel Erfahrung in wichtigen Positionen also auf dem Feld und einen interessanten Trainer auf der Bank. Der 56- jährige Luc Holtz war 15 Jahre Nationaltrainer, bevor er erstmals in Mannheim einen Trainerjob in der 3. Liga angetreten hat. Man wird sehen, ob man die Geduld mit dem Trainer haben wird, wenn die Mannschaft auch in der Restsaison keine zufriedenstellenden Ergebnisse einfährt. Der 9. Platz ist nicht ganz das, was man im Umfeld erwartet, auch wenn vielleicht gar nicht mehr erwartet werden kann.
Interessant, dass unser ehemaliger Spieler Maximilliam Thalhammer in dieser Saison keine wirkliche Rolle spielt. Nach insgesamt elf Einsätzen, die er größtenteils nicht über die volle Spielzeit absolvierte, kam er die letzten drei Spiele gar nicht mehr zum Einsatz.
Gästeanhang
Wie die meisten ehemaligen Bundesligaclubs über einen zahlenmäßig guten Anhang. Allerdings auch einen nicht unproblematischen Anhang.
Zuletzt wurde dieses deutlich, als beim Spiel in Essen in der letzten Woche in Essen ein Böllerwurf den gegnerischen Torwart verletzte woraufhin das Spiel kurz vor dem Abbruch stand. Ebenso in Erinnerung blieb, dass in der letzten Saison die „Fans“ durch einen Skandal die Mannschaft letztlich vor dem Abstieg rettete. Am vorletzten Spieltag brachen Anhänger der Mannschaft beim Stand von 1:0 gegen Dynamo Dresden ein Fluchttor auf und gelangten in den Innenraum. Die bereits aufgestiegenen Dresdner schalteten daraufhin in einen wahren Nichtangriffsmodus und Mannheim stieg am Ende der Saison mit einem Vorsprung von drei Punkten auf Dortmund II nicht ab…
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Nach einer perfekten englischen Woche mit drei Siegen und insgesamt vier erfolgreichen Spielen hintereinander mit mindestens zwei Toren Unterschied, wird der Lauf des VfL auch durch die wankelmütigen Mannheimer nicht gestoppt. Der VfL übernimmt von Beginn an die Spielkontrolle und lässt überhaupt nichts anbrennen. Ein Tor von Bjarke Jacobsen bringt der Mannschaft die nötige Sicherheit, die Ismail Badjie und Niklas Wiemann komfortabel ausbauen. Dennoch wird es nichts mit der „weißen Weste“, da die ohne den gelbgesperrten Boyd angetretenen Mannheimer noch ein Ehrentor erzielen. Am Ende ein ungefährdeter 3:1 Sieg, der die Hoffnung auf den Aufstieg weiter steigen lässt.
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Den VfL in seinem Lauf halten weder Ochs noch Mannheim auf.
Ein Heimsieg gegen den Waldhof würde den fünften Sieg in Folge bedeuten. Da wird einem fast unheimlich. Und wenn ich hier schon mit einem verwursteten Honecker-Zitat starte, schiebe ich beim Stichwort „unheimlich“ Marx und Engels gleich hinterher: Ein Gespenst geht um in Osnabrück – das Gespenst vom Aufstieg. Nur fürchten muss sich niemand: Wir werden auch die nächste Hürde in Richtung des großen Ziels nehmen, unspektakulär, aber souverän. So wie wir es mittlerweile gewohnt sind. Und warum nicht wieder wie in Regensburg? Ein Tor in Halbzeit 1. Ein Tor in Halbzeit 2. Mit dem 2:0 die Tabellenführung verteidigen und um 16 Uhr wieder „Spitzenreiter“ singen. Fußball ist schön.
Hauke Peinz (Osnabrücker Rundschau)
Nach dem 28. Spieltag hat der VfL 55 Punkte. Damit ist endgültig klar, dass wir uns gerade in der Thioune‑2.0‑Aufstiegssaison befinden, denn 2019 hatten wir genauso viele Punkte auf dem Konto. Zwingend holt der VfL also jetzt wie damals von Spieltag 29 bis 34 sechs weitere Siege in Folge, beginnend mit dem Spiel gegen Mannheim. Die Waldhöfer werden ohne Terence Boyd ziemlich ungefährlich daherkommen, und der VfL siegt auch in diesem nicht hochklassigen Spiel mit 2:0. Die Tore schießen Kehl und Badjie. (Hauke Peinz, Wettermann der OR)













