Vorspiel im Wohnzimmer: VfL gegen Viktoria Köln

Unsere ohnehin umfangreiche VfL-Berichterstattung wird ab sofort um ein neues Format ergänzt, und zwar um das „Vorspiel im Gästezimmer“ und das „Vorspiel im Wohnzimmer“.
Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.

Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.

 

Vorschau auf das Heimspiel gegen Viktoria Köln
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Kalla Wefel

Nach dem verdienten 3:1-Sieg bei einer sehr schwachen Mannschaft von Ergebirge Aue, trifft der VfL am nächsten Dienstag um 19:00 Uhr auf ein formstarkes Team. An der Bremer Brücke geht es gegen die Mannschaft von Viktoria Köln, zwar elf Punkte weniger als der VfL aufzuweisen haben, sich aber in den letzten beiden Spielen bei der TSG Hoffenheim II (3:1-Sieg) und gegen VfB Stuttgart II (2:0-Sieg) jeglicher Abstiegssorgen entledigen konnten. Immerhin zwei Gegner, gegen die der VfL zu Hause verloren hat.

Da bei Viktoria Köln ein nicht unwesentlicher Umbruch in der Winterpause stattfand, lohnt ausschließlich ein Blick in die Rückrunde. Nach der Hinrunde hatte Viktoria Köln bei 27 Punkten und einem Torverhältnis von 28:27 insgesamt sechs Punkte auf den ersten Abstiegsplatz Vorsprung. Dabei erzielte man zwei Tore mehr, als die zu diesem Zeitpunkt noch nicht treffsicheren Lila-Weißen. (26:21). Mittlerweile ist der Abstand zum ersten Abstiegsplatz auf komfortable 14 Punkte angewachsen und man hat in den sieben  Spielen der Rückrunde elf Punkte bei einem Torverhältnis von 10:6 gesammelt. Zum Vergleich hat der VfL 17 Punkte geholt bei einem Torverhältnis von 15:4

Beide Vereine treffen zum 15. Mal aufeinander und die Statistik spricht deutlich für den VfL. Acht Siegen stehen nur zwei Niederlagen gegenüber (bei drei Unentschieden). An der Bremer Brücke konnte die Viktoria sogar noch gar nicht gewinnen.

An drei Spiele aus der jüngeren Vergangenheit können sich VfL Anhänger dabei noch sehr gut erinnern.

Am 37. Spieltag (20.05.2023) der legendären Aufstiegssaison (90+6) gelang dem VfL ein so wichtiger, wie auch spektakulärer 2:0-Sieg im Sportpark Höhenberg. Nach dem 1:0 durch Robert Tesche folgte in der 83. Minute erst der unvergessene Zidane-Trick von Tesche, bevor Simakala die komplette Hintermannschaft auseinandernahm und Henry Rohrig überlegt abschloss.

Der zweite Meilenstein ereignete sich am 17. Spieltag der Vorsaison (08.12.2024). Nach schwacher Leistung und katastrophalen Fehlern verlor man mit 2:0, war mit elf Punkten abgeschlagener Tabellenletzter (Acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer) und es folgte ein Tabula rasa, das letztlich den VfL rettete. Nicht nur Trainer Pit Reimers und Geschäftsführer Sport Philipp Kaufmann mussten gehen, sondern noch weitere Personen aus dem Staff.

Diese Rettung gelang ausgerechnet wiederum gegen Viktoria Köln. Am 36. Spieltag (02.05.2025) siegte der VfL nach starker Leistung und Toren von Markus Müller und Maxwell Gyamfi mit 2:0 und hatte den Klassenerhalt gesichert.


Auf’m Platz

Die Viktoria aus Köln hat im Winter wichtige Stützen der Mannschaft verloren. Mit Zoumana Keita wechselte ein wichtiger Innenverteidiger nach Belgien zu RSCA Futures für immerhin 500.000€. Torwart Eduardo dos Santos Haesler (Dudu) wechselte zu Estrela Amadora nach Portugal, ebenso wie Rechtsverteidiger Sidny Lopes Gabral (Benfica Lissabon), während Linksverteidiger Niklas May und Lex Tyger Lobinger in Deutschland bleiben und sich Wehen-Wiesbaden, bzw. MSV Duisburg anschlossen.

Diese Abgänge füllten zwar das Konto der Kölner, es drohte aber zu Beginn der Rückrunde ein Absturz. Die ersten Spiele der Rückrunde verliefen alles andere als erfolgreich. Einer Niederlage beim Tabellenletzten in Schweinfurt (2:0) folgte zwar ein wichtiges 2:0 gegen Saarbrücken, aber danach ging es mit einem 1:3 gegen Mannheim, einem 0:0 in Regensburg und einem 2:2 gegen Aue eher durchwachsen weiter. Da die letzten Spiele allerdings gewonnen werden konnten, ist der Verein vom Höhenberge wieder in ruhigem Fahrtwasser unterwegs.

Generell wird bei der Viktoria eher betulich gearbeitet und selten verfällt man in hektischen Aktionismus. Das liegt sicherlich auch daran, dass Viktoria Köln in dieser sehr hektischen Stadt wenig Beachtung findet und sogar in der Wichtigkeit hinter dem derzeitigen Regionalligisten Fortuna Köln liegt.


Gästeanhang

Viktoria Köln bringt traditionell wenige Fans mit, die sich generell sehr ordentlich und gesittet aufführen. Es gibt keine Konflikte mit den VfL-Fans und auch bei Spielen in Köln kam es bisher nie zu Problemen. Nach den unangenehm auftretenden Gästefans beim letzten Heimspiel gegen Essen kann sich die Brücke auf etwa 50 – 100 fußballaffine Viktoria-Fans einstellen.


Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)

Nachdem der VfL in Aue wieder bewiesen hat, dass auch nicht komplett überragende Leistungen mittlerweile zu souveränen Siegen führen, hat die Mannschaft diesmal keinerlei Probleme. Ein sehr souveräner Auftritt ohne Probleme endet mit einem 3:0. Badjie trifft in der Anfangsphase, Robin Meißner nach spätestens 20 Minuten und Kania erzielt in der Schlussphase endlich sein erstes Tor. Zwischendurch kommt nie das Gefühl auf, dass es einen anderen Sieger als den VfL geben kann. Ein nicht sehr spektakulärer, aber auch nie gefährdeter Sieg lässt den VfL von der Tabellenspitze grüßen.


Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)

Der VfL-Express hat im Erzgebirge weiter an Fahrt aufgenommen und wird auch gegen die Viktoria aus Köln nicht zum Halten kommen. Die Elf von Mariam Wilhelm zeigt sich zwar aktuell sehr gefestigt (das haben sie auch schon im Hinspiel unter Beweis gestellt) und der VfL wird auf Lars Kehl und vielleicht auch erneut auf Bjarke Jacobsen und Patrick Kammerbauer, also auf drei sehr wichtige Säulen verzichten müssen, aber auf dem Platz hat sich eine Selbstverständlichkeit entwickelt, an der auch die Kölner sich die Zähne ausbeißen werden. Und deswegen reicht zum dritten Heimsieg in Folge ein Kopfballtreffer von Niklas Wiemann.


Prognose Kalla Wefel (Osnabrücker Rundschau)

Sollten neben Lars Kehl (5. Gelbe) auch Jacobsen und Kammerbauer fehlen, könnte natürlich das passieren, woran derzeit niemand wirklich denken mag. Ich auch nicht, also gewinnt der VfL entgegen meinen Befürchtungen. Die Höhe des Siegs habe ich beim letzten Selber-Atmen-Kurs zwar noch nicht ausommen können, die vorformulierte Überschrift für den Spielbericht lautet dennoch: „Der VfL verteidigt mit einem 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln die Tabellenführung!“ Das Sensationelle daran ist, dass eine solche Aussage heute überhaupt möglich ist.

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