Schade, der VfL hätte aufgrund einer bärenstarken ersten Halbzeit einen Punkt verdient gehabt. Der KSC zeigte erst in der zweiten Hälfte die reifere Spielanlage und gewann am Ende zwar verdient, aber durchaus glücklich mit 3:2.
Für den VfL geht es schon am Freitag, den 4. August, um 18.30 in Paderborn gegen den heimischen SC weiter.
Vor dem Spiel
Eigentlich wurden genug Worte in Podcasts und Artikeln zum heutigen Start des VfL in die Zweitligasaison verloren, doch hier zur Abrundung die Statements der beiden Trainer:
Tobias Schweinsteiger: „Wir freuen uns auf ein tolles Spiel vor einer ausverkauften Bremer Brücke. Der KSC macht große Sprünge, hat mit Lars Stindl einen sehr guten Spieler geholt. Es wird ein richtiges Brett, sie zu bespielen. Wir können uns gleich mit einer Mannschaft auf sehr gutem Zweitliga-Niveau messen.“
Christian Eichner: „Wir erwarten eine großartige Kulisse bei einem Aufsteiger, der uns in allen Belangen alles abverlangen wird. Es wird Zeit, dass es losgeht! Die Mannschaft wird sich am Samstag das erste Mal der Frage stellen: Wie sehr wird sie bereit sein, den Weg der Rückrunde weiterzugehen?“
Direkt vor dem Spiel ist sicherlich am spannendsten, welche Startelf Tobias Schweinsteiger aufs Feld schicken wird, wobei die Frage „Kühn oder Grill“ die Gemüter im Vorfeld am meisten bewegt hat. Nun, Grill steht im Kasten und Gyamfi trägt jedenfalls nicht ganz überraschend die Kapitänsbinde
Wie immer prickelnde Brücken-Atmosphäre im Stadion, die Hymne erklingt und man merkt den fast 16.000 Zuschauer*innen an, dass es heute ein besonderer Tag ist.
Beginn
Schiedsrichter Michael Bacher aus Amerang pfeift bei – noch – leicht bewölktem Himmel und Temperaturen um die 25 Grad an. Anstoß haben die in weißen Trikots und blauen Hosen angetretenen Gäste, die zuerst in Richtung Ostkurve spielen, in der natürlich von Anfang an eine tolle und aufgeregte Stimmung herrscht.
Keine Sorge: auf dem Platz auch. Zunächst nähern sich die Karlsruher dem Osnabrücker Tor recht gemächlich über Nebel, der Ball landet über Stindl bei Jung. Dessen Flanke von rechts erreicht am langen Pfosten Schleusener. Ajdini kann den Kopfball zwar blocken, doch springt die Kugel Wanitzek direkt vor die Füße, der sie aus wenigen Metern im Tor versenkt. Es steht 0:1.
Weder der VfL noch das Publikum wirken auch nur ansatzweise geschockt. Der VfL greift munter an und kommt zu vielversprechenden Chancen durch Tesche und Niemann. Der KSC findet seit dem Führungstor im Angriff nicht mehr statt und in der 13. Minute fällt der schon jetzt verdiente Ausgleich durch Engelhardt: Der Ball landet nach etlichen Stationen bei Ajdini, dessen Flanke irgendwann bei Kleinhansl, dessen Schuss bei Engelhardt, der die Kugel aus wenigen Metern unter die Latte hämmert. Es steht 1:1!
Nach einer Viertelstunde …
… hat der VfL immer noch mehr Spielanteile und ist dem zweiten Treffer näher als der KSC. Falls noch jemand an der Zweitligatauglichkeit des VfL zweifelt, die erste halbe Stunde ist zumindest ein – wenn auch vorerst temporär begrenzter – Gegenbeweis. Das Spiel hat nun zwar nicht mehr das enorme Tempo der Anfangsviertelstunde, ist aber nach wie vor auf recht hohem Niveau.
Beide Mannschaften treten nun geschlossener auf, so dass es kaum zu nennenswerten Chancen kommt und so fällt die erneute Führung des KSC wie aus dem Nichts. Nebel flankt von rechts und dort kommt Wanitzek zum von Wiemann abgefälschten Kopfball, der oben rechts im Kasten landet. Damit war nach dem Spielverlauf nicht zu rechnen. Der KSC hat zwei Chancen und macht daraus zwei Tore. Es steht 1:2.
Nach einer nun doch eingetretenen Schockphase schüttelt sich der VfL und kommt gegen Ende der Halbzeit einige Male gefährlich vor das Karlsruher Tor, was Hoffnung für die zweite Hälfte macht, zumal der bärenstarke Ajdini in der 45.+3 mit einem scharfen Schuss aus halbrechter Position fast den Ausgleich erzielt, Drewes kann den Ball nur abklatschen lassen, den Rest erledigt allerdings die KSC-Abwehr.
Halbzeitfazit
Die Führung des KSC kann man nur als glücklich bezeichnen. Der VfL macht seine Sache sehr gut und hätte zur Halbzeit wenigstens ein Unentschieden verdient gehabt. Von den Neuen wissen bislang Ajdini und Kehl besonders gut zu gefallen.
Tipp: Die Halbzeitgedanken sind eine Melange aus Hintergrundinformationen und Kommentaren, die von Spiel zu Spiel mit dem jeweiligen Gegner aktualisiert werden. Wem das Lesen der Halbzeitgedanken zu mühselig ist: Einfach weiter nach unten scrollen, dort geht es dann mit dem aktuellen Spielbericht weiter.
Halbzeitgedanken: Nicht ganz abwegige Halbzeitgedanken: Nostalgische Halbzeitgedanken 1: Nostalgische Halbzeitgedanken 2 (Nachschlag):
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Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte
… der VfL spielt nun in Richtung Ostkurve, was vielleicht noch mehr Kräfte freisetzt, und er startet gleich mit einem tollen Angriff über links, bei dem Tesche mehrmals die Hauptrolle spielt.
Der VfL bleibt am Drücker und drängt auf den Ausgleich. In der 54. Minute ein völlig unnötiges Tohuwabohu im Osnabrücker Strafraum: Nachdem Kunze sich den Ball im eigenen Strafraum abnehmen lässt, kommt Gondorf an den zweiten Ball und zieht aus 20 Metern ab. Die Kugel kracht gegen den rechten Pfosten und den Nachschuss von Zivzivadze aus kurzer Entfernung kann Grill klären.
Der KSC kommt nun immer wieder gefährlich vor das Osnabrücker Tor, als wolle er sich in Nachhinein die Führung verdienen. Der VfL wechselt und in der 60. Minute kommen Wriedt und Makridis für Niemann und Kehl auf den Platz.
Nach 60 Minuten …
… hat der VfL auch nach den beiden Wechseln noch nicht gut ins Spiel zurückgefunden. Der KSC kontrolliert nun weitgehend das Geschehen. In der 70. Minute sorgt eine Einzelaktion von Wriedt für die erste VfL-Chance in der zweiten Hälfte und sein Schuss auf den kurzen Pfosten kann von Drewes zur Ecke geklärt werden.
Und diese Ecke von rechts führt Kleinhansl aus. Der Ball landet auf Höhe des zweiten Pfostens, wo Tesche völlig unbedrängt lässig mit dem Kopf einnickt. Es steht 2:2. Im Grunde war damit genausowenig zu rechnen wie in der ersten Halbzeit mit den KSC-Toren. Egal, das Unentschieden ist durchaus verdient.
In der 77. Minute zeigt Grill seine Klasse, als erst Stindl mit einem Heber und dann Wanitzek aus kurzer Distanz an ihm scheitern. Der KSC gibt sich mit dem Punkt nicht zufrieden. Gnaase kommt für Kunze. In der 84 fast das 2:3, als Rossmann nach eine Flanke von Burnic den Ball über Grill, aber auch neben das Tor hebt.
Die VfL-Abwehr wirkt hin und wieder etwas flatterig, sobald die Karlsruher im Strafraum sind. Und dann fällt doch noch das 2:3. der eigenwechselte Burnic zieht nach Zuspiel von Jung aus 20 Metern ab und der Ball landet rechts im Tor. Nach dieser kalten Dusche scheint der Widerstand des VfL gebrochen und das Spiel wäre langsam ausgetrudelt, wenn nicht Ajdini in der 90.+5 Minute die gelb-rote Karte nach einem Foul an Rossman gesehen hätte.
Fazit
Schade, der VfL hätte aufgrund einer bärenstarken ersten Halbzeit einen Punkt verdient gehabt. Der KSC zeigte erst in der zweiten Hälfte die reifere Spielanlage und gewann am Ende zwar verdient, aber durchaus glücklich mit 3:2.
Für den VfL geht es schon am Freitag, den 4. August, um 18.30 in Paderborn gegen den heimischen SC weiter, und das ohne Ajdini, den heute besten Osnabrücker.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 15.741 davon 1.200 aus Karlsruhe
Tore:
0:1 Wanitzek (2.)
1:1 Engelhardt (13.)
1:2 Wanitzek (36.)
2:2 Tesche (71.)
2:3 Burnic (87.)
Gelbe Karten:
(18.) Ajdini
(52.) Gyamfi
(78.) Wanitzek
(89.) Burnic
Gelb-Rote Karte
(90.+5) Ajidni. Conteh.
VfL Osnabrück:
Grill – Ajdini, Gyamfi, Wiemann, Kleinhansl – Kunze (78. Gnaase), Thalhammer, Tesche (89. Verhoek) – Niemann (60. Wriedt), Engelhardt (88. Conteh), Kehl (60. Makridis)
Trainer: Tobias Schweinsteiger
Karlsruher SC:
Drewes – Jung, Bormuth, Franke, Heise – Wanitzek, Gondorf, Nebel – Zivzivadze, Stindl, Schleusener
Trainer: Christian Eichner
Schiedsrichter: Michael Bacher (Amerang)
Statistik:
Vor der heutigen Partie trafen die beiden Clubs seit dem 04. Juni 1969 in 27 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet tatsächlich 9-9-9, ist also völlig ausgeglichen. Hier geht es zur kompletten Statistik von weltfussball.de.
Tabellarisches:
Die Kicker-Formtabelle gibt es logischerweise erst ab dem nächsten Spieltag,