Große Runde im Spitzboden der Lagerhalle sorgt sich vehement um Rechtsdrall der Tageszeitung
Wie akut zeigt sich aktuell eine Rechtswende in der Neuen Osnabrücker Zeitung? Die „Aktion NOZkritisch“ (ANK) hatte eingeladen – und konnte sich über eine wachsende Resonanz freuen. Der Spitzboden in der Lagerhalle war jedenfalls rundum besetzt – und bewährte sich wieder mal als geeignetes Forum, um ein Thema facettenhaft unter aktiver Einbeziehung des Publikums zu beleuchten.
Lange Liste festgestellter Defizite
Petra Voss-Schnare machte in ihrem Impuls-Beitrag deutlich, wie stark sie als Leserin in aktuellen NOZ-Ausgaben wichtige Themen vermisst. „Kirchliche Aktivitäten“, beklagte sie, „kommen kaum vor.“ Für Stefan Rümmele, der besonders in Umweltfragen engagiert ist, offenbart sich auch in diesem Themenfeld ein massives NOZ-Defizit, was Stephanie Hempel auch für weitere Problembereiche feststellte.
Alle in der Podiumsrunde störten sich insbesondere an völlig einseitigen Kommentaren. „Die NOZ hat sich zu einem reinen Meinungsblatt entwickelt, das wir als gefährlich empfinden“, brachte Christoph Schnare die Meinung der Initiator*innen auf den Punkt.
Max Hempel, der die Diskussionsrunde leitete, unterstützte Schnare: „Mit großer Sorge beobachten wir die wachsense NOZ-Praxis insbesondere in ihrem Mantel-Teil, zunehmend mehr Meinungen und immer weniger Fakten zu präsentieren. Dennoch gibt es auch sehr unterstützenswerte Teile der Redaktion, die fundiert und professionell recherchieren.“
Blick auf die bisherige Resonanz
Stefan Rümmele, auch ein Mitinitiator der Zusammenkunft, blickte auf die beachtliche Resonanz zurück, welche die Aktion NOZkritisch bislang gefunden hat: „Das Spektrum reicht jenseits der Osnabrücker Rundschau über die Tageszeitung „TAZ“ bis hin zur NOZ selbst. In deren Bericht wurden wir allerdings in eine direkte Verbindung zu `Lügenpresse`-Vorwürfen gesetzt. Das hat uns alle sehr empört. Wir sind das exakte Gegenteil solcher Tendenzen“, betonte er unter großem Beifall.
Allseits bedauert wurde, dass – im Gegensatz zum ersten Treffen – niemand aus der Neue-OZ -Redaktion den Weg zur Zusammenkunft gefunden hatte. Schnare: „Wir hätten NOZ-Vertreter*innen gern heute Abend die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen von uns Stellung zu nehmen.“
Beiträge aus dem Publikum
Nach den Inputs aus dem Podium gab man dem Publikum sehr ausgiebig die Gelegenheit, auch persönliche Eindrücke zur Entwicklung der Osnabrücker Monopol-Tageszeitung preiszugeben. Zu Wort kamen dabei Vertreterinnen der Omas gegen Rechts bis hin zu Teilnehmer*innen, die beispielsweise aus dem Umland – bis herauf nach Lingen – angereist waren. Alle beklagten sich massiv darüber, dass zentrale kommunale Themen aus ihren Heimatorten immer weniger im Regionalteil der NOZ zu finden seien.
Unterschiedlich debattiert wurde die Frage, ob bislang Lesende ihr Abo aufgrund des befürchteten Rechtsdralls kündigen sollten – oder auch nicht. Während einige die erstere Position vehement vertraten – und auch schon praktisch vollzogen hatten, pochten andere unverändert auf ihr Abo,weil sie insbesondere das lokale Geschehen weiter optimal verfolgen möchten.
Wie es weitergeht
Nach einer kurzen Pause wurde verabredungsgemäß ein internes Treffen von Interessierten anberaumt, um in Ruhe ohne begleitende Pressevertreter*innen zu beratschlagen, wie die Aktion NOZkritisch künftig auf sich aufmerksam machen will. Die OR wird der Initiative, wie bisher, dabei gern ein Forum bieten, üm die Öffentlichkeit über die am Abend beratenen Ideen zu informieren.














