Nur jede/r Zehnte zählt zwischen 15 und 24 Jahren. Ein Beitrag zum heutigen Internationalen Tag der Jugend
Wenn der Anteil junger Menschen in einem Industriestaat seit Jahren eine überschaubare Minderheit beträgt, ist dies sowohl für eine Demokratie wie auch für die Nachhaltigkeit der Gesellschaft ein dramatisches Warnsignal. Denn politische Programme von Parteien machen sich naturgemäß an Mehrheiten fest. Und Themen, die eine Gesellschaft der Zukunft unter dem Schlagwort „Nachhaltigkeit“ berühren, drohen zunehmend an Bedeutung zu verlieren. Hinzu tritt eine viel zu lange verweigerte Zuwanderungspolitik.
Aktuelle Statistiken bestätigen den problematischen Trend: Der Anteil junger Menschen in Deutschland ist weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Nur 8,3 Millionen Menschen waren Ende des Jahres 2025 zwischen 15 und 24 Jahre alt. Das ist allenfalls jeder zehnte Mensch im Lande, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August 2026 mitteilte. Was noch schlimmer ist: Bereits seit Anfang der 2020er Jahre liegt der Anteil junger Menschen an der Gesamtbevölkerung auf diesem Tiefstand. Zur Zahl trägt natürlich auch der demografische Wandel bei: Zumal die Lebenswerwartung aktuell steigt, wirkt sich dies rein statistisch naturgemäß negativ auf den Anteil Jüngerer aus.
Jugendfrische 1980er Jahre
Alles war einmal völlig anders. In der ersten Hälfte der 1980er Jahre besaßen junge Leute noch den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung. Grund: Die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer waren im jugendlichen Alter. Allein in der alten BRD waren im Jahr 1983 jede sechste Person 15 bis 24 Jahre alt. Das waren fast 17%. Jede sechste Person zählte somit dazu.
Eine Hoffnung zum Besseren: Junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte trotzen AfD-„Remigrations“-Drohungen
Ohne Eingewanderte und ihre Nachkommen wäre die Situation noch weit problematischer. Folgte man der AfD und ihren menschenverachtenden Remigrationsfantasien, läge der Anteil junger Menschen in der Gesamtbevölkerung ohne Einwanderungsgeschichte im Jahr 2025 bei nur 8,5 %.
In der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte waren dagegen 12,2 % im jugendlichen Alter. Nur jeder Dreizehnte zählte ohne jene Leute zur genannten Altersgruppe. Als Menschen mit Einwanderungsgeschichte gelten solche, die entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 zugewandert sind. Mehr als jeder fünfte Mensch unter den Jüngeren zählt aktuell zu den Nachkommen von zwei eingewanderten Elternteilen. Nahezu genauso hoch ist der Anteil bei Menschen mit einem eingewanderten Elternteil. Kurzum: Menschen mit Migrationshintergrund könnten in naher Zukunft die Hälfte der jüngeren Generation stellen. Die AfD wie populistischen Hetzern wie Thielo Sarazin dürfte dies ihr Blut in Wallung bringen. Für die deutsche Volkswirtschaft und für ihre sozialen Sicherungssysteme bilden solche Werte einen zentralen Baustein für eine erfolgreiche Zukunft.
Anteil junger Menschen variiert in den Bundesländern eher wenig
Wie viele jungen Leute in deutschen Bundesländern vom Trend abweichen, ist wenig spektakulär: In Bremen (11,1 %) und Hamburg (10,5 %) sowie in Baden-Württemberg (10,4 %) war die Altersgruppe minimal stärker vertreten. Schlusslichter bilden Brandenburg (8,8 %), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt (je 9,1 %). Logischerweise hat ein solcher Befund auch mit jeweiligen Job-Perspektiven und einem soziokulturellen Umfeld zu tun.
Deutschland liegt unter EU-Schnitt
Irland mit guten 12,7%, Dänemark und die Niederlande mit jeweils 12,2 % sind laut EU-Statistikbehörde Eurostat zum Jahresbeginn 2025 die Spitzenreiter beim Bevölkerungsanteil der besagten Gruppe. In Schweden, Norwegen und Finnland liegt der Anteil der Jüngeren im Schnitt bei rund 11 bis 12 Prozent der jeweiligen Gesamtbevölkerung. Der EU-Durchschnitt beträgt 10,7 %. Den geringsten Anteil junger Menschen innerhalb der EU verzeichneten Malta (9,4 %) und Bulgarien (9,5 %).
Europa schrumpft und die Welt wächst gigantisch – mit jährlich der Größe Deutschlands!
Blickt man über die EU-Grenzen hinaus, ergibt sich ein gänzlich anderes Bild: Das dramatisch hochgespielte Szenario eine aussterbenden Deutschland und eines aussterbenden Europa stößt auf eine globale Wirklichkeit, die völlig anders aussieht. Tatsächlich wächst die Weltbevölkerung derzeit jährlich um etwa die Größe Deutschlands – 82 Millionen Menschen. Betrachtet man allein die erweiterte Region Nahost und Nordafrika (MENA), macht die genannte Altersgruppe knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Zählt man dort alle jungen Menschen unter 30 oder 35 Jahren zusammen, machen sie mehr als die Hälfte der marokkanischen und maghrebinischen Bevölkerung aus.
Die übergroße Mehrheit von ihnen besitzt weder eine Job-, noch eine Ausbildungsperspektive. Hört jemand dieses Signal? Logischerweise sollte somit auch aus europäischer Sicht gemeinsam darüber beraten werden, die derzeit teils menschenverachtende Zuwanderungspolitik in humane und somit nachhaltige Projekte umzuwidmen. Oder sollen Deutschland und Europa passiv abwarten, bis allein globale Dürre- und Hungerkatastrophen völlig „unkontrollierbare“ Wanderungsbewegungen mit sich bringen?















